Tocotronic auf “Kapitulation”-Tour in Düsseldorf. Nachdem ich sie in Köln wegen übler Verpeilerei verpasst habe, beschlossen Lisa und ich, nach Düsseldorf zu fahren. Tocotronic spielte dort im zakk, das ein ausgesprochen netter Laden ist. Große Bühne, schöne Räume. Das Konzert war – um es mit einem Wort zu sagen – großartig. Für mich war es das dritte Tocotronic-Konzert und gleich das Beste. Dafür sorgt sicherlich, dass das aktuelle Album Kapitulation zu dem besten gehört, was die Jungs jemals eingespielt haben. Nicht so roh wie “Digital ist besser”, sondern feinsinniger, nuancierter und sehr spannungsvoll. Wer noch nie auf einem Tocotronic-Konzert war, versteht das Genre Rock meist nicht, in das man Tocotronic häufiger einordnet. Aber live sind sie so wuchtig laut und rockig, dass die vor allem auf Kapitulation doch manchmal opulenten Kompositionen auf das Wichtigste heruntergebrochen werden: Gitarre, Bass, Vocals und Drums. Dadurch wirken die Stücke roher, unfertiger – eben wie im Proberaum. Tocotronic spielten alleine acht Tracks von der aktuellen Scheibe (Lisa hat gezählt), dann altbekanntes wie “Freiburg” oder “Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen”, aber auch seltener gehörtes wie “Free Hospital” oder “Sailor Man”. Von der letzten Scheibe “Pure Vernunft darf niemals siegen” durften der Titeltrack und “Aber hier leben, nein Danke” nicht fehlen. Über Konzerte zu schreiben birgt ein Problem, dass das Erlebnis eh nicht zu transportieren ist. Es war sehr gut, fertig.
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