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Tomte und der Zorn der Musikindustrie 6

»Auf dem Hurricane-Festival hatten wir am Freitag eine Autogrammstunde um 16:00h gegeben, da war schon alles voller Schlamm und die Leute sehr betrunken. Dagegen wirkt das hier wie eine Versammlung von Spiegel-Lesern. In meiner Welt sind Spiegel-Leser ja was Gutes. Man muss schließlich wissen, was der Feind schreibt.«
Thees Uhlmann, Tomte
Ich beginne kurz von vorne, um dann mit dem letzten Ereignis zu schließen: von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend war ich in Neuhausen ob Eck, einem vollkommen wohlfeil zu ignorierendem Kaff auf der schwäbischen Alb. Das Einzige, das den Aufenthalt dort rechtfertigt, ist das jährlich stattfindende Southside-Festival. Leider endete das Festival gestern Abend nicht programmgemäß, sondern musste aufgrund heftiger Sturmböen unterbrechen werden – und das am Anfang des Auftritts von Tomte. Erst einige Stunden später wurde es dann fortgesetzt – allerdings ohne mein Beisein, ich hatte auf eine Absage angesichts des Wetterumschwungs spekuliert und war inzwischen gegangen.
Hatte Thees Uhlmann, der Frontmann von Tomte, am Anfang noch im Hinblick auf die aufziehenden Regenwolken vom Zorn der deutschen Musikindustrie gesprochen, der über die beim Independent-Label Hotel van Cleef unter Vertrag stehende Band, hereinbreche, so fragte er sich beim dann folgenden Abbruch schon, ob er wirklich ein so großes Arschloch sei. Neben der großartigen Musik, für die sich Tomte seit Jahren verantwortlich zeigt, macht die Intelligenz der Band diese sehr angenehm. Die Fraternisierung mit den vorrangig pubertären Zuschauern hat sie nicht nötig, vielmehr wird das Konzert mit einem Glas Wein in der Hand begonnen. Schade, dass es nur für drei Stücke gereicht hat.

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