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Über Standorte

published on 2008|01|26

Ich bin der festen Überzeugung, dass einen Sendung mit der Maus über Konkurrenzverhältnisse in der Ökonomie mehr helfen würde als jede verschwendete Therapeuten-Stunde, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, der Patient also bereits Wahnvorstellungen über die Nokia-Verschwörung entwickelt hat.
Von Anfang an: die Standorte konkurrieren auf verschiedenen Eben untereinander. Hamburg und Berlin streiten sich darum, wer die Lufthansa bekommt, Wiesbaden und Berlin darum, wer die Damen und Herren des BKA umsorgen darf und Bochum und Cluj eben um Nokia.
Bei der Entscheidung für diesen oder jenen Standort entscheiden die berühmten Standortfaktoren: Niedrige Lohnkosten können nicht schaden, tendenziell ist die Akzeptanz von Privateigentum von Vorteil, marodierende Banden helfen meist nicht, es sei denn sie helfen bei der Beseitigung von Bürgerrechtlern und Gewerkschaftern, Gewerkschafter sind zugleich aber auch nicht unbedingt ein Problem, das Modell Wolfsburg zeigt ja, wie man damit umzugehen vermag und Subventionen für interessierte Standortnutzer sind auch nicht das schlechteste.
Neben den sonstigen administrativen Aufgaben gehört für jeden Politiker ganz zentral zum Berufsbild, dem Standort zu dienen und seine Nutzer zu vermehren. Das ist der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit Nokia bisher gelungen, nun aber wurde sie überboten.

Dass sie überboten wurden bringt nun lustige Artefakte zu Tage: Christa Toben – sie ist Wirtschaftsministerin – fiel über Nacht auf, dass Nokia die den Subventionsbescheiden zugrunde liegenden Beschäftigungszahlen nicht eingehalten hatte. Was nur bedeutet, dass ein Unternehmen wie Nokia solange Subventionsbestimmungen missachten kann, wie es die Standortwahl unangetastet lässt.
Struck gibt nun sein Handy zurück. Glaubt man der Berichterstattung über die Durchdringung der Politik mit modernen Technologien, so ist das ein Opfer, das ihn traumatisch schädigen wird. Das ganze Landwirtschaftsministerium soll mobile Endgeräte anderer Hersteller verwenden. Eine Entscheidung die die Firmenzentrale in Espoo erschüttern wird.

Interessanter aber wäre zu überlegen, warum heute noch irgendjemand glaubt in Deutschland auch nur irgendwie erfolgreich reine Industrieproduktion etablieren zu können. Warum einem also nichts besseres einfiel, als nach dem Wegfall von Kohle und Stahl im Ruhrgebiet auf die nächste Branche zu setzen, die planbar nur ein paar Jahre dort bleiben kann. Denn genau das wird für jene, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, zum Problem. Nur mit “eiskalten Managern” und fieser “Profitorientierung” hat das nichts zu tun.

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Und sie leuchtet noch immer

published on 2007|01|23

»Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen.«
Karl Kraus, Fackel 329/330 10; Sprüche und Widersprüche
Wenn man sich einmal vor Augen führen möchte, was Sprachkritik wäre, wenn sie nicht dumm deutschtümelte, sondern sich selbst als Kulturkritik verstünde, besteht nun die Möglichkeit, alle Ausgaben der Kraus’schen Fackel digitalisiert und online vorzufinden.

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Geschichtsstunde

published on 2006|12|20

Am 12. September 1990 unterzeichneten Vertreter der BRD, der DDR, Frankreichs, der USA, Großbritanniens und der UdSSR den s.g. Zwei-Plus-Vier-Vertrag. Er sollte den Weg zur deutschen Wiedervereinigung ebnen und legte unter anderem die Oder-Neiße-Grenze als verbindliche und unverückbare Ostgrenze Deutschlands fest. Darauf hatte vor allem Polen gedrängt, dass in einem wiedervereinigten Deutschland eine Gefahr für die eigene territoriale Integrität sah. Über 16 Jahre später reichen Vertreter der Preußischen Treuhand (sic!) eine Klage auf Herausgabe oder Entschädigung des nach dem zweiten Weltkrieg enteigneten Eigentums vor dem europäischen Menschenrechtsgerichthof ein. In Reaktion darauf sprechen polnische Diplomaten davon dass der Grenzvertrag, also die Oder-Neiße-Linie, neu zu verhandeln sei, da die Bestimmungen des Zwei-Plus-Vier-Vertrages gebrochen wurden. Nun, der nicht so bekannte Fakt ist, dass der Großteil der im damaligen deutschen Osten lebenden Deutschen sich der schlichten Kollaboration mit Nazi-Deutschland schuldig gemacht hatten. Er konnte es kaum erwarten, »Heim ins Reich« und somit unter die Verwaltung nationalsozialistischer Granden wie Heydrich zu fallen. Nach damaligem tschechischen bzw. polnischen Recht zweifellos Landesverrat, auf den die Todesstrafe stand. Jene Vertriebenen, die heute die unglaubliche Frechheit besitzen, an Polen Forderungen zu stellen, sollten sich ganz still und leise verkriechen und sich darüber freuen, dass man sie nicht hingerichtet hat. Denn hätten die Polen das getan, so hätten sie heute zweierlei nicht: das ständige Gerede über die Unmenschlichkeit der Vertreibungen und die Anmaßungen deutscher Revisionisten, die noch immer nicht einsehen, dass Wroclaw und Gdańsk eben polnische Städte sind und bleiben. Oder aber, man verhandelt den Grenzvertrag wirklich neu. Zugunsten Polens. Wobei es nicht fair wäre, den Polen die ganzen Zonen-Nazis zu überantworten, wenn auch attraktiv.

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Unser täglich Hohmann gib uns heute

published on 2006|12|03

Die CDU hat einen neuen Experten für deutsche Befindlichkeiten gefunden.

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Nasrallah beim Bauchtanz

published on 2006|11|23

Kann das Nasrallah auch? Und wenn er es kann, will man es sehen?

via: Bad Blog

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An meine Freunde!

published on 2006|11|23

Zum Zwecke der Wertschöpfung sollt ihr alle dieses Buch kaufen, ihr Arschlöcher!*
* Wegen Warenform und Freundschaften: Auf das mir niemand meiner Freunde sagt, ich würde nur mit ihm/ihr wegen Büchern usw.

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Modern life is, ähm, rubbish too

published on 2006|11|21

Die moderne Welt ist komplex. Früher, also ganz früher, also deutlich bevor ich geboren wurde, ging man auf einen Markt und tauschte ein Huhn gegen einen Sack Getreide. Man tauschte also primitive Güter, gewonnen meist aus primitiver Landwirtschaft. Irgendwann wurde das zu umständlich und man besann sich auf Äquivalente.

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Vernichtungswahn, antizipiert

published on 2006|11|04

Die Tagesschau rechnet die Golan-Höhen einfach einmal zur Gänze Syrien zu.

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Gerd on Rails

published on 2006|11|02
Lars Strojny: Super, dass in einem offiziellen Rails-Howto der Autor praktisch sagt, er habe keine Ahnung von Patterns Gerd Riesselmann: Braucht man nicht. Werden Rails-Programme nicht so gemacht, dass du die DB entwirfst, dann ein Programm ausführst, das den Code generiert, und dann kommt der Designer und baut noch noch Logo und CSS?

Hatte ich schonmal erwähnt, dass einen der Hype immer dann am gewaltigstens stört, wenn man echt falsche Sachen lesen muss, wie dass ein Controller Business-Logic ist. Gehen Sie nicht über Los, gehen sie direkt zur GOF-Straße.

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Die Vorteile der Todessehnsucht

published on 2006|11|01

Der große Vorteil der Todessehnsucht von Gläubigen ist ja, dass sie sich nach und nach selbst dezimieren. Wenn sie es nun noch unterlassen könnten, ihre Todessehnsucht für verallgemeinerbar zu halten, so wäre das Problem der Religion vor allem ein Problem auf Zeit.

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Да!

published on 2006|10|29

In Serbien wurde heute über die neue Verfassung abgestimmt. Sie erhielt wohl eine knappe Zustimmung. Damit bleibt das Kossovo weiterhin serbische Provinz. Wäre ja noch schöner, wenn heute bei ein paar Gläschen Sljivovica einfach so beschlossen werden könnte, man sei jetzt ein eigener Staat. I’m so sorry, UCK.

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Nochmal: unglaubliche Entdeckung

published on 2006|10|28

Deutsche Soldaten sind auch nur … Soldaten.

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Schockierende Erkenntnis

published on 2006|10|17

Die unglaubliche Entdeckung: Reichtum schafft Armut.

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Zum Niveau linker Deutscher

published on 2006|08|26


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Psychose als Grundwortschatz

published on 2006|08|25

Wenn man die Größe des irrationalen Potenzials einer Gesellschaft bemessen möchte, so reicht es nicht aus, die Menge an Kirchengängern, Esoterik-Junkies und Verschwörungstheoretikern zu quantifizieren, vielmehr ist die Grundkonfiguration einer Gesellschaft, ihre Basisideologie, ins Auge zu fassen. Ist die normativ bürgerliche Ideologie vor allem eine Lobpreisung der Fetischformen Vernunft, Subjekt und Wert, so lässt das Wort vom Fetisch hier schon anklingen, dass auch allein ihren Grundprinzipien schon Irrationales anhaftet.

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