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Opel-Gepöbel 18

Um das mal zu paraphrasieren: da ist ein Unternehmen, dessen Zweck es ist, Profite zu machen. Ein landläufig recht verbreitetes Mittel der Steigerung der Profitrate über die Erhöhung der Einnahmenseite ist Werbung. Häufig in Form bunter, mehr oder weniger designschöner Bildchen, mal in Form eines Werbespots im Flimmerkasten oder auch als Spam im Email-Eingang. Eine andere Form ist Blogger (1, 2, 3 und 4) zu bezahlen, auf dass sie sich einige Wochen mit dem Produkt schmücken und ihm so die gewünschte Credibility oder was auch immer verschaffen. Diese Opel-Aktion ist das Kosmetikpröbchen aus der bevorzugten Drogerie in groß. Sich darüber zu mockieren, dass es Unternehmen gibt, die auch noch Werbung machen und – oh, Schreck – auch noch Profite erwirtschaften wollen erinnert mich stark an Moraltheologie. Und wenn herzige Anhänger einer solchen Moraltheologie, beispielsweise Musikjournalisten ein Indy-Fan das Independent Genre des Bloggens bedroht sehen, dann haben sie leider nicht ganz verstanden, was das Independent Genre auch sonst ist: die Erschließung eines anderen Käuferkreises denen Tokio Hotel zu jung und Madonna zu populär ist. It’s just a matter of chique und nichts anderes passiert gerade. Ich finde es angenehmer, wenn Tomte Geld verdient, als wenn sie das nicht tun. Die Musik gefällt mir trotzdem. Der schöne Schein des Independent – eben ein Schein.

Anmerkung: bevor jemand sich meint investigativ betätigen zu müssen und mit der Wucht des brutalstmöglichen Aufklärers der Netzgemeinde schlimme Dinge über mich verrät: wie auf hier zu lesen ist, arbeite ich für die Firma, die das Opel-Dingens technisch betreut und war nicht wenig in die technische Realisierung von astra.blogg.de involviert.

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