»Es gibt eine Kontinuität des amerikanischen Staates und seiner Prinzipien seit 1776, sodass der Referenzgegenstand des ›Proud to be an American‹ ein anderer ist als etwa in Deutschland, wo eine solch lange Kontinuität eben nicht existiert.«
Wenn Deutsche sich national gebärden verweisen sie dabei meist auf die Vereinigten Staaten, um ihre Frühlingsgefühle für‘s Vaterland zu rechtfertigen – meist ohne dass man sie nach einer Rechtfertigung fragte. Eine weitere Lieblingsentschuldigung ist Frankreich. Dann, doch noch gefragt, welcher republikanischen Tradition oder Aufstand gegen den Klerus sie sich als Deutsche denn verbunden fühlten, als dass dies einen modernen Nationalstolz zuließe, wissen die schlaueren unter ihnen dann ausweichend zu antworten, dass dies auch in der Liebe zur Nation der Amerikaner und Franzosen nicht stilbildend sei. Auf Telepolis ist ein durchaus interessantes Gespräch mit Sepp Gumbrecht zu lesen. Er antwortet erfrischend auf die eher pädagogisch intendierten Fragen Rudolph Mareschs. Dass er im Leadtext mit Sloterdijk und Habermas verglichen wird, eine Frechheit.
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28-03-2006, 10:10
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