/usr/portage

Nerd content 0

Das hier beschreibt StarTrek eigentlich ausreichend genau.

Filed on 26-09-2006, 00:12 under , , & no comments & no trackbacks

Zwischen Himmel und Mercedes Dance 10

Klee – Zwischen Himmel und Erde


Klee hält den Rhythmus: Nach »Unverwundbar« (2002), »Jelängerjelieber« (2004) ist Anfang August die Platte »Zwischen Himmel und Erde« erschienen. Wer nach nicht allzu einfältig daherkommenden Texten kombiniert mit einer sehr schönen Frauenstimme, sanften Gitarrenparts und verhaltenen Drums sucht, der wurde bei Klee schon immer fündig. Auch diesmal wieder zeigen die fünf, dass dieser Ruf ihnen nicht zufällig anhaftet. Die Texte der Stücke handeln – wie so häufig in ihrer Disziplin – vom lieben und geliebt werden, verlassen und verlassen werden, Beziehungskrisen und -Höhepunkte. Beginnend mit dem hoffnungsvollen »Für immer«, in dem sich die angenehme Synthesizer-Line unter synkopische Gitarren-Riffs, die zusätzlich mit schlichten, aber effektiven, Drums untermalt werden, schmiegt: »Heute und hier, ich bin ein Teil von dir. Vielleicht auch noch länger, vielleicht auch für immer«. Über die Singleauskopplung »Die Stadt«, »Liebe Mich Leben«, »Am Ende der Liebe« bis hin zu »Zu anderen Ufern« erzählt die Platte eine Liebesbeziehung. Ohne Voyeurismus, ohne Detailverliebtheit, die blind mächte gegen verallgemeinerbare Gefühlslagen des klassischen Beziehungsmodells, sind Musik und Text stimmig. Zwischen Himmel und Erde, zwischen tottraurig und himmelhoch jauchzend – »Bis an den Rand der Klippen«. Die sorgfältige Anordnung der Stücke, die perfekte Produktion machen aus »Zwischen Himmel und Erde« ein sehr gutes Popalbum, dass seinesgleichen dieses Jahr sucht. Aber bisher ist hier auch noch nichts zu Kante und »Die Tiere sind unruhig« gesagt worden.

Jan Delay – Mercedes Dance


Mit Jan Delay hat man bei einer solchen Rezension ja seine Probleme. Seine erstes Solo-Album »Searching For The Soul Rebels« war seinerzeit viel mehr als ein bloßes Album: es war Ausdruck eines merkwürdigen Lebensgefühls. Man war »dagegen« und Jan Delay spielte den Soundtrack. Damals war aber bekanntlich alles anders und viele der damaligen sind heute bekloppt oder heimattümelnd, meist aber beides. Jan Delay auch. Einige Monate nach dem Erscheinen des Albums rauschten einige Flugzeuge in amerikanische Bauwerke und alles änderte sich. Sowohl die Welt und auch meine Sicht auf sie. Was auf »Searching For The Soul Rebels« immer schon ein flaues Gefühl im Magen verursachte, sein party-relgiöser Gestus (»Flashgott«), seine penetrante Technikfeindlichkeit (»An die Bürger von Konsolien«), verdichtet sich nach und nach zu einem ernsthaften Grimmen und fand dieses Jahr im Sommer seinen Höhepunkt im Brechreiz: erst weiß er in einem Interview in der Notes zu erzählen, dass er nichts mit Zionisten, Studenten, Politikern und Junkies anzufangen weiß. Und dann kommt was kommen musste: Auf dem Fusion Festivall tritt Delay mit Deutschlandtrikot auf und erzählt jenen Unsinn, den mit Matussek im Chor alle von sich gaben. Dass das alles harmlos sei, dass man sich über die Fahnen freue usw. Aus dem ehemaligen »Zu viel Deutschland, das ist ungesund« wird »Zu viel Deutschland das ist jetzt gesund«. Aus »Jammin« wird »German«. Aus dem flauen Gefühl … lassen wir das.
Soviel zur Vorgeschichte, die unbedingt erwähnt werden muss, will man über »Mercedes Dance« schreiben. Denn Jan Delay ist eine alte Sau. Er macht es einem nicht einfach. Normalerweise würde man jetzt hingehen und sein Album in der Luft zerfetzen, ihm jeden noch so kleine stilistischen Fehler ankreiden und darauf hoffen, dass er ab nun die Klappe hält, um das nächste Album wieder wohlwollender zu hören und dann wieder mit dem Urteil »Er hat sich bemüht« abschließen. Leider ist »Mercedes Dance« dafür zu gut. »Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran« ist die Maxime. Nur noch wenige Offbeat-lastige Stücke, dafür massivere Bässe, viel Synthesizer und großartige Background-Sängerinnen. Dazu seine nasale Stimme und halbwegs belanglose Texte. Auch wenn er sich manchmal in den Metaphern vergreift, beispielsweise bei »Ja, ich bring die Bomben so wie schwarze Witwen«, so macht er dies durch »Kartoffeln« allemal wett, das als eindeutig als neuer Schlager auf antideutschen Veranstaltungen taugt. Immer dann, wenn Jan Delay heute meint, politische Stücke schreiben zu müssen, dann wird es grausig. Für »Alles ist im Arsch« betreibt er sogar Leichenfledderei und gräbt Udo Lindenberg wieder aus. Was genau im Arsch sein soll, ist dem Hörer nicht beizubringen, nur skurrile populär-idiotische Spielereien mit Konjunktiven. Scheibe einlegen, Anlage aufdrehen und nicht auf die Texte achten. Dann ist das ein gutes Album.

Filed on 13-09-2006, 02:02 under , , , , , & ten comments & no trackbacks

Modephotographie 3

Kontrapost

Nicht Kontrapost.

Zu gesucht und gefunden.

Photograph: Sascha Reichert

Filed on 30-06-2006, 13:01 under , , , , & three comments & no trackbacks

Gefunden 1

Das. Bilder? Bilder! Morgen.

Filed on 29-06-2006, 21:09 under , , , , & one comment & one trackback

»Denkmale des Hasses gegen das Bücken« 6

Ich habe beschlossen mir Slipper zuzulegen. Seit einiger Zeit stecke ich bekleidungstechnisch in dem allzu unpraktischen Dilemma, dass mir das, was angeblich modern sein soll, fast nie gefällt, dass jener Sektor, den ich für schöner halte, als das was ich tragen sollte, furchtbar gräulich wirkt und dass zwischen super-schick und grenzenlos billig schwierig zu vermitteln ist. Also edles faltiges weißes Hemd, tief hängende dunkelblaue Jeans und schwarze Lederschuhe. So muss das. Nun ist aber Sommer und Lederschuhe sind teilweise gar zu warm. Die »Edel-Variante« (Hanno) der Flip-Flops, die ich gerne trage, haben leider den Nachteil, dass sie für den Weg zum Bäcker gut, für den Weg zur Arbeit aufgrund von 2×20 Minuten zu Fuß pro Tag, allerdings nicht wirklich geeignet sind, sorgen sie doch für unschöne Blasen, Druckstellen und sind für den Abend etwas zu luftig. Also: ich brauche ein Zwischending. Slippers. Trotz der verachtenden Gesichtsausdruck des Chef-Designers habe ich mich für die karierten Vans entschieden. Entweder in blau/weiß, schwarz/beige oder creme/beige. Nur wenn alle Stricke reisen, stehen die pink/weißen zur Debatte, die ich leider bisher nur in Frauengrößen (was für eine Unverschämtheit, ich trage inzwischen ständig pinkes Zeugs) gesehen habe. Aber genau an diesem Punkt kommt das Problem auf. Normalerweise ist der Weg einfacher. Frage zwei: was will ich? Frage zwei: Geld da? Aktion: in den Laden gehen, anprobieren, zahlen, sofort anziehen (ich ziehe den Kram immer sofort an) und glücklich sein (oder so). Diesmal ist ersteres gegeben, zweiteres auch, aber: sie sind nicht aufzufinden. Wo bekomme ich karierte Slipper von Vans in den besagten Farben?

Filed on 28-06-2006, 23:11 under , , , , & six comments & two trackbacks

Deutsche Helden 7

Nun gut, kündigte ich kürzlich noch an, ich würde mich entspannen, so ist das nun endgültig vorbei. Es geht nicht, es ist zu schlimm, diese Band ist fürchterlich. Sie ist der optimale Vertreter des neuen Deutschlands, das ach so aufgeklärt, der Welt seine Ideen »nahebringt«. Eine Band, die es nötig hat, in vollkommener Verschmelzung mit ihren Kollektiv, sich darauf zu freuen, dass man »nach Berlin fahre«, ist vollkommen indiskutabel. Dass sie außerdem live noch langweiliger ist als wenn die Tracks wenigstens nachbearbeitet wurden, spricht Bände. Da ist einfach nichts. Man nehme fünf Sozialpädagogen mit Redehemmungen und abgebrochenem Studium, komischem Kleidungsstil und genug Ferne von jeder Ästhetik, gebe ihnen Instrumente in die Hand, die sie nicht spielen können, und nenne sie »Wir sind Helden«. Dann lasse man sie noch darüber singen, dass »wir« – gefälligst – »nur zu wollen haben«.
Wirkliche Helden abmelden wird diese Band nicht. Sie ist für all jene, die sich dafür schämen, Pur zu mögen, weil ihre Eltern das eben auch schon taten. Ist die Musik schon aus der Konserve eher bräsig, aber wenigstens noch erträglich, so verwandelt sich der Joschka Fischer-Habitus, dass Leid der Welt in den Stücken zu tragen und die Zuhörer gefälligst mitleiden zu lassen, live in eine einzige groteske Posse. Zwischen dem schwer erträglichen Sermon nuschelt Judith Holofernes, bisher eher durch ihre naiv-dümmliche Art beim Aufenthalt in Upperclass-Plapperrunden aufgefallen, irgendwas von ihrer guten Laune ins Mikrofon, freut sich über ihre Fans, Deutschland oder gleich die ganze Welt und grinst gar debil. Eines ist sicher: wenn jemand Deutschland ist, dann Judith Holofernes.

Filed on 27-06-2006, 22:10 under , , , , , , & seven comments & no trackbacks

Das Décolleté des Adam Green 2

Bisher fiel mir Adam Green vor allem durch eines auf: mir schon immer skurril erscheinende Waldorfschüler fanden ihn großartig, wiesen mich immer wieder darauf hin, ihn doch unbedingt zu hören, er sei so überaus genial und – wie könnte es anders sein – witzig. Ich fand ihn vor allem konventionell. Eine Mischung aus hippiesker Flowerpower-Ästhetik und seinem Nimbus als junger, leicht entrückter Songwriter. Irgendwo zwischen George Harrisson und Jack Johnson, weniger Strand, mehr Melancholie, weniger Rock‘n Roll, mehr Pop. Auch er war auf dem Southside-Festival vertreten. Und jenseits der Bestätigung des Eindrucks, er sei vor allem unspannend, blitzte immer wieder sein Talent hervor. Sobald er die ausgetretenen Pfade des Rokoko-Hippietums verlässt, wird es interessant. Dann nämlich, wenn er sich an einen 5/4-Takt wagt, wenn er seinen normalen Stil mit Klezmer-Anleihen versieht oder wenn die Melodie der Tracks sich nicht nach den ersten zwei Akkorden erschließt. Dies gelingt ihm leider viel zu selten. Aber dass es ihm gelingt, lässt darauf hoffen, dass er in Zukunft einige gute Platten veröffentlicht. Vielleicht dann, wenn er die Anbiederung an die verspäteten Hippies materiell nicht mehr nötig hat. Solange allerdings, wird er vor allem durch seine Po-Ritze überzeugen, die zur Freude des Publikums immer wieder hervorlugt. Das ist eine Symbolik, die es versteht.

Filed on 27-06-2006, 22:10 under , , , , , & two comments & no trackbacks

Riot Grrrls on stage 7

Vor ein paar Wochen noch kannte ich die Band The Gossip nur dem Namen nach. Bei seinem Besuch in Köln, hinterließ Daniel einige feine Tracks. Darunter »Standing in the way of control« von – eben – The Gossip. Nach einem erneuten Blick auf das Programm des Southside-Festivals stellte ich fest, dass dort The Gossip auch vertreten sein würden. Als Bericht genügt, dass es großartig war. Diese Band rockt schwer. Wie man bei sengender Hitze in einem Zirkuszelt bei gefühlten vierzig Grad eine solch phantastische Show abliefern kann, bleibt mir vollkommen unbegreiflich. So gut sogar, dass man den Durst, den in Strömen fließenden Schweiß, der nun wirklich nicht nach Vanille oder gar Zimt riecht, vollkommen vergisst. Auch wenn die Wikipedia meint, man könnte die Musikrichtung als Post-Punk bezeichnen, so wird es The Gossip nicht gerecht. Viel zu spürbar sind Blues-Einflüsse, die mit harten Gitarrenriffs, der überwältigenden Stimme von Beth Ditto und deutlichen Remeniszenzen an Punk-Einflüsse The Gossip musikalisch zu dem machen, was sie aktuell sind: eine großartige Band.

Filed on 27-06-2006, 22:10 under , , , , , & seven comments & no trackbacks

Tomte und der Zorn der Musikindustrie 6

»Auf dem Hurricane-Festival hatten wir am Freitag eine Autogrammstunde um 16:00h gegeben, da war schon alles voller Schlamm und die Leute sehr betrunken. Dagegen wirkt das hier wie eine Versammlung von Spiegel-Lesern. In meiner Welt sind Spiegel-Leser ja was Gutes. Man muss schließlich wissen, was der Feind schreibt.«
Thees Uhlmann, Tomte
Ich beginne kurz von vorne, um dann mit dem letzten Ereignis zu schließen: von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend war ich in Neuhausen ob Eck, einem vollkommen wohlfeil zu ignorierendem Kaff auf der schwäbischen Alb. Das Einzige, das den Aufenthalt dort rechtfertigt, ist das jährlich stattfindende Southside-Festival. Leider endete das Festival gestern Abend nicht programmgemäß, sondern musste aufgrund heftiger Sturmböen unterbrechen werden – und das am Anfang des Auftritts von Tomte. Erst einige Stunden später wurde es dann fortgesetzt – allerdings ohne mein Beisein, ich hatte auf eine Absage angesichts des Wetterumschwungs spekuliert und war inzwischen gegangen.
Hatte Thees Uhlmann, der Frontmann von Tomte, am Anfang noch im Hinblick auf die aufziehenden Regenwolken vom Zorn der deutschen Musikindustrie gesprochen, der über die beim Independent-Label Hotel van Cleef unter Vertrag stehende Band, hereinbreche, so fragte er sich beim dann folgenden Abbruch schon, ob er wirklich ein so großes Arschloch sei. Neben der großartigen Musik, für die sich Tomte seit Jahren verantwortlich zeigt, macht die Intelligenz der Band diese sehr angenehm. Die Fraternisierung mit den vorrangig pubertären Zuschauern hat sie nicht nötig, vielmehr wird das Konzert mit einem Glas Wein in der Hand begonnen. Schade, dass es nur für drei Stücke gereicht hat.

Filed on 26-06-2006, 19:07 under , , , , , , & six comments & no trackbacks

Blutgrätsche, reloaded 16

Das hier erwähnte Shirt ist endlich da. Die Naturfreundejugend hat sich zwar Zeit gelassen, aber immerhin passt es und es sieht entgegen aller Erwartung auch noch recht hübsch aus. Jedenfalls mit eingezogenem Bauch. Das Photo kommt von Frau Nachbarin, Dank dafür.
Ich hoffe nur, dass meine Kollegen nicht allzu sehr das Gesicht verziehen. Schließlich muss ich das die nächsten zwei Wochen tragen. Und das bei dem Wetter.

Filed on 13-06-2006, 20:08 under , , , , , , & 16 comments & no trackbacks

Chicorée-Salat mit frischer Ananas 14

Um den Beweis anzutreten, nicht nur für die Politikberatung, sondern durchaus auch für die Reproduktion nützlich zu sein, ausnahmsweise mal ein Rezept.


Continue reading "Chicorée-Salat mit frischer Ananas"

Filed on 06-06-2006, 10:10 under , , , , & 14 comments & one trackback

Ausverkauft 2

Glücklicherweise gehöre ich zu den exklusiven Besitzern einer Karte für’s Southside. (Tue ich doch, Stefan?). Außerdem steht das Programm und die Kollisionen sind akzeptabel.

Filed on 24-05-2006, 10:10 under , , , & two comments & no trackbacks

Werbeeinblendung 2

Gleich doppelt Interessantes nächste Woche. Am Mittwoch, 24. 5. geht es mit Thomas Ebermann, Rainer Trampert im Buchladen Le Sabot mit ihrem aktuellen Programm »Zu Gast bei Freunden« los. Am Donnerstag, 25.5. dann Daniel Kulla im Rahmen des Open Chaos beim Kölner Chaos Computer Club mit dem Vortrag »Entschwörungstheorie«.

Filed on 18-05-2006, 12:12 under , , , , , , , , & two comments & no trackbacks

Kafka mit dünnen Seiten 0

Gerade in Taschenbuchform eine Gesamtausgabe Kafka erstanden. Heute mein Glückstag, wie mir scheint.

Filed on 17-05-2006, 20:08 under & no comments & no trackbacks

Fetisch 0

Am Wochenende waren meine Eltern zu Besuch. Außer dass meine Mutter belustigt feststellte, dass man aus meinem Wohnzimmerfenster direkt auf das Kruzifix der katholischen Kirche blicken kann, dass dieses Hotel wirklich zu empfehlen ist und dass es wirklich schwierig ist, um den Zülpicher Platz herum eine Pizzeria zu finden hat es mir ein Paar neuer Schuhe eingebracht. Frisch aus dem Winterschlussverkauf (heißt heute anders, oder?), wunderbares schwarzes Oberleder, sehr hübsch verarbeitet und – um die Markenfans unter meinen Lesern zu befriedigen – von Marc O‘Polo. Dank dafür.

Filed on 08-01-2006, 20:08 under , , , , , & no comments & no trackbacks

Newer Entries ↘