»Ich glaube an das was ich sehe. Ich glaube an das, was vor mir liegt. Tausend Hellseher machen im Jahr zehntausend Vorhersagen, zwei oder drei müssen zutreffen.«
Monk und die Hellseherin, 2. Folge 1. Staffel
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Bei Marx heißt es ganz zu Anfang des Kapitals:
»Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut.«Aus dieser zentralen Erkenntnis folgernd, kann man bei Adorno nachlesen, Kulturindustrie und -produktion sei eine »willentliche Integration ihrer Abnehmer von oben«. Nun denn, der Wille ist da, nur das Angebot so schlecht. Sobald man sich von der Latenz hin zur Intensivität wagt, so wird man enttäuscht. Will man sich unterhalten lassen, so ist das Angebot so schlecht. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, so der Titel des gleichnamigen Aufsatzes von Benjamin, bietet in seiner normativen Form zu wenig. Machen wir es kurz: ich war im Kino und der Film war schlecht. »Inside Man«, der neue Streifen mit von mir sehr veehrten Denzel Washington ist dermaßen misslungen, dass jede geschriebene Zeile eine zu viel ist. Die Geschichte ist schnell skizziert: ein superschlauer Bankräuber überlistet alle, ist ja auch klar, sein Papa trägt eine Kippa, er muss also schlau sein. Sein Gegner ist einerseits ein wohlhabender Bankier, selbst Jude, wie die Kameraführung dem Zuschauer beim Schwenk über Chanukka-Leuchter und Magen David vermittelt. Jener Bankier ist ein übler Finger, bereichterte er sich doch in der Zeit des Nationalsozialismus am Leid seiner Glaubensbrüder und -schwestern. Nun gut, der Bankraub gelingt natürlich und der gute Polizist, umhüllt von Intrigen, bringt die Wahrheit ans Licht. Wir lernen: Juden sind entweder arm und gewitzt und gut oder reich und böse. Wenn sie letzteres sind, profitierten sie vom Nationalsozialismus. Über schwarze Polizisten lehrt der Film: sie heben im Gespräch mit ihren Freundinnen immer die Größe ihrer Geschlechtsteile hervor und die Freundin ist zudem ein verdorbenes Luder ist, dass nach getaner Arbeit nur darauf wartet, es ihrem Helden gar heftigst zu besorgen.
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Angenommen, ich möchte ins Kino gehen, welchen Film sollte ich mir derzeitig unbedingt ansehen? Brokeback Mountain?
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Today I’ve played around with onlinetvrecorder.com. Quite a nice tool. As I’m not owning a television or a TV-card this is the fitting replacement. There is a linux-encoder and it’s possible to watch the WMV-videos by using the win32codecs.
Quoting Jens Ohlig, it’s too much overhead to have a TV just to watch Arte or 3Sat. But nevertheless, the first record I’ve downloaded was an RTL-serie, so you know what I mean!
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»Ein Volk wartet auf seinen Untergang«, so titelt die Seite zum Film der Untergang. Der Führer in seinem Bunker, seine Sekräterin Traudl Junge, Frau Goebbels, der SS-Arz Schenk und Speer, Architekt der architektonischen Monstranz sind die Plotfiguren. Im web-cam Stil werden die letzten Tage im »Führerbunker« auf die heimische Mattscheibe bzw. die Kinoleinwände gebannt. Man sieht einen Onkel Adolf, der weint, eine Traudl Junge, die symbolisch für das unschuldige, das unbefleckte Deutschland steht und einen Albert Speer, der ebenso als Mann des Zweifels, Mann des Gewissens und Mann der großen Taten historisiert wird. Also ein wunderschöner Plot um den Deutschen, die ja angeblich so munter alles verrabeitet haben und heute mit Vorliebe Vergangenheitsbewältigung als Exportschlager präsentieren, ihren Führer mal »ganz anders« nahe zu bringen. Pädagogenkino par excellence.
Das Feuilleton stritt sich v.a. ob man dies dürfe: darf man deutsche Geschichte schon so zeigen oder ist es vielmehr angebracht, sich den alten, belehrend-pädagogischen – und zugleich nicht weniger revisionistschen – Stil beizubehalten, um seine Zuschauer nicht abzuschrecken. Eines sei vorweg genommen: das Experiment ist geglückt. Der Untergang zählt zu einem der meistbesuchten Filme und dient als Beweis deutscher Läuterung im Ausland.
Das es mit dieser Läuterung nun nicht ganz so weit her ist, dass versuchen verschiedene Autoren in dem Buch »Filmri:ss« herauszuarbeiten. Der Film wird unter künstlerischen, gesellschaftlichen und geschichtspolitischen Gesichtspunkten auseinandergenommen. Thomas Nöske analysiert den Film als künstlerisches Werk und attestiert der deutschen Befangenheit, die Kontemplation, die Schoppenhauer als signifikantestes Charakteristikum eines Kunstobjekts ausmacht, nicht herstellen zu können. Der Film ist, so Nöske weiter, für eine Dokumentation zu seicht und für einen Kunstfilm zu befangen. Jan Weyand geht im Kapitel »So war es!« der Frage nach, in wieweit dieser Film der derzeitig immer üblicher werdenden Umdeutung deutscher Geschichte als Geschichte der deutschen Opfer in die Hände spielt. Alexander Ruoff hingegen betrachtet das Bernd-Eichinger-Machwerk in der popkulturellen Traditionslinie und analysiert zugehörige Diskurse. Birgit Schmidt lässt das Verquere mit der Betrachtung der Nazi-Frauen als willenloses, emotional geleitetes Subjekt beginnen und deutet diesen cineastische Untergang als eingebetteten Versuch, über den Umweg der »symphatischen Nazi-Frau«, Unpopuläres in das Bedürfnis nach nationaler Identität einzubinden.
Dieses wirklich bunte Sammelsurium an Meinungen, Betrachtungsweisen und auch unterschiedlichen Schlüssen macht das Buch, das mehr einer Textsammlung gleicht, so spannend zu lesen. In jedem Kapitel überraschen den Leser wieder andere Gesichts- und Schwerpunkte.
Den insgesamt positiven Eindruck trüben die vielen Tippfehler, eine weitere Korrektur hätte sicherlich gut getan. Ebenso wirkt Buch teilweise mehr wie ein Plot denn ein fertiges Buch. Zu viele Gedankengänge sind scheinbar nur angelegt und unvollendet. Wer dennoch einmal Geistreiches über diesen Film lesen möchte, sollte zugreifen.
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Vor einigen Tagen habe ich gemeinsam mit Hanno Böck den Film Route 66 – ein amerikanischer Alptraum angesehen. Dem Blogartikel ist nichts hinzuzufügen.
Viel interessanter dann heute der Film CH7, der wirklich erste Film unter einer freien Lizenz (naja, in jedem Fall so ein bisschen frei). Der Film manifestiert die adornitische Erkenntnis
“…in dem lückenlosen Gefüge der Verdoppelung der Realität durch die technische Apparatur des Films wird jede Intention, und wäre es selbst die Wahrheit, zur Lüge.”in der doppelt absurden Form der cineastischen Reinkarnation. Also die Kritk vermittelt sich durch das Kritisierte.
Minima Moralia
Story:
Der Film beginnt mit einer Szene in der zwei Bewerber einer Schauspielschule innerhalb des konkurrierenden Prozesses unterliege, sprich: nicht angenommen werden. Die weibliche Protagonistin tritt hieraufhin eine Stelle als Mädchen für alles bei einem Fernsehsender, CH7, an. Frustriert über die Verfasstheit der Medienwelt und ihrem Job hierin, beschließt sie, gemeinsam mit dem anderen “Durchgefallenen” einen Film zu drehen. Hinzu kommt einer ihrer Freunde, notorisch pleite und mit strafrechtlich eher gräulicher Weste bekleidet, welcher das Trio komplettiert. Aufgrund der fehlenden Finanzmittel und eines missglückten Versuchs, dieses Problem durch einen Besuch an der Quelle, einen Banküberfall, zu lösen, stiehlt die Hauptdarstellerin (Tina, gespielt von Denise Meilli) eine Kamera des sie beschäftigenden Senders CH7. Damit beginnen die drei ihr krudes Filmprojekt. Nun beginnt der weiter unten genauer ausgeführte Film im Film. In Ermangelung eigenen Personals werden die Darsteller des Film jeweils, Szene für Szene, rekrutiert. Und dies mit Teils obskuren Mitteln. So wird ein nicht genauer spezifizierter Besuchers einer zur medialen Selbstbeweiräucherung angelegten Veranstaltung unfreiwillig der filmischer Mörder der Leaderin einer klassisch-nervigen Girlieband. Die Antizipation des Endes würde dem Film sein Geheimnis und somit sogleich auch seine Intention rauben. Schaut ihn euch doch einfach selber an.
Der Film, dessen erweiterter und formulierter Kontext die Frage des Widerspruchs zwischen Kreativität und Konsum ist löst diese Frage gleich doppelt absurd auf. Darsteller des Film sind zugleich Vermittler und Ziel der eigenen, in sich vermittelnden Kritik. Das cineastische Werk erlaubt sich hierbei viele hübsch verwendete Anleihen an Goethes Faust (Film im Film, vgl. Szene Walpurgisnacht, Faust I, Theater im Theater) und dem klassischen
“Habe ach nun hier Juristerei und MedizinDies macht den Film sehr reizvoll. Hinzu kommt die politische Intention der Macher des Films, welchen damit eine Intervention in die Debatte um Copyrights, Patente u.ä. gelingen wollte.
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!”
Johann Wolfgang v. Goethe, Faust I, Szene Nacht
Macht weiter so!
Schließen möchte ich, wie so oft, mit den Worten meines Hausgotts Adorno, welche ich recht passend finde und dem Film anhein stellen möchte:
“Der totale Zusammenhang der Kulturindustrie, der nichts ausläßt, ist eins mit der totalen gesellschaftlichen Verblendung. Darum hat er mit den Gegenargumenten so leichtes Spiel.”
Theodor Wiesengrund Adorno, Minima Moralia, S. 275
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The following film review will be in german language, because I’m sure it will bring more linguistic elegance ;)
Zitat von Bernd Wurst nachdem er I, Robot gesehen hatte:
“Es ist zwar Hollywood-mäßig überdreht und Science-fiction-mäßig dargestellt, aber wenn man das mal ausblendet, hast du das, was wir in ein paar Jahen mit TCPA haben”
Nun, gut, dachte ich. Auch wenn ich sonst solcherlei Filme eher links liegen lasse (oder rechts?), den werd ich mir nicht entgehen lassen. Montag ist “Spardägle” im Union-Kino in Ludwigsburg. D.h. relativ wenig Geld für viel Kino oder wenn der Film schlecht ist, ists auch egal, das Kino war nicht teuer. Der erste Schock am Eingang: “Raubkopierer sind Verbrecher”, die unsägliche Kampagne der Filmindustrie. Nun gut, Schock mit einem feinen Bacardi Breezer Lemon (Vorsicht: Flash und erst ab 18 gg) verdaut und dann mutig zur Kasse geschritten. Einen netten Platz ausgesucht und dann rein ins Kino. Da ich glücklicherweise schon zu spät dran war, kaum noch Werbung sondern nur den letzten Spot vor Filmbeginn. Der allerdings war abermals ekelig (“Aber meiner hat den knackigeren Arsch”). Btw: Warum gibt es im Kino eigentlich kein Bacardi??
Der Film beginnt, New York im Jahre 2024. Ein durchtrainierter Will Smith mit offensichtlich größeren Schulterproblemen räkelt sich müde auf der Leinwand und zum ersten mal fällt auf: das Kino hat keinen guten Sound. Auch wenn hier wieder ein Bacardi angebracht gewesen wäre, gab es das selbstredend wieder nicht. Der Film nimmt seinen üblichen Lauf, Will Smith als anachronistischer Cop, der sowieso schon alles vorher wusste, entdeckt das Böse ressentimenthaft in der Technik die den Menschen behilflich ist, Roboter die menschenunwürdige Aufgaben übernehmen und weitere Nettigkeiten. Dann stirbt der Professor, der ihm kürzlich einen neuen Arm schenkte und der Verdacht kommt auf, dass ein Roboter dahintersteckt. Smith enttarnt daraufhin, dass ein Zentralcomputer die Kontrolle über die neue Robotergeneration übernommen hat. Nach einigen kleineren Irrungen steuert er zielsicher auf die Rettung der Welt vor der bösen Technik zu. Das ist dann auch der komplette Inhalt des Filmes und man geht mit dem sicheren Gefühl nach Hause: dieser Film lohnt sich nichtmal am “Spardägle”. Als Aesthetik-Fan ärgert man sich auch über die unterste Qualität der Spezialeffekte. Eine Szene: W. Smith wandelt durch einen Containerwald. Hinter ihm die Ruinen der Golden Gate Bridge. Die Landschaft und mit ihr die Brücke wirken eher wie einen Lucky-Luke-Zeichentrick Kulisse als wie eine gut gemachte Landschaft.
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