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So ein Theater: Schöne neue Welt 5

War sowohl am Freitag Abend als auch am Sonntag in einer Theaterfassung des Romans »Schöne neue Welt« von Aldous Huxley. Das hier lokal sehr bekannte »Horroladenteam«, eine Gruppe recht junger Theaterschaffender mit kitschig-gesellschaftskritischem Anspruch, betreuten die 11. Klasse der Freien Waldorfschule Ludwigsburg hierbei. Nun ist es schon etwas länger her, dass ich mir dieses Buch ins Hirn schüttete und so war ich immer wieder belustigt über die doch immer wieder hübschen Aphorismen, Merksprüche und beißenden Analysen, die dieser Text zu bieten hat. Dinge wie »Philosophie ist dazu da, um das was man intuitiv sowieso denkt mit einer schlechten Erklärung zu versehen« sind nunmal sehr kurzweilig, unabhängig von ihrer Korrelation zur Realität.

Allerdings wurde mir immer deutlicher, dass Theater nicht als politische Praxis oder politischer Ausdruck taugt, sondern ausschließlich als Belustigung, als Müßiggang, als Vergnügen. Was ja nun wahrlich nicht das Schlechteste ist. Aber eben nicht mehr. Der große Unterschied zwischen dem Theater und dessen, was die Realität an Kritik »benötigt«, ist die Existenz bzw. Inexistenz von Personen, die Objekt der Kritik sind. Gibt es im Theater den Bernhard Marx, der beschimpft und zum Dauerversager stilisiert werden kann, den Gott, an dessen Unvollkommenheit sich der Faust reibt oder auch Claudius, der für Hamlet das Böse verkörpert, so ist die Realität sehr viel komplexer. In ihr ist es zwar möglich aber falsch, gesellschaftliche Kritik personal, also verkörpert, zu transportieren. Theater ist maximal gesellschaftskritische Folklore, kitschig-romantische Persiflage auf das was Gesellschaftskritik zu sein hätte.

Aber zurück zum Stück: insgesamt war es ausgesprochen schön, wenn auch sehr lang. Manche Passagen wirkten schauspielerisch unterbelichtet, die dramatische Leistung einiger Schüler und Schülerinnen war teilweise eher belanglos, bspw. die ausgesprochen schwach besetzte Rolle des »Bernhard Marx«.
Aber wo das »Horrorladenteam« ist, da sind gute Sounds nicht weit. In für diese Truppe typischer Manier, zeigte man durchaus gerne und teilweise überausführlich, was man an technischem Schnickschnack zu bieten hat. Dieses Faktum alleine wäre unproblematisch. Trifft aber überbordende Technik mit schauspielerischem Unvermögen zusammen, so wirkt es kleisterhaft und getüncht, wo Mut zur Ehrlichkeit, zum Unvermögen gefragt wäre.
Nun aber noch ein bisschen Lob: phantasisch und unvergessen bleibt »Der Wilde«, die Besetzung der Mutter und der Aufseher des Reservats. Gratulation.

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Dreizehn Jahre Waldorfschule - Ein Resumé 104

Update: Ich kann aus Zeitgründen nicht auf alle Kommentare eingehen, die hier eintreffen, stelle aber gerne das Forum für eine rege Diskussion. Grundformen der Höflichkeit bitte ich zu beachten, das Web ist schließlich keine Toilette, ebenso wie wenigstens der Versuch unternommen werden darf, eine kohärente Argumentation zu verfolgen. Kommentare jener Autoren, denen diese Fähigkeiten vollständig abgehen, werden – nunja – nicht freigeschaltet. This’ my turf.

Nun sind sie also vorbei, die dreizehn Jahre, in denen ich eine Schule besuchte, deren geistigen Vater ich verachte, seit ich das Denken lernte und deren politische und weltanschauliche Implikationen ich seit diesem Zeitpunkt kritisiere.


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