Am Wochenende war der Lieblingsbruder zu Besuch. Jenseits dessen, dass er hier bei »Paint it Black« abgeräumt hat und er gezwungen wurde, am Programm für musikalische Früherziehung teilzunehmen, sich also das »van Cleef«-Festival reinziehen musste, bleibt es ja nun doch nicht aus, dass man sich unterhält. Er ist gar nicht so viel jünger, genauer gesagt, drei Jahre jünger und so älter wir werden, umso mehr nivellieren sich die Unterschiede. Wenn der Kleine (und dieser Titel ist, einmal vergeben, für die Ewigkeit) aber über seine Internet-Gewohnheiten erzählt, wird einem schummrig. Offensichtlich wächst da die Generation der heute 16, 17-Jährigen heran, die – wie selbstverständlich – das Internet als Möglichkeitserweiterung begreifen, ihr »richtiges Leben« (jaja, bisher ist’s kein Richtiges, schon gut) mit anderen Mitteln fortzuführen. Da wird social software ganz normales Mittel der Distinktion, die virtuelle Identitäten sind austauschbar wie die Sonstigen. Und das mit einer engen Rückkopplung an die Wirklichkeit, die all die Steinzeitängste vergessen lassen. Stellt sich mein Umfeld noch regelmäßig die Frage, ob es wirklich cool ist, Frauen via Internetz kennen zu lernen und würde ich es niemals zugeben, das jemals getan zu haben, so ist das einfach egal. Just another place. Sehr lehrreich, so ein Gespräch. Die Frage »wieviel Computer für’s Kind« gibt sich langsam selbst der Lächerlichkeit preis. Haben Eltern schon längst den Überblick verloren, was ihre Kids da so im Netz treiben, so wird diese digitale Kluft immer größer. Filesharing, Youtube-Videos gucken, bloggen, Mails schreiben, chatten, Foren benutzen, social software wie MySpace, Kwick, o.ä und vor allem deren Kombination ist an ganz schön vielen Leuten vorbeigezogen. An mir im Übrigen im Endeffekt auch. Sich mit zwanzig alt fühlen, wenn der Kleine erzählt – der reality crash zum Wochenende.
Comments
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Classless Kulla says:
published on 2006|08|07, 23:49hDafür fühlen sich dann wiederum 25jährige in deiner Umgebung alt.
Lars Strojny supposes:
published on 2006|08|07, 23:59hDas hingegen ist ja gar keine Fehlwahrnehmung, lieber Daniel :-)
mr_spuck answers:
published on 2006|08|08, 13:18hda muss ich widersprechen, ich kam mir in Lars’ Gesellschaft auf dem Southside 06 nicht wirklich alt vor …
mr_spuck responses:
published on 2006|08|08, 13:50hupps, hab ich doch tatsächlich vergessen zu erwähnen, dass ich bereits 31 Jährchen hinter mich gebracht habe …
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