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Konsequenter Schritt 15

Es gibt ja klassische Beispiele für Branchen, die meinen, gegen die Geschichte im negativen Sinne aufstehen zu können. Angenommen, bei der Einführung des Autos hätten die Postkutscher sich gegen eben jenes zur Wehr gesetzt, es wäre vergleichbar mit dem peinlichen Aufstand, den die Musikindustrie derzeitig gegen Downloader wagt. Einem ähnlichen Aufstand frönen die Freunde des »sauberen« Radsports, die ach so furchtbar finden, dass immer mehr Doping-Fälle bekannt werden. Dabei sind die Leistungen, die diese Sportler vollbringen, längst nicht mehr ohne Drogen zu schaffen. Man sollte also schnellstens darüber nachdenken, den Gebrauch von Amphetaminen, Steroiden usw. zur Gänze zu legalisieren. Ähnlich den Reifenherstellern in der Formel 1, in der die Fahrer längst nur noch vernachlässigbares Teilchen des »Gesamtsetups«, wie es so euphemistisch heißt, sind, könnten dann endlich die Pharmakonzerne munter gegeneinander antreten und hätten einen wunderbaren Werbeeffekt: »Bayer: Dopingpartner der Gewinner der Tour de France 2007, 2008 und 2009« – ein Untertitel der durchaus etwas hermacht.

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Comments

  1. Rayson states:
    published on July 30th 2006, 12:02:37 am *

    Sieht der Klassenfeind auch so:
    http://www.bissige-liberale.com/2006/07/27/sire-geben-sie-doping-freiheit/

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  2. Lars Strojny says:
    published on July 30th 2006, 02:49:54 pm *

    Oh nein. Und er war auch schneller. Das ist für Liberale vermutlich ein ganz neues Gefühl :-)

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  3. Rayson answers:
    published on July 31st 2006, 09:01:34 pm *

    Nein, der Normalfall ;-) Aber natürlich lag es daran, dass ich 80% des Textes schon zu Tourbeginn in einem anderen Medium zum Besten gegeben hatte…

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  4. Lars Strojny answers:
    published on July 31st 2006, 09:37:12 pm *

    Sie dürfen auch in anderen Publikationen schreiben? Freuen Sie sich, nach der Revolution können Sie das mal erden. Nur dass Sie’s wissen.

    Reply

  5. Rayson returns:
    published on August 2nd 2006, 10:02:41 am *

    Ist o.k. Wenn die Revolution kommt, werde ich mit der Hurd-Installation auf meinem Rechner genug zu tun haben.

    Reply

  6. Lars Strojny says:
    published on August 2nd 2006, 07:58:05 pm *

    Das ist doch eine Perspektive. Glück verallgemeinern heißt mehr Hurd-Installationen für Liberale!

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  7. Rayson reckons:
    published on August 3rd 2006, 08:31:21 pm *

    Aber Vorsicht, daraus könnte eine neue Avantgarde bei gleichzeitig überflüssiger Arbeiterklasse entstehen…

    Reply

  8. Lars Strojny responses:
    published on August 3rd 2006, 08:55:55 pm *

    Bei der überflüssigen Arbeiterklasse sind wir uns vermutlich noch einig. Die Frage ist halt, was macht man mit den Schichten, die nach unten wegbrechen. Bei euch freut man sich beim Bier darüber, dass »Wer nicht arbeitet, verhungert«, während selbst die blasse Empirie verrät, dass es genug Bier gäbe, es nur verteilt werden muss, bzw. gesellschaftliche Modi gefunden werden, in denen eine solche Verteilung im Sinne einer Administration sinnlos wäre.

    Reply

  9. mawa answers:
    published on August 4th 2006, 02:40:31 pm *

    In der versöhnten Gesellschaft braut sich das Bier nämlich von selber, und glückliche Steine mit niedlichen Kulleraugen tanzen Pariser Cancan auf dem Grunde der achtstimmig Zwölftonkantaten singenden Bäche.

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  10. Lars Strojny replys:
    published on August 4th 2006, 02:48:26 pm *

    Nimm dir doch mal ein Beispiel an deinem politischen Gesinnungsgenossen Rayson und werde zumindest lustig. Dann macht das mehr Spaß. Aber so geht das wirklich nicht.

    Reply

  11. mawa replys:
    published on August 6th 2006, 10:16:14 pm *

    Soll ich das aus deinem Munde jetzt realsatirisch oder bloß traurig finden?

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  12. Rayson responses:
    published on August 9th 2006, 12:03:27 am *

    Sorry, dass ich das etwas aus den Augen verloren habe. Aber ich gebe halt nur ungern zu, dass wir Liberale uns beim Bier an Verhungernden erfreuen. Dabei ist das wirklich unsere Lieblingsbeschäftigung. Aber der gute Marxist wird hoffentlich Rücksicht walten lassen: Wir sind nur Opfer des Überbaus. Solche zum Beispiel, denen wie Mawa der Gedanke fremd ist, dass Produkte entweder vom Himmel fallen oder das Ergebnis pathologischen Handelns sind.

    Abends, nach dem Gebet, weine ich bitterlich in mein Bett, warum der liebe Gott mir keine Ideologie hat angedeihen lassen, die das fröhliche Verteilen zur Lösung aller Probleme verklärt. Das würde mir noch mehr Spaß machen als anderen beim Verhungern zuzusehen. Ehrlich.

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  13. mawa opines:
    published on August 9th 2006, 11:08:56 am *

    Produktion ist doch einfach total neunzigerjahremäßig.

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  14. mawa says:
    published on August 1st 2006, 12:45:50 am *

    Der Gedanke ist alles andere als neu originell. Er war 1978 anscheinend schon naheliegend genug, um eine ganze Geschichte daraus zu machen:
    http://www.geocities.com/Area51/Shire/2797/shw.htm

    Reply

  15. mawa means:
    published on August 1st 2006, 12:53:04 am *

    Hm, unfreiwillig stellt sich jetzt die Frage, ob "neu originell" das Gegenteil von "alt originell" ist :)

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