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Das Décolleté des Adam Green 2

Bisher fiel mir Adam Green vor allem durch eines auf: mir schon immer skurril erscheinende Waldorfschüler fanden ihn großartig, wiesen mich immer wieder darauf hin, ihn doch unbedingt zu hören, er sei so überaus genial und – wie könnte es anders sein – witzig. Ich fand ihn vor allem konventionell. Eine Mischung aus hippiesker Flowerpower-Ästhetik und seinem Nimbus als junger, leicht entrückter Songwriter. Irgendwo zwischen George Harrisson und Jack Johnson, weniger Strand, mehr Melancholie, weniger Rock‘n Roll, mehr Pop. Auch er war auf dem Southside-Festival vertreten. Und jenseits der Bestätigung des Eindrucks, er sei vor allem unspannend, blitzte immer wieder sein Talent hervor. Sobald er die ausgetretenen Pfade des Rokoko-Hippietums verlässt, wird es interessant. Dann nämlich, wenn er sich an einen 5/4-Takt wagt, wenn er seinen normalen Stil mit Klezmer-Anleihen versieht oder wenn die Melodie der Tracks sich nicht nach den ersten zwei Akkorden erschließt. Dies gelingt ihm leider viel zu selten. Aber dass es ihm gelingt, lässt darauf hoffen, dass er in Zukunft einige gute Platten veröffentlicht. Vielleicht dann, wenn er die Anbiederung an die verspäteten Hippies materiell nicht mehr nötig hat. Solange allerdings, wird er vor allem durch seine Po-Ritze überzeugen, die zur Freude des Publikums immer wieder hervorlugt. Das ist eine Symbolik, die es versteht.

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Comments

  1. classless returns:
    published on June 28th 2006, 06:47:30 pm *

    Adam Green war mal gut, als er noch die eine Haelfte der Moldy Peaches war; dass seine Metamorphose ins Gefaellige und Beliebige unbedingt mit dem Geld zu erklaeren ist, halte ich fuer eine gewagte These. Eher ist es andersrum: er verdient jetzt mehr, weil er solche Musik macht.

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  2. Lars Strojny supposes:
    published on June 28th 2006, 08:46:05 pm *

    Ah, interessant.

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