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Opel-Gepöbel

published on 2006|05|23

Um das mal zu paraphrasieren: da ist ein Unternehmen, dessen Zweck es ist, Profite zu machen. Ein landläufig recht verbreitetes Mittel der Steigerung der Profitrate über die Erhöhung der Einnahmenseite ist Werbung. Häufig in Form bunter, mehr oder weniger designschöner Bildchen, mal in Form eines Werbespots im Flimmerkasten oder auch als Spam im Email-Eingang. Eine andere Form ist Blogger (1, 2, 3 und 4) zu bezahlen, auf dass sie sich einige Wochen mit dem Produkt schmücken und ihm so die gewünschte Credibility oder was auch immer verschaffen. Diese Opel-Aktion ist das Kosmetikpröbchen aus der bevorzugten Drogerie in groß. Sich darüber zu mockieren, dass es Unternehmen gibt, die auch noch Werbung machen und – oh, Schreck – auch noch Profite erwirtschaften wollen erinnert mich stark an Moraltheologie. Und wenn herzige Anhänger einer solchen Moraltheologie, beispielsweise Musikjournalisten ein Indy-Fan das Independent Genre des Bloggens bedroht sehen, dann haben sie leider nicht ganz verstanden, was das Independent Genre auch sonst ist: die Erschließung eines anderen Käuferkreises denen Tokio Hotel zu jung und Madonna zu populär ist. It’s just a matter of chique und nichts anderes passiert gerade. Ich finde es angenehmer, wenn Tomte Geld verdient, als wenn sie das nicht tun. Die Musik gefällt mir trotzdem. Der schöne Schein des Independent – eben ein Schein.

Anmerkung: bevor jemand sich meint investigativ betätigen zu müssen und mit der Wucht des brutalstmöglichen Aufklärers der Netzgemeinde schlimme Dinge über mich verrät: wie auf hier zu lesen ist, arbeite ich für die Firma, die das Opel-Dingens technisch betreut und war nicht wenig in die technische Realisierung von astra.blogg.de involviert.

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Comments

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Julia says:
published on 2006|05|23, 12:43h
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Kannst auf der über-dich-Seite ja noch hinzufügen, dass du Redakteur der philtrat bist :)

Christian opines:
published on 2006|05|24, 20:46h
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Dann fordere ich einen Link für die KM ;-)

maternus says:
published on 2006|05|23, 15:11h
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Si tacuisses…

Begriffliche Sauberkeit und Wissen hätten dich daran gehindert, eine möglichwerweise profitfeindliche bzw. mokante Haltung mit dem Wort "Moraltheologie" zu etikettieren. Die Kritik an der Opelblogaktion richtet sich nicht gegen ein profitorientiertes Unternehmen, genausowenig wie sich die Moraltheologie auf eine moralinsaure Verbotssammlung reduzieren läßt.

Lars Strojny responses:
published on 2006|05|23, 15:39h
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Jetzt bin ich überzeugt. Aber um das etwas auszubauen: unter einer profitfeindlichen Position kann ich mir mal gar nix vorstellen. Unternehmen sollen nur noch keinen Gewinn erzielen? Das Null-Wachstum als moralisches Gebot? Interessante Idee. Der Grund meiner Kritik ist ja noch nichtmal, dass ich das schöne Bunte a priori für schön und bunt genug halte, um zu genügen, nein, ich halte nur das Grau, dass den schönen Schein nimmt, ohne ihn durch probates zu ersetzen, für wenig hilfreich. Und zur leidigen Moraltheologie: formgebend für sie ist, dass sie das was ist, also sich gesellschaftlich setzt, als gegeben betrachtet und innerhalb der Formgebung sich um Ausgestaltung dieser Form bemüht. Klassisches Malen nach Zahlen eben.

Dr. Dean responses:
published on 2006|05|23, 17:08h
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"da ist ein Unternehmen, dessen Zweck es ist, Profite zu machen."

Etwas trivialer Einstieg. Und dann?

"Sich darüber zu mockieren, dass es Unternehmen gibt, die auch noch Werbung machen"

Sorry, ich finde: Immer noch Thema verfehlt. Aber es kommt ja noch was:

"Wenn herzige Anhänger einer solchen Moraltheologie, beispielsweise ein Indy-Fan das Independent Genre des Bloggens bedroht sehen, dann haben sie leider nicht ganz verstanden, was das Independent Genre auch sonst ist: die Erschließung eines anderen Käuferkreises."

Das Argument kann ich besser nachvollziehen. Meine unwesentliche Meinung dazu:

Soweit Werbung das Thema ist, zählt durchaus das wo und wie. Z.B. Transparenz. Und soweit es Blogs betrifft: Es ist z.B. die Frage, wie "authentisch" ein Blogger ist, wenn er seine Leser verarscht, indem er ihnen einen unveröhnlichen Streit vorpielt, der in Wahrheit die Verarbredung zum gemeinsamen Kaffeeklatsch darstellte, ein amüsanter Spaß zwischen einem Blogger und einem "schon länger" freundlich bekannten Kommunikationsdesigner.

Aber gut: So wichtig ist das nun wieder auch nicht. Irgendwie ziemlich opelig das Ganze.

Lars Strojny reckons:
published on 2006|05|23, 21:07h
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Dein Meinung, sehr schön. Nur leider bleibst du die Begründung und den Zusammenhang schuldig, warum ich einen qualitativen Unterschied sehen soll. Ich weiß schon, Stil und so. Aber ist das etwas worüber neuerdings seriös befunden werden soll?

Dr. Dean returns:
published on 2006|05|25, 13:29h
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"Nur leider bleibst du die Begründung und den Zusammenhang schuldig, warum ich einen qualitativen Unterschied sehen soll."

Du sollst doch garnicht. Und ich schulde dir nichts. Ich kann Dir vermutlich sowieso nicht so gut erklären, wie es vielleicht notwendig wäre, dass z.B. Redaktion und Werbung strikt getrennt werden. Ich kann diese Meinung nicht beweisen, ist ja auch eher eine Glaubensfrage.

Wenn man z.B. der Meinung ist, sorry, hier überspitze ich jetzt Deinen Standpunkt, dass Werbung alles darf (als doofer Konsument bin ich da etws anderer Auffassung), wie kann so jemand überzeugt werden?

Sowas ist nicht mein Job, vor allem: Ich könnte es nicht, dazu fehlt es mir an Sprachgewalt, an Argumentationsgeschick, ach such es Dir aus.

Du schreibst: "Ich weiß schon, Stil und so."

Nee, sorry, mir ging es um etwas völlig anderes, und ich habe das eigentlich auch ziemlich genau ausgedrückt, als ich dies schrieb:

"Es ist z.B. die Frage, wie "authentisch" ein Blogger ist, wenn er seine Leser verarscht, indem er ihnen einen unveröhnlichen Streit vorpielt, der in Wahrheit die Verarbredung zum gemeinsamen Kaffeeklatsch darstellte, ein amüsanter Spaß zwischen einem Blogger und einem "schon länger" freundlich bekannten Kommunikationsdesigner."

Ist dieser Absatz so schwer zu kapieren??

Vermutlich rede ich chinesisch und bin für Dich völlig unverständlich, mit der Art, wie ich mich ausdrücke. Vielleicht fehlt es auch an Hintergrundwissen, dass ich nicht mitgeliefert habe. Ich versuchs nochmal etwas anders:

Ich bin halt der Meinung, das wo und wie von Werbung spielt eine Rolle. ES spielt auch eine Rolle, worüber Du berichtest, wenn Du viele Leser hast und diese Leser dir Vertrauen.

So, das ist meine grundsätzliche Sichtweise. Nun das Konkrete im Fall Opel-wirres-poodle:

Man kann hier einen starken Vertrauensbuch sehen, auch darin, wenn sich der betroffene Opelblogger in seinen Schmollwinkel zurückzieht und seinen Lesern mitteilt, dass er die meisten von ihnen soweiso nicht kennen lernen will, weil sie seiner Meinung nach alle irgendwie abartig sind.

Du siehst das vielleicht auch etwas anders. Von wegen: "Stil". Auch OK. Ich bin halt der Meinung, dass es falsch ist, Leser zu verarschen mit einem erfundenen und aufgebauschten Blogflamewar, von wegen "wirres vs poodle", bei dem die Protagonisten, während sie sich über ihre Leser totgelacht haben, miteinander Kaffee trinken waren.

Man kann auch anders sehen. Ja. Es kann lustig sein, die dummen Leser zu verarschen. Und auf diesem Weg den Aufmerksamkeitswert der Werbung verbessern. Hey: Das ist nicht nur lustig, es ist auch hochintelligent. Sowas in der Art, nicht ganz so prollmäßig, machen z.B. auch Saturn und Mediamarkt, welche in Wahrheit zusammenarbeiten.

Wenn ich einzelne Aspekte der Opel-Wirres-poodle-Story anders beurteile, oder da auf andere Dinge achte: Hey, das ist doch kein Unglück! Sowas ist Pluralismus. Ich will Dich garnicht überzeugen. Dein Standpunkt hat sicherlich auch viel Gutes. Also: Tschüss, und machs gut!

Lars Strojny answers:
published on 2006|05|25, 18:45h
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Also jenseits dessen, dass ich auch häufiger vor den Kommentaren in meinem Weblog hocke und mich frage, warum mich manche eigentlich lesen, mit denen ich gar nix zu tun haben will, ist doch die Frage des ernst nehmens eine beidseitige Angelegenheit. Wenn mich meine Leserschaft irgendwann beginnt so ernst zu nehmen, als dass ich mir Sorgen um ihren Subjektstatus machen müsste, würde dieses Blog geschlossen werden und ich auswandern. Zudem es gibt halt so Dinge, über die ich nicht verhandele. Ich rede zum Beispiel nicht über den IQ des aktuellen US-Präsidenten, weil ich diese Frage für nachrangig und nicht beurteilbar halte, ebensowenig diskutiere ich über den Sinn und Unsinn von nationaler Befreiung, das Existenzrecht Israels oder moralisches Klimmbimm. Wenn sich manche in die Bloggerei so sehr verknallt haben, dass es ihnen libidinöse Befriedigung verschafft ist das ja toll – aber sie sollen mich nicht vollspritzen. Von normalen Bloggerejakulationen möchte ich mal echt verschont bleiben, das fetzt so gar nicht. Wenn die Blogosphere mal wieder ein moralisches Strohfeuer abbrennt, um munter um es herum zu tanzen, dann nenne ich so was Fetisch und mache weiter wie bisher. Und das lapidare »deine Position hat auch was Gutes« ist mir zu Wischiwaschi. Ich würde mich ja weiter streiten, aber erklär mir doch erstmal, warum ich anfangen soll, eine Gesellschaft dafür zu kritisieren, dass sie ihr ureigenes Prinzip umsetzt. Moral ist mal echt nicht mein Ding.

ix opines:
published on 2006|05|26, 17:27h
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herr dean, einerseits setzen sie sich allseits und überall pathetisch für einen deeskalierenden „dialog“ ein, andererseits behaupten sie hier und da munter unfug: „während [poodle und ix] sich über ihre Leser totgelacht haben, miteinander Kaffee trinken waren.“ wer hat ihnen gesagt dass wir uns totgelacht haben? dass der streit inszeniert war? was ist schlimm daran, auch wenn man uneins ist, gemeinsam kaffee zu trinken? ich kann sie nicht daran hindern ihrer phantasie ausdruck zu verleihen und unwahrheiten über mich zu verbreiten oder rumzulügen ich fände meine leser „irgendwie abartig“. dann aber einerseits über stilfragen zu philosophieren und andererseits meine aussagen nach gutsherrenart zu verbiegen spricht zumindest nicht für ihren stil und wenn, dann für einen ganz üblen.

Dr. Dean states:
published on 2006|05|26, 18:20h
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"wer hat ihnen gesagt dass wir uns totgelacht haben?"

Stimmt, Herr ix, das ist eine polemische Zuspitzung, wo Sie doch im Fall von poodle verschiedentlich betont haben, dass Polemik (und zwar in deutlich gröberer Form) völlig Okay für Sie sei…

Ihr Ding.

Tatsache bleibt aber, dass Sie und poodle einen giftigen Streit inszeniert haben (poodle deutlich mehr als Sie), und den lieben Lesern ein "...oder die Fresse polieren" ins eigene Blog geschmiert haben, statt – ohwieblöd dass wir Leser es nicht kapiert haben – uns einfach darauf hinzuweisen, dass Sie sich mit poodle längst verabredet hatten.

Ihr Ding.

Es kann durchaus sein, dass euer Twist echt war. Keine Ahnung. Der Anschein spricht dagegen, zum Beispiel, dass Sie auf meine Anmerkungen hier mimosenhaft, sauer und überheblich reagieren, und im Fall von poodle halt nicht.

Ihr Ding.

"was ist schlimm daran, auch wenn man uneins ist, gemeinsam kaffee zu trinken?"

Nee, das ist sogar klasse. Daran ist nichts Schlimmes. Es ist schlimm, wenn man seinen Lesern vorgaukelt, so sauer zu sein, das man einem anderen damit droht, "...die Fresse zu polieren" – wenn man tatsächlich friedlich miteinander verabredet ist.

Ihr Ding.

Das mag ja für Sie und poodle ein gelungener Witz sein. Es ist bestimmt auch ein sehr originelles, effektives und intelligentes Verfahren, um das Interesse zu steigern. Also gut, ich glaub Ihnen: Der Streit mit poodle war also echt.

Aber, dass Sie hier antworten, nicht aber im eigenen Blog, wo ich bei Ihnen nachgefragt habe:

Das ist etwas seltsam – und ihr Ding. Sie werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Oder auch nicht. Wenn Missverständnisse entstehen, wenn dieses Missverständnis sogar von Herrn ix selbst inszeniert wird, oder wenn Leser verarscht werden, dann ist das in diesem Fall auch ein gutes Stück:

Eigenverantwortung.

Und zwar dafür, was man schreibt, Herr ix.

"oder rumzulügen ich fände meine leser „irgendwie abartig“."

Eher liege ich mal, in meinem eher unwichtigen Urteil, daneben. Aber ich lüge nicht. Schauen Sie mal, dies hier sind Ihre Worte in Bezug auf die Aufregung, die Sie mit Ihrem "...oder die Fresse polieren" ausgelöst haben, Ihre Worte, schauen Sie sich mal den Kern Ihrer Aussage in Bezug auf Ihre Leserschaft genau an:

"Mir ist es nicht sonderlich wichtig ob man mich versteht. (...) Eigentlich wäre mir das scheissegal wenn der eine oder andere mich so missversteht (...), bestätigt aber meine Befürchtung, dass ich auf die Bekanntschaft mit einem grossen Teil der hier Mitlesenden gut verzichten kann."

Ihr Ding.

Das meine ich, wenn ich schreibe, dass Sie offenkundig Ihre Leser "irgendwie abartig" finden, Herr ix. Aber wissen Sie was: So wichtig ist das Ganze nicht. Man kann sich über alles mögliche streiten – oder es auch lassen. Lieber Herr ix, ich kann Ihnen nur den Tipp geben, sich die Sache in eine ruhigen Minute vielleicht noch mal etwas durch den Kopf gehen zu lassen.

Lars Strojny says:
published on 2006|05|26, 20:49h
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Ich verstehe die Aufregung gar nicht. Angenommen man würde einen Großteil seiner Leser für merkwürdig halten, was ich beispielsweise tue, denn außer Merkwürdigkeit, die sogar die meine übersteigen muss, erschließt sich mir kein anderer Grund, warum man sinnvollerweise mein Weblog lesen könnte. Diese Merkwürdigkeiten mögen unterschiedlich ausgebildet sein, manche dieser sind mir nah, so nah dass ich sie zu teilen vermag – manche umso ferner. Was ich allerdings schon eklatant finde ist, dasss Sie die Poodle-ix-Geschichte verschwörungstheoretisch herzuleiten gedenken, anstatt entweder ganz klassisch "Qui Bono" zu fragen oder eben einfach die beiden ernst zu nehmen und ihnen zu glauben, dass man munter Kaffee trinken kann, ohne sich einig zu sein. Ich jedenfalls hätte kaum noch Freunde, wenn ich meinen Trinkpartner, egal ob Alkohol oder Kaffee, danach auswählen würde, wie nahe sie mir ideologisch stehen. Falls sie ihren Freundeskreis "reinhalten", machen sie das. Viel Vergnügen und so. Aber rumzueumeln, dass das andere nicht tun, sondern sogar mit Leuten Kaffee trinken, mit denen sie sich gar zu uneins sind, ist echt mal infantiler Wohlfühlkomplex, den Sie wegen mir pflegen können aber bitte erwarten Sie dass nicht auch noch von anderen. Danke.

Dr. Dean replies:
published on 2006|05|26, 21:35h
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Verzeihung, erstens ist hier niemand aufgeregt, außer vielleicht Sie selbst, wenn Sie an Ihr Sprachbild vom "Bloggerejakulationen" denken, zweitens verstehen Sie nicht, was Ihnen schwarz auf weiß vor den Augen liegt, wenn Sie folgenden Satz lesen:

"ich glaub Ihnen: Der Streit mit poodle war also echt."

Macht aber nix. Es muss in Ihre höchstpersönlichen Vorstellungen von Wohlfühlkomplex nicht reinpassen, welche Sie meinetwegen weiter pflegen können. Erwachsene Menschen können sich auch über Kleinigkeiten wie Leserverarschung locker unterhalten, ohne auf einen Nenner zu kommen, und ohne sich dabei "ibidinöse Befriedigung" verschaffen zu müssen, was offenkundig Ihr Leitbild ist.

Und abgesehen vom letztlich kleinen Detail, der Leserverarschung, geht es hier, was das Persönliche betrifft, nur um folgende Sachen: Endlich mal streiten, rumpesten und Gift verbreiten. So sind wir Blogger nun mal. Lars, wenn Sie sich schon daran beteiligen, dann bitte aber mit echten Kampfvokabular, und nicht immer sexuell gemeinte Anspielungen wie "anpritzen" usw. usf.

Nicht, dass ich Ihnen in Abrede stelle, damit umfassend vertraut zu sein, einfach nur, damit Unbeteiligte in Bezug auf Ihr Vokabular keinen falschen Eindruck von Ihnen bekommen. Wäre doch schade, wo Sie ansonsten ein vermutlich knuffiger Typ sind, mit Spaß am Programmieren und anderen schönen Dingen.

Nochmal: Hier gehts neben dem Versuch, sich jeweils an den Karren zu fahren, außerdem noch nur noch um gekränkte Eitelkeiten, Missverständnisse, die wechselseitige Unfähigkeit ebendiese anständig auszuräumen, Ego-Blogging und ein Haufen spezielles Zeugs, das mit Ihnen, lieber Lars, tatsächlich nichts zu tun hat, nicht einmal mit Ihrem Vokabular. Over and out.

Lars Strojny opines:
published on 2006|05|29, 02:07h
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Sexualisierungen sind in jenem Fall eben in Ordnung, wo Verhalten sich libidinös gebärdet. Bei ihrer Aufregung scheint mir das so. Sie nehmen mir die Bloggerei halt mal echt zu ernst. Machen Sie sich locker, lesen Sie ein gutes Buch und überraschen Sie Ihre Frau doch mal wieder mit einem feinen Frühstück oder gehen Sie mit Ihren Yuppie-Freunden ordentlich einen trinken. Das macht locker, entspannt und gibt dem Ich ne schöne Färbung. Und ja, ich habe Spaß an der »Programmiererei«, finde aber ansonsten einige Dinge ebenso interessant, nur lässt sich angesichts der Gemängelage mit Kritischer Theorie derzeitig gar zu wenig Geld verdienen.

ix returns:
published on 2006|05|26, 22:13h
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„Verzeihung, erstens ist hier niemand aufgeregt“ — junge, ich möchte sie nicht erleben wenn sie aufgeregt sind, herr dean, dann schreiben sie wahrscheinlich statt 80 000 unafgeregter worte 160 000 aufgeregte worte. lesen sie mal kinderbücher statt blogs um ihre nerven zu beruhigen.

Lars Strojny says:
published on 2006|05|29, 02:15h
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Bei allem Respekt, Mr. ix, aber Kinderbücher scheinen mir hier die falsche Empfehlung. Denn sonst lernt der Herr Dean nur die Pechmarie und ihre Mutter kennen, liest Splattermärchen von Norbert »die Renten sind …« Blüm oder vergeht sich an den Gebrüdern Grimm und anderen Nationaldichtern, die nun mal ohne Spaß nicht zu empfehlen sind. Es gibt so ein schönes Fach, dass sich mit den Subjektverwerfungen der wahrenproduzierenden Gesellschaft befasst: Psychotherapie ist sein Name und wird gemeinhin unterschätzt, nur weil ihr Begründer sich vorrangig mit sich selbst beschäftigte, was ja gerüchteweise nicht die schlechteste Variante sein soll. Von ihm stammt auch jener berühmte Versprecher, in dem sich Herr Dean ergibt, wenn er sich um mein Sexualleben sorgt.

dieter petereit states:
published on 2006|05|31, 18:19h
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Hihi. Danke mal für diesen Beitrag samt Kommentaren hier. Das war echt lustig zu lesen.

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