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»I'm proud to be an American« 2

»Es gibt eine Kontinuität des amerikanischen Staates und seiner Prinzipien seit 1776, sodass der Referenzgegenstand des ›Proud to be an American‹ ein anderer ist als etwa in Deutschland, wo eine solch lange Kontinuität eben nicht existiert.«

Wenn Deutsche sich national gebärden verweisen sie dabei meist auf die Vereinigten Staaten, um ihre Frühlingsgefühle für‘s Vaterland zu rechtfertigen – meist ohne dass man sie nach einer Rechtfertigung fragte. Eine weitere Lieblingsentschuldigung ist Frankreich. Dann, doch noch gefragt, welcher republikanischen Tradition oder Aufstand gegen den Klerus sie sich als Deutsche denn verbunden fühlten, als dass dies einen modernen Nationalstolz zuließe, wissen die schlaueren unter ihnen dann ausweichend zu antworten, dass dies auch in der Liebe zur Nation der Amerikaner und Franzosen nicht stilbildend sei. Auf Telepolis ist ein durchaus interessantes Gespräch mit Sepp Gumbrecht zu lesen. Er antwortet erfrischend auf die eher pädagogisch intendierten Fragen Rudolph Mareschs. Dass er im Leadtext mit Sloterdijk und Habermas verglichen wird, eine Frechheit.

Filed on 28-03-2006, 10:10 under , , , , , & two comments & no trackbacks

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Comments

  1. mawa says:
    published on March 31st 2006, 12:40:44 pm *

    "Aber ich bin dennoch überzeugt, dass die ethnische und die kulturelle Komponente in der Identität und Rolle des amerikanischen Staatsbürgers keine oder eine nur sehr untergeordnete Position einnimmt. Man ist hier noch nie davon ausgegangen, dass zum Beispiel alle Nachbarn oder alle Kollegen Weihnachten feiern. Und seit einiger Zeit hat dieses schon so lange existierende Wissen auch seinen Niederschlag in der Sprache und im Verhalten der Institutionen und Individuen gefunden, worin eine positive Auswirkung der inzwischen abebbenden political correctness liegen könnte. Aber die Vorstellung, dass eines Tages die eine oder andere Gruppe, die heute eine Minderheit ist, die Mehrheit oder die dominierende Schicht sein könnte, die löst in Amerika gewiss weniger Panik aus als in den europäischen Ländern."

    Das klingt schon sehr blauäugig und steht in direktem Widerspruch zu vielem, was ich aus den US-Medien (großen und kleinen) so mitnehme. Gumbrecht scheint mir in seiner Einschätzung den Teil der USA rechts des Grabens, den die dortige christlich-konservative Revolution durch das Land geschlagen hat, schlicht auszulassen. Ich würde mir wünschen, dass er das zu Recht getan hat und die amerikanische Rechte wirklich seit Jahren Boden verliert und ihre Regierungsübernahme quasi ein letztes Aufbäumen darstellt. (Letzteres hat mir ein ehemaliger Stabsmitarbeiter der Regierung Clinton erzählt, als er schon nicht mehr ganz nüchtern war – da kann auch der Wunsch Vater des Gedankens gewesen sein.)

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  2. tamoxifen responses:
    published on September 13th 2006, 08:33:50 am *

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