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»Da, wo gute Geschäfte sind« 0

Die Unternehmensgruppe DuMont, zu der u.a. die DuMont Neue Medien und der DuMont Verlag, mit seinen Untergliederungen DuMont Reiseverlag und dem DuMont Literatur- und Kunstverlag gehört und der die Kölner Zeitungen Kölner Stadt-Anzeiger, die Kölnische Rundschau und die hiesige Regionalvariante der Bildzeitung, den Express, herausgibt, ist stolz auf ihre vor allem antifaschistische Geschichte. Noch 2003 widmete sich dieses Blatt in einer Serie Arisierungs-Gewinnlern. Während des Nationalsozialismus war man, so die eigene Geschichtsschreibung, als liberale Verlagsgruppe der Verfolgung ausgesetzt. Nun hat der Historiker und Journalist Ingo Niebel Gegenteiliges recherchiert. In der Entnazifizierungsakte Neven DuMonts gebe dieser freimütig zu, dass sein Unternehmen 1941 von der Enteignung des jüdischen Wäschereibesitzers Brantenstein profitiert habe. Interessant ist auch das Objekt, welches DuMont damals erwarb: es handelt sich um das DuMont-Carré an der Breiten Straße, das heute unter dem Leitspruch »Da, wo gute Geschäfte sind« als nobles Einkaufcenter fungiert. Bis 1941 gehörte das Gebäude zum Besitz des jüdischen Wäschereibesitzers Fritz Brantenstein und wurde dann – im Zuge der Arisierung – vom Gerling-Konzern erworben. Im Besitz des Gerling-Konzerns blieb es für drei Jahre und wurde dann weiterverkauft – an Neven DuMont.
Mit dem Einkaufszentrum vergoldet sich DuMont heute posthum das Leid der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus. Mit gutem Gewissen, als angeblich Opfer, gestern und heute »da, wo gute Geschäfte sind«.

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