Daniel Kulla erzählt in Doch Denkprozess! beispielhaft seine politische Entwicklung. Auch mir geht der Habitus des »ich weiß alles besser« (jenseits dessen, dass ich ja wirklich alles besser weiß, die Kuriosität des Besserwissens eben) auf die Nerven, die so tut, als gäbe es ein »Maggi Fix für 1x Antideutsch«.
Auch das insistieren auf der persönlichen Bindung bei Kulla ist nur zu unterstreichen. Für politische Attitüde und Position ist oftmals nichts wichtiger als das, was die Freunde, der Partner, whatever denkt und tut. Dem entgegen steht das Genervtsein jener, deren politische Entwicklung sie zu einer antideutschen Position brachte, über all die wiederkehrenden Debatten, die immer wieder zu tätigen sind. Nichts ist so verständlich wie der Frust über eine deutsche Linke, die den Unterschied zwischen Progrom und Revolution nicht wirklich versteht, sondern beides für irgendwie identisch hält oder jedensfalls das zweite mit dem ersten zu ersetzen gedenkt. Dieses Genervtsein ist niemandem zu verleiden. Ich hingegen halte es hier mit Ebermann, der vor dem Irakkrieg für die Abschürfung der Vernünftigen in den nationalpazifisitschen Kreisen warb. Das gilt für den Rest der Linken ebenso. Damit ist aber nicht zu verwechseln, sich blöde machen zu lassen, also beispielsweise die Antiglobalisierungsbewegung durch die Hintertür, beispielsweise durch materielle Partizipation, wieder legitimieren zu wollen. Man soll »die Leute« nicht dort abholen, »wo sie stehen«, sondern sie zu sich kommen lassen (ich gelobe die Spende in die Wortspielkasse).
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Classless Kulla states:
published on February 28th 2006, 02:21:44 amOh ja, das habe ich noch ganz vergessen: daß es neben den persönlichen Loyalitäten auch unbedingt die Antipathien sind, die Anschauungen hervorbringen. Das Abgestoßensein vom Erscheinungsbild der jeweilig greifbaren Vertreter oder die ungünstige Situation, in der der Erstkontakt stattfindet. Was ich mir letztlich alles nicht mehr anschaue, weil mich die entsprechenden Leute so intensiv genervt haben, kann ich gar nicht so schnell aufzählen.
Und dann sitze ich aber doch mal wieder mit so jemandem in seinem Auto. Und meist ist es dann so wie befürchtet, aber nicht immer.
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vr reckons:
published on March 1st 2006, 05:14:27 pmEin Bekannter von mir wurde in dem Moment israelsolidarisch, als er eine Beziehung mit einer Frau aus dem politischen Spektrum begann. Nicht nur das, er behauptet seitdem sogar, er sei schon immer israelsolidarisch gewesen. Tja.
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Lars Strojny says:
published on March 1st 2006, 06:12:36 pmImmerhin nicht der schlechteste Grund. Und: in dem Spektrum gibt’s Frauen? ;-)
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Classless Kulla replys:
published on March 4th 2006, 09:03:00 pmDen lassen wir morgen weg, Lars.
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