Angeregt durch meine etwas überhöhte Anpisse an den Herrn Raven, möchte ich nun einmal einen kleinen Thesen-Rant anstimmen.
- Ökologie und Ökonomie verhalten sich dichotomisch
Wertvergesellschaftung kennt keine perspektivische Bedürfnisbefriedigung bzw. -entstehung, sondern nur das Gesetz der Naturunterwerfung zu jedem Preis und zum Sinne ihrer Selbstreproduktion.
- Die soziale Frage und die ökologische gehören zusammen
Indem die pervertierte Industrialisierung die für eine befreite Gesellschaft unbedingt notwendige Entwicklung der Produktivkräfte soweit überdehnt hat, dass sie heute fähig ist, sich ihrer selbst zu berauben. Die Möglichkeit, nicht nur sich selbst, sondern auch die banalsten Grundlagen dessen, dass Industrialisierung überhaupt möglich war, mitaufzuheben, verknüpft die ökologische und die soziale Frage heute engstens miteinander. Sie sind nicht gegeneinander zu lösen, sondern perspektivisch in einer Gesellschaftsordnung, die die Degradierung des Menschen zum blosen Wertsubjekt und die Natur zur blosen Rechnungsgröße, zum Faktor Resource, aufhebt.
- Markt und Staat sind keine Partner
Ökologische Kämpfe sind unter Rücksichtnahme auf soziale zu führen. Sie sind diesen gleichberechtigt zu halten. Weder ist die alte Lüge, Marktliberalismus schaffe ökologische Perspektiven richtig, noch ist Ökologie, die weit über »Umweltschutz« hinausreicht, über das staatliche Gewaltmonopol, bzw. mithilfe dessen durchzusetzen.
- Form und Inhalt gehören zusammen
Trotz der völligen Unmöglichkeit, in der Kritik des Bestehenden das zu Erreichende vollständig vorwegzunehmen, muss dies versucht werden. Die Organisationsform muss dem Inhalt entsprechen – und andersherum.
[ Die berechtigte Frage meiner Leser wird jetzt lauten: »Spinnt der, über was für einen Scheiß bloggt der jetzt«. Über Ökologie, ihr habt schon richtig gelesen. Sagen wir es klassisch markfetischistisch: es gibt hier eine Marklücke, die füllen ich gewillt bin. Es wird hier nicht um Krötenschutz gehen, auch nicht um die Rettung der heimischen Rotkehlchen, so wichtig das manches Mal sein mag, ist es im Grunde genommen doch unpolitisch. Vielmehr geht es hier ab jetzt (auch) um ökologische Perspektiven. ]
Filed under Ökologie, Politik
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