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Schwer begeistert 1

In der heutigen Sonntag Aktuell, der Sonntagsausgabe einiger regionaler Zeitungen in der ludwigsburger Umgebung, war zum »Tag der Arbeit« ein interessantes Interview mit dem Teilzeit-Mediziner und Buchautor Axel Braig (»Die Kunst, weniger zu arbeiten«), zu bestaunen. Eine strunz-bürgerliche Zeitung, CDU-nah und penetrant deutschtümelnd, befragt einen wirklich klugen Kritiker. Einer der verstanden hat, welcherlei materielle Folgen die postfordistischen Krisenerscheinungen mit sich bringen: den Verfall der Ware Arbeit und die Regression der sozialen Standards. Trotz teilweiser Reduktion der Analyse auf Begriffsbestimmung ein wirklicher Lichtblick für meinen müden Katerkopf. Einige Exzeptionen:


Kein Tag also, um die Arbeit zu feiern?
Bestimmt nicht. Der 1. Mai müsste ein Tag des Nachdenkens darüber sein, dass die Arbeit heute nicht mehr im Mittelpunkt stehen kann.


Aber Arbeit macht doch auch glücklich?
Wir müssen uns über den Begriff einigen. Natürlich hat jeder Mensch das Bedürfnis, tätig zu sein und sich darin zu verwirklichen. Außerdem hat die Arbeit eine soziale Funktion, weil ich mit anderen in Kontakt komme. Aber die Zeiten, in denen die Erwerbsarbeit der einzige Weg war, etwas Sinnvolles zu tun und Gesellschaft zu haben, sind endgültig vorbei.


Was also tun mit der raren Arbeit?
Die Arbeit taugt immer weniger als Instrument, gesellschaftlichen Reichtum zu verteilen. Das ist das Problem, das wir als Gesellschaft zukündftig lösen müssen, schließlich können wir die Menschen nicht einfach verhungern lassen, die an der Erwerbsarbeit nicht partizipieren können. Und außerdem, und das muss jeder individuell lösen. müssen wir lernen, dass Arbeit nicht die einzige Sinninstitution im Leben ist.


Sind die Deutschen besonders ungeeignet für den Müßgiggang?
(…)Und für das protestantische Arbeitsethos, ein Stichwort, das Max Weber ins Spiel gebracht hat, sind die Deutschen sicher besonders anfällig. Arbeit, das wurde uns als Gottesdienst anerzogen.

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  1. Trackback from WEBLOG (/usr/portage)
    posted on July 13th 2005, 01:56:12 pm Gesellschaftliche Arbeit vs. Arbeitsgesellschaft

    Ein Anthroposoph kritisiert den Arbeitswahn…

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