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Tauschmittel vernichten

published on 2006|03|30

Bei Marx heißt es ganz zu Anfang des Kapitals:

»Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut.«
Aus dieser zentralen Erkenntnis folgernd, kann man bei Adorno nachlesen, Kulturindustrie und -produktion sei eine »willentliche Integration ihrer Abnehmer von oben«. Nun denn, der Wille ist da, nur das Angebot so schlecht. Sobald man sich von der Latenz hin zur Intensivität wagt, so wird man enttäuscht. Will man sich unterhalten lassen, so ist das Angebot so schlecht. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, so der Titel des gleichnamigen Aufsatzes von Benjamin, bietet in seiner normativen Form zu wenig. Machen wir es kurz: ich war im Kino und der Film war schlecht. »Inside Man«, der neue Streifen mit von mir sehr veehrten Denzel Washington ist dermaßen misslungen, dass jede geschriebene Zeile eine zu viel ist. Die Geschichte ist schnell skizziert: ein superschlauer Bankräuber überlistet alle, ist ja auch klar, sein Papa trägt eine Kippa, er muss also schlau sein. Sein Gegner ist einerseits ein wohlhabender Bankier, selbst Jude, wie die Kameraführung dem Zuschauer beim Schwenk über Chanukka-Leuchter und Magen David vermittelt. Jener Bankier ist ein übler Finger, bereichterte er sich doch in der Zeit des Nationalsozialismus am Leid seiner Glaubensbrüder und -schwestern. Nun gut, der Bankraub gelingt natürlich und der gute Polizist, umhüllt von Intrigen, bringt die Wahrheit ans Licht. Wir lernen: Juden sind entweder arm und gewitzt und gut oder reich und böse. Wenn sie letzteres sind, profitierten sie vom Nationalsozialismus. Über schwarze Polizisten lehrt der Film: sie heben im Gespräch mit ihren Freundinnen immer die Größe ihrer Geschlechtsteile hervor und die Freundin ist zudem ein verdorbenes Luder ist, dass nach getaner Arbeit nur darauf wartet, es ihrem Helden gar heftigst zu besorgen.
Merke: Lieber wieder Filme über schwule Cowboys ansehen.

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Planet Bonn

published on 2006|03|30

Auf fukamis Wunsch hin: Planet Bonn. Was die Bonner können, können wir doch wohl schon lange. Welche Kölner sind denn syndikationswütig?

Update:
Kölner sind doof.

Update II:
So, es gibt nun ein Planet Köln. Anscheinend bin ich der einzige Blogger in Köln. Werde ich jetzt berühmt? Hanno riet mir, an den Kölner Lokalpatriotismus zu appellieren. Leider geht das nicht. Mit jedem Unsinn will ich mich nicht gemein machen.

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Mit Bitte um Beratung

published on 2006|03|29

Angenommen, ich möchte ins Kino gehen, welchen Film sollte ich mir derzeitig unbedingt ansehen? Brokeback Mountain?

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Rails 1.1.0

published on 2006|03|28

Ich bin ja nun wirklich nicht so der Rails-Experte finde es aber trotzdem nicht nur cool (meistverwendetes Buzzword im RoR-Vortrag auf dem Webmontag gestern), sondern arbeite schlichtweg ab und an recht gerne mit diesem Framework. Mehr nicht. Einige der Dinge in Version 1.1 hören sich sehr praktisch an, so dass das integrierte Scaffolding nun endlich keine Injections mehr zulässt (nicht probiert, steht nur im Changelog), auch die Updates der JS-Bibliotheken scheinen mir sinnig und dass ich nun Unit-Tests auch direkt in den Source schreiben kann, erleichtert einiges. Auch wenn mir letzteres aus der Perspektive guten Software-Designs nur halb gefällt, ist es doch praktisch das für »ich mach ma flott was« schon in Ordnung. Für mehr taugt Rails wahrscheinlich eh nicht.
Version 1.1.0 gibt es jetzt alternativ zu 1.0 auf Schokokeks.

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Webmontag Köln

published on 2006|03|28

War ja mal wieder beim Webmontag. Spannend war‘s.

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Migration allenthalben erledigt

published on 2006|03|28

Was Hanno und Stefan schon zu berichten wussten, gibt es nun auch hier zu lesen: Schokokeks.org ist umgezogen.

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»I'm proud to be an American«

published on 2006|03|28

»Es gibt eine Kontinuität des amerikanischen Staates und seiner Prinzipien seit 1776, sodass der Referenzgegenstand des ›Proud to be an American‹ ein anderer ist als etwa in Deutschland, wo eine solch lange Kontinuität eben nicht existiert.«

Wenn Deutsche sich national gebärden verweisen sie dabei meist auf die Vereinigten Staaten, um ihre Frühlingsgefühle für‘s Vaterland zu rechtfertigen – meist ohne dass man sie nach einer Rechtfertigung fragte. Eine weitere Lieblingsentschuldigung ist Frankreich. Dann, doch noch gefragt, welcher republikanischen Tradition oder Aufstand gegen den Klerus sie sich als Deutsche denn verbunden fühlten, als dass dies einen modernen Nationalstolz zuließe, wissen die schlaueren unter ihnen dann ausweichend zu antworten, dass dies auch in der Liebe zur Nation der Amerikaner und Franzosen nicht stilbildend sei. Auf Telepolis ist ein durchaus interessantes Gespräch mit Sepp Gumbrecht zu lesen. Er antwortet erfrischend auf die eher pädagogisch intendierten Fragen Rudolph Mareschs. Dass er im Leadtext mit Sloterdijk und Habermas verglichen wird, eine Frechheit.

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Superstar is back

published on 2006|03|28

Wegen depperterm Provider war usrportage.de für drei Tage nicht erreichbar. Jetzt ist sie wieder da. Danke Denic. Erreichbar waren die ganze Zeit: usrportage.com, usrportage.net, usrportage.info, usrportage.org. Ich wollte das nur nochmal erwähnt wissen.

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Mitreisende

published on 2006|03|16

Einige Reihen weiter sitzt sie. Trägt schwarze Oberbekleidung. Schwarze Stoffblumen auf halbtransparentem Fummel, der sonst nur noch in jenen Veranstaltungen zu sehen ist, welche das Geplapper und die vulgäre Öffnung des Privaten vor jedermann sich zum Ziele geben und die mit ihrer Vorliebe für bildungsfernes Publikum doch nur so dumm sind, wie das was jene fern hielt. Sie spricht Dialekt. Schwäbisch. Er hingegen, ihr Begleiter. Sie redet. An ihn hin. Erzählt ihm das, was ihresgleichen auch sonst plappern. Er ist blond, trägt eine graue Jacke. Aus Plaste. Sie lacht. Im Klang eines Gewehrs, dessen Holz längst morsch. Nach kaum getätigter Arbeit. Seine Sätze spiegeln Superlative und Übertreibungen. Gespickt mit Füllwörtern. Zur Übertreibung gesellt sich die Gewissheit. Redet. Bittet um Entschuldigung für Beratung, bevor er berät. Erzählt seine Saagen, führt seine Mythen aus.
Neben mir. Jemand meines Alters. Gehüllt in Nadelstreifentüll, der falsch geschnitten an ihrem dünnen Körper schlottert. Um den Hintern herum faltig. Die Färbung ihres Haares: rot. Gibt am Ansatz Herkömmliches preis. Aber selbst die Wahrheit ihres Haaransatzes ist nur Patina. Ihr nervöses Kratzen am Kopf mach nur die Kopfhaut wund und wirbelt Schuppen auf. Der Ansatz aber bleibt. Ihre Hose wirft Falten. Ihre Beine, durch das Übermaß der Hose vergrößert lassen sie fett wirken. Ihr hübsches Gesicht, sitzt wie auf ihm fremden Körper. Das Magazin, das sie liest, statt zu verfeuern, wird hastig geblättert. Und zum kleinen Preis wirbt das Schlaraffenland in der Ferne. Ein Seufzen, dann die Rückbesinnung auf’s Kreuzworträtsel. Die übergroße Zugbegleiterin, wie es heute heißt, mit der piepsigen Mädchenstimme bittet um die Fahrkarten. Bedenklich lässig schiebt sie das Gefragte hinüber. Die Übergroße bedankt sich, artig. Gewohnt zu ertragen was ihr zu Teil wird. Im Weitergehen leuchten ihre roten Haarspitzen, denen der Ansatz im Unterschied zur Lässigen längst gänzlich Herr geworden ist; stränig und glanzlos. Die Lässige füllt weiter Kreuzworträtsel aus. Im Gespräch würde sie gekonnt jene Dürftigkeit vermitteln, salopp und entspannt, die ein Kreuzworträtsel lehrt. Getünchte Haare, Haut, Verstand.

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Fernsehtipp

published on 2006|03|12

Sowas ist hier eher unüblich aber ich wage es einmal: einen televisionalen Berieselungstipp. Aus gewohnt gut unterrichteten Quellen erfuhr ich, dass Frontal 21 am 21.3. recht interessant sein dürfte.

Update:
Wiederum aus gut informierter Quelle: verschoben um eine Woche. Großes Kino also erst am 28.3.

Update II:
Und nochmal eine Woche später. Quelle: wiederum gut informiert. Also nächste Woche 21:00h. Anschauen, los, los!

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Den Gärtner zum Bocke

published on 2006|03|11

Wie wenig man es in Deutschland mit bürgerlichem Sein hält, zeigt sich daran, wenn man es nötig hat, den Kommunisten zum Paradebürger zu stilisieren um überhaupt einen zu finden. Des Deutschen Bürger sind Fichte und Wagner und es sind die, die ihm stehen.

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Volk, Heimat, Staat, Nation

published on 2006|03|11

Via Herr Kulla: Die PDS hat begriffen, dass Standort (für die Füllung des Bauchs) und Heimat (was für’s Herz) zusammengehören und wirbt in der Zone mit folgendem eingängigen Slogan:

»Wirtschaft braucht Standort, Menschen brauchen Heimat«

Und das nächste mal: »Volk braucht Lebensraum«.

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Things I don’t really love

published on 2006|03|10
$database->Execute ("INSERT INTO foo SET baz='".$_POST ['bar']."'");
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Übermäßiger Alkoholgenuss und phänomenale Musik

published on 2006|03|09

Darauf freue ich mich ja schon riesig. Karten werden morgen bestellt, also wer noch mitmöchte ganz schnell melden.

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The internet is for porn

published on 2006|03|09

Yeah, I like it.

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