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Thesen zu Ökologie und Ökonomie 0

Angeregt durch meine etwas überhöhte Anpisse an den Herrn Raven, möchte ich nun einmal einen kleinen Thesen-Rant anstimmen.


  1. Ökologie und Ökonomie verhalten sich dichotomisch
    Wertvergesellschaftung kennt keine perspektivische Bedürfnisbefriedigung bzw. -entstehung, sondern nur das Gesetz der Naturunterwerfung zu jedem Preis und zum Sinne ihrer Selbstreproduktion.

  2. Die soziale Frage und die ökologische gehören zusammen
    Indem die pervertierte Industrialisierung die für eine befreite Gesellschaft unbedingt notwendige Entwicklung der Produktivkräfte soweit überdehnt hat, dass sie heute fähig ist, sich ihrer selbst zu berauben. Die Möglichkeit, nicht nur sich selbst, sondern auch die banalsten Grundlagen dessen, dass Industrialisierung überhaupt möglich war, mitaufzuheben, verknüpft die ökologische und die soziale Frage heute engstens miteinander. Sie sind nicht gegeneinander zu lösen, sondern perspektivisch in einer Gesellschaftsordnung, die die Degradierung des Menschen zum blosen Wertsubjekt und die Natur zur blosen Rechnungsgröße, zum Faktor Resource, aufhebt.

  3. Markt und Staat sind keine Partner
    Ökologische Kämpfe sind unter Rücksichtnahme auf soziale zu führen. Sie sind diesen gleichberechtigt zu halten. Weder ist die alte Lüge, Marktliberalismus schaffe ökologische Perspektiven richtig, noch ist Ökologie, die weit über »Umweltschutz« hinausreicht, über das staatliche Gewaltmonopol, bzw. mithilfe dessen durchzusetzen.

  4. Form und Inhalt gehören zusammen
    Trotz der völligen Unmöglichkeit, in der Kritik des Bestehenden das zu Erreichende vollständig vorwegzunehmen, muss dies versucht werden. Die Organisationsform muss dem Inhalt entsprechen – und andersherum.

[ Die berechtigte Frage meiner Leser wird jetzt lauten: »Spinnt der, über was für einen Scheiß bloggt der jetzt«. Über Ökologie, ihr habt schon richtig gelesen. Sagen wir es klassisch markfetischistisch: es gibt hier eine Marklücke, die füllen ich gewillt bin. Es wird hier nicht um Krötenschutz gehen, auch nicht um die Rettung der heimischen Rotkehlchen, so wichtig das manches Mal sein mag, ist es im Grunde genommen doch unpolitisch. Vielmehr geht es hier ab jetzt (auch) um ökologische Perspektiven. ]

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Gib mir mehr! 3

Leider ist Mawa wieder Single. Das ist traurig. Wirklich. Denn er hat zuviel Zeit. Für sowas. Und ja, er verwies mich schon einmal auf diesen Artikel. Allerdings habe ich es mir damals verkniffen, auf so offensichtlichen Dünnpfiff zu antworten. Heute reagiere ich nicht anders. Und: ich blogge doch weiter. Ohne mich ist die Blogosphere ja sowieso verloren, wie man ließt. Guter Marketingtrick, wa? Ich will explodierende Benutzerstatistiken sehen, verstanden!

Falls hier eine halb-intelligente Dame mitliest, würde sie die Gnade haben, sich bei Mawa zu melden, um ihm etwas Zeitvertreib zu verschaffen.

[ Wichtiger Hinweis: es war bisher äußerst selten aber ab jetzt gibt’s hier gar keine Smileys mehr, die sind abgeschafft. Da ich aber sowieso nicht zu Ironie neige, ist das kein Problem. ]
<small>Entry proudly presented by »Arroganzzentrale&trade;«</small>

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Abschließende Betrachtungen 9

Es ist ja nett, dass sich manche Sorgen machen, wenn ich einen Tag lang nicht blogge. Allerdings bleibt zu erwähnen, die Sorge ist unbegründet. Meine Zurückhaltung in letzter Zeit ist keiner Krankheit oder sonstigen unsymphatischen Erscheinungen geschuldet, sondern ist mehr eine Art Besinnungsmoment, ein Innehalten im Bloggerzirkus.

Mit Entsetzen habe ich einige meiner Beträge neu gelesen, mit Freude hingegen die älteren, mehr theoretisch fundierten. Was diesem Weblog und seinem Autor in den letzten Wochen geschieht, ist die Affirmation der Realpolitik und das Herabsinken auf den Grad des Banalen. Ich habe mich gemein gemacht mit dem Geschäft, das Politik heißt und dessen bloße Existenz aufzuheben ist. Ich habe versucht, radikale Gesellschaftskritik populär, im Sinne von weit-verständlich, zu formulieren. Und: ich bin daran gescheitert, weil daran nur zu Scheitern ist.

Dieses Weblog war in letzter Zeit, bis auf sehr wenige Ausnahmen, so flach wie seine Mitbewerber, die eigentlich nie welche sein sollten. Dieses Weblog wurde zu einem Weblog »wie alle anderen«, was es nie sein sollte und bis kürzlich auch nie war. Ich betrachte keine Flüsse, reite normalerweise wenig, erst recht nicht auf standardisierten Wellen, meine Laute formen sich zu ganzen Sätzen und sind keine legasthenischen Verulkungen selbiger und ich versuche mehr zu ent- als zu verwirren. Dies war hier nun lange genug nicht so.

Weblogs sind, als Kommunikations- und Partizipationsmittel, völlig überschätzt. Wenn Blogger von den Grautönen reden, meinen Sie die Mischfarben des bunten Einheitsbreis und sind sofort Teil dessen, was notwendigerweise der Kritik zuzuführen wäre. Das Wahlblog war nicht mehr als eine peinliche Wahlkampfmaschine. Dass ich anfangs mitmischte, schlimm genug. Das Leute das bis heute ernst nehmen, schlimmer. Das Lautgeben zum Steigbügelhalter rot-grüner Außen- und Umweltpolitik wird und es nicht einmal merkt oder merken will, dass man sich allerorten auf den Politzirkus ernsthaft einzulassen scheint und die Sonntagsfrage zur Frage über Sein und Nichtsein erhebt, macht Klein-Bloggersdorf nicht symphatischer, sondern zeigt nur, wie tief sich die totale Dummheit der alltäglichen Idiotie in den angeblich Kritischen verfestigt hat. Auch, und v.a. in jenen Köpfen, die sich für unabhängig halten und doch nur so unabhängig sind, wie es die eigene Reproduktion eben zulässt.

Wer sich über die eigene Unabhängikeit freut, sich kritisch dünkt und nicht einmal merkt, wie sehr »die ganze Scheiße« (Marx) nur neu verpackt von sich gibt. Wie sehr Kritik nur Teil des Spiels ist, in dem die Personen austauschbar und die Protagonisten so unselbstständig sind, wie ihre Kritiker. Wer das nicht begreift ist ähnlich versessen und unmündig, wie das Objekt seiner Kritik, dem man allerorten diesen Vorwurf macht. Wer nicht erkennt, mit seiner falschen Kritik dem falschen Ganzen nur die wohlfeile Folklore zu liefern, die es um seiner Existenz und Akzeptanz willen benötigt, dem ist nicht zu helfen. Der Verflachung ein Ende!

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Dummheit auf sozialdemokratisch 0

»Soziale Gerechtigkeit muss für alle gelten. Alle haben gleiche Chancen verdient, auch in Bildung, und Aussiedlung. Jeder sollte seinen Beitrag leisten ohne zuzahlen!«
Stephanie Weyand

Gerade das Flickr-Set der SPD-Unterstützer durchgesehen. Wer solche Unterstützer hat braucht keine Merkel mehr, der verliert auch von selbst. Auch wenn es hier in Köln nicht so aussieht. Mein Mitbewohner, der wissenschaftliche Mitarbeiter von Lale Akgün, der örtlichen SPD-Kandidatin hier, meinte heute, sie lägen vorne. Diese Wahlen sind einfach so komplett sinnlos, hat man doch nichts zu wählen. Diese bleierne Langeweile, die völlige Irrelevanz, die penetrante Nötigung sich zwischen Scheinalternativen entscheiden zu müssen, das wird Theodor W. Adorno gemeint haben, als er von der »total verwalteten Welt« schrieb. Langeweile ist eben doch ausschließlich das Resultat des objektiven Graus.

[ Wer jetzt immer noch nicht merkt, woher der aktuelle Weblog-Titel kommt, der ist wahrscheinlich SPD-Unterstützer. Ich verzichte in diesem Falle auf die Kategorie »Politik«, ist es doch rezeptiv eine private Trivialität ]

Update:
So ganz richtig scheint das Zitat nicht gewesen zu sein. Richtigstellung …

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Mick Jagger im Stern 0


Warum fällt es Ihnen so schwer, darüber zu sprechen?
Es ist nicht schwer, es ist nur sehr komplex für ein so kurzes Interview, und ich weiß nicht, wie seriös der stern ist.


Schon seriös.
Okay. Hatte ich vergessen. Deutsche Magazine sind nicht gerade bekannt für ihre Seriosität.

Lesebefehl!

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Franz Beckenbauer zum Geburtstag 0

»Beckenbauer darf sagen und machen was er will und wenn’s komplette Grütze ist« Mister Unbekannt (Radiomann) auf WDR2

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Deutsch-Pop Krankheiten 2

Nicht, dass mir dieser Schrott von Juli, Wir sind Helden, Mia etc. und wie sie alle heißen ernsthaft gefallen würde. Aber gerade läuft ein besonders schrottiger Track. Text:

»Warum, warum, warum, warum ist doch egal. Denn heute Nacht sind nur wir zwei wichtig«

Das reimt sich nicht, das ist nicht schön, das ist nur peinlich. Mehr Deutschunterricht für alle!

[ Anmerkung: während ich hier zu Ende schreibe beginnt Chris Isaak, »Wicked Game«. Man, der Typ ist cool. Und das obwohl er so unglaublich schnulzig ist. ]

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U-Bahn Gschicht'n 7

Heute nach dem Einkaufen. Attraktive Dame sitzt mir gegenüber. Offensichtlich ähnliche Destination. Ich steige aus, sie ebenso.
Auf der Rolltreppe dann:
Sie: »Wenn du mich schon die ganze Zeit anstarrst kannst du mir auch deine Telefonnummer geben!«
Ich: »Ähm, äh, öh, joa«
Sie: »OK, ich ruf dich an. Heute Abend vielleicht.«

Einige Stunden später am Telefon:
Ich: »Was machen wir heute Abend?«
Sie: »Ich komme zu dir.«
Ich, wiederrum stammelnd: »Ähm, ja. Ich hab nix zum Essen und nix zum Trinken«
Sie: »Schon klar, ich bring was mit«

Noch eine halbe Stunde…

[ Normalerweise klammere ich ja solche Themen in meinem Weblog aus aber Bernd hat sich heute in beschwert, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein ]

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Fragen über Fragen über Fragen 0

Aber Hauptsache Malte stellt die richtigen.

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WG-Zitate 0

»Ich geh jetzt noch schnell unter die Dusche. Kalt duschen – naja – lauwarm« Jendrik, gerade eben

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Blätter-Rauschen 0

Wie ab und an, hat auch Herr Broder diesmal recht. Danke, bei dem deutschen Gewitter bitter notwendig.

[ via Morgenthau ]

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Regressive Rebellion 1

Oder: wenn der Wahn sich entgrenzt. Wenn das falsche Ganze sich als solches offenbart, also von seiner Latenz abweicht, wird das im Allgemeinen Krise genannt. Diese Bezeichnung ist in sofern korrekt, als dass das Falsche sich nicht mehr als idealisierte Version seiner selbst zeigt, sondern als das was es ist: brutal, inhuman und schließlich endlich – tödlich.


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Franz Schandl über den Weltjugendtag 0

»Dort, wo das marktliberale Diesseits keine Hoffnungen mehr zu wecken vermag, steigt das Jenseits im Kurs. Wo der Rationalismus nur noch Geld und Arbeit zu beschwören versteht, kehrt der Irrationalismus als dessen Kehrseite wieder.« Franz Schandl, in Pope Hope

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Arrrrbeit 3

»Jede Politik, auf welche Ideologie sie sich sonst auch berufen mag, ist verlogen, wenn sie die Tatsache nicht anerkennt, dass es keine Vollbeschäftigung für alle mehr geben kann und dass die Lohnarbeit nicht länger der Schwerpunkt des Lebens, ja nicht einmal die hauptsächlichste Tätigkeit eines jeden bleiben kann.« André Gorz, österreichisch-französischer Schriftsteller und Philosoph

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Das Event des Jahres 3

Ist nicht etwa das jetzt folgende Kandidatenduell, sondern die Tatsache, dass ich mir gerade ausnahmsweise mal wieder eine große Schachtel Blaue Gauloises gegönnt habe. Nein, im ernst: Ich werde mich nun entblöden, über das Kandidatenduell »live and on stage« zu bloggen. In Ermangelung eines »Volksempfängers« muss ich auf das gute alte Radio zurückgreifen. Ab 20:30h gibt’s hier also LiveBlogging. Bei Lautgeben wird’s das ebenso geben, wie man aus gut unterrichteten Kreisen erfahren konnte. Der große Unterschied, ich werde die Zeit v.a. damit verbringen, nachzuweisen, dass beide Kandidaten völlig merkbefreit sind. Ganz im Gegensatz zu meiner Blogger-Konkurrenten, die sich ja noch merkwürdigerweise ernsthaft die Frage stellen, Schröder oder Merkel. Zu meiner Ausrüstung für diesen Abend gehört eine ausreichende Menge Pfefferminztee, eine ähnliche Menge Kölsch, Zigaretten, eine Stange »The Freshmaker« (Menthos, für alle nicht werbe-Affinen). Das sollte reichen (Currywurst gibt’s bei mir nicht). Falls meine Beiträge zum Ende hin wirrer werden, ist das sicherlich dem Alkohol geschuldet. Ihr werden mir das also verzeihen müssen.

20:30h
Schröder nennt Sozialabbau »Neujustierung der Sozialsysteme« und will »Deutschland aus Kriegen hinaushalten«.
Merkel weiß sich ihrer »Truppen sicher« (Anm. d. A.: meine Backspace-Taste spinnt)
Langweiliges Thema Ökosteuer.
Merkel: »Vorfahrt für Arbeit«. Merkel weißt richtigerweise darauf hin, dass Schröder und Co. zeitweise die Pendlerpauschale komplett aufheben wollten. Die Pendlerpauschale ist die einzige Möglichkeit, die lenkungsfreie Ökosteuer wieder etwas abzufedern.

20:39h
Merkel will »steuerliche Ausnahmen« abschaffen. Die Absurdität wird klar, wenn man sich das Kirchhoff’sche genauer ansieht. Dort bedeutet die »Aufhebung der Ausnahmen« ja, die Lenkungswirkung aufzuheben.
Schröder merkt richtigerweise an, dass das Kirchhoff-Modell völlig egalitär funktioniert. Er macht ein bisschen auf Unterschichtenrhetorik.

20:55h
Schaue gerade im #lautgeben-Channel vorbei. Dort ist’s interessanter. So politisch inkorrekten Kram wie Lästern über Schröders Größe, seine gefärbten Haare oder Merkels Look.

21:18h
Es ist völlig eindeutig. Beim Thema Rente sind sich die beiden Kandidaten völlig einig. Beiden sind für die komplett unsoziale Riester-Rente. Merkel will kleinere Modifikationen.

21:40h
Beim EU-Beitritt der Türkei sind sie sich uneins. CDU-Rassismus gegen SPD’sche Hegemial-Politik.

21:51h
Insgesamt ist’s komplett langweilig. Wollte ich mal erwähnen.

21:59h
Jetzt folgt das Schlusswort. Der Irak-Krieg ist ein (Zitat) »überflüssiger Krieg«. Merkel: »Europas Grenzen klar definieren«.

Fazit:
Die Überschneidung der Kandidaten ist riesig. Unterschiede gibt es in der Frage, wie schnell die EU Weltmacht werden soll, bzw. inwiefern man diesen Weg gegen die USA geht.
Weitere Unterscheidung bei der Frage um die Türkei. Merkel einerseits, die für die klassisch fremdenfeindliche Position einsteht. Im Gegensatz dazu Schröder als modernisierter Machtpolitiker, der die Türkei aus hegemonialen Gründen dabei haben will.
Beide stehen für: Sozialabbau, Arbeitsfetisch und Nationalismus. Die Wahl ist die zwischen Pest und Cholera.

[ Bei lautgeben.de gibt’s einen IRC-Log ]

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