Hanno schreibt einige sehr richtige Sachen zu Rostock-Lichtenhagen. Lesen nicht vergessen.
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Yesterday I moved my blogroll to del.icio.us. I think this is the best solution to handle such stuff. It’s easy to do with bBlog: just use the RSS-fetcher and the RSS-feed of del.icio.us.
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Stefan hat eine neue Terasse. Stefan will seine Terasse einweihen. Stefan wird wieder zu viel trinken. Hannes auch. Termin: Montag Abend. Teilnehmer, mind.: Hanno, Johannes und Stefan (wer hätte das gedacht).
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»Was aus ihm spricht, fühlen viele. Und das ist das Problem.«
Viele haben große Hoffnung. Von »historischer Chance« hört man es allenthalben schwärmen. Das Projekt »Linkspartei« bewegt die Gemüter. Das ist zunächst einmal verständlich. Schließlich ist es dringend nötig, sich gegen Arbeitslosigkeit und Sozialabbau, gegen Armut und all die immer unverschämter werdenden Zumutungen der kapitalistischen Krisenverwaltung zu wehren. Und nur allzu durchsichtig sind die Versuche »interessierter Kreise«, jeden Ansatz zu sozialer Gegenwehr zu verteufeln; dazu gehört auch die Methode, sozialen Widerstand generell in die rechte Ecke zu stellen. Doch ist damit schon alles gesagt? Braucht man, nur weil man die Methoden der Westerwelle, Merkel, Müntefering, Bütikofer &Co durchschaut hat, sich nicht mehr kritisch mit der »Linkspartei« befassen? Wir meinen nein. Denn wir fürchten, dass dieses Projekt kaum Beiträge zur sozialen Emanzipation leisten wird, eher im Gegenteil. Schauen wir auf den Spitzenmann. Natürlich gibt es im engeren Umfeld der »Linkspartei« nicht wenige, die ihn kritisch beurteilen. Aber auch sie müssen sich der Frage stellen, warum ausgerechnet so einer an der Spitze ihrer Partei steht und warum die Wählermassen, auf die sie ja spekulieren, ausgerechnet so einem zujubeln. In seiner Zeit als Oberbürgermeister, Ministerpräsident, Bundesminister und Parteivorsitzender ist Lafontaine nicht eben durch fortschrittliche Taten aufgefallen. Seine Hetze gegen »Fremdarbeiter«, die deutschen »Familienvätern und Frauen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen« war kein Ausrutscher. Ende der Achtziger, als die Union anfing, gegen das Asylrecht zu hetzen, assistierte er bereits mit der Forderung, den »Zuzug von Aussiedlern zu begrenzen«. Anfang der Neunziger war er maßgeblich daran beteiligt, die SPD für die weitgehende Abschaffung des Asylrechts weich zu klopfen. Schilys Projekt von »Auffanglagern« für Flüchtlinge in Nordafrika hat er ausdrücklich begrüßt, den Frankfurter Polizeipräsidenten Daschner wegen dessen Infragestellung eines unhintergehbaren Mindeststandards, (nämlich der Abwesenheit von Folter als Verhörmethode) mit den Worten in Schutz genommen, er teile nicht diese »Prinzipienreiterei«. Arbeitslosen drohte er schon 1998 in der Bildzeitung: »Eine angebotene Arbeit muss angenommen werden. Sonst wird die Sozialhilfe gekürzt.« Sein neues Buch »Politik für alle« strotzt vor Ressentiment: Die Staatsbürgerschaft dürfe nur erhalten, wer deutsch spricht, Steuern zahlt und die Sozialsysteme finanziert also nur, wer »uns« nutzt und nicht, wer »uns« schadet. Das »deutsche Volk« ist ihm eine »Schicksalsgemeinschaft« und da es ihm ein Gräuel ist, dass die Präsidentschaftskandidaten Bush und Kerry in den USA »ihre Wähler schon auf Spanisch« ansprachen, fragt er sich besorgt, »wann Spitzenpolitiker in Europa bei Wahlkämpfen die Zuwanderer in ihrer Heimatsprache umwerben«. Er ist gegen den EU-Beitritt der Türkei und will eine »Volksabstimmung« darüber. Diese Aufzählung ist, wie jedeR weiß, unvollständig. Wie wenig links er ist, zeigt sich insbesondere daran, dass er niemals den Kapitalismus kritisiert. Im Gegenteil, er ist voll des Lobes für die »freie Marktwirtschaf«. Dafür wettert er umso mehr gegen »die schlechte Philosophie des Geldes«, die »Ideologie des angelsächsischen Neoliberalismus«, das »weltweite Spielcasino«, die »Wallstreet« usw. Das Böse kommt von außen und fällt über die ehrlich arbeitenden Deutschen her. Diese kreuzgefährliche, nur gefühlte »Kapitalismuskritik« wird keineswegs dadurch besser, dass sie weit verbreitet ist. Sie tritt bekanntlich auch schon mal als Müntefering’scher Heuschreckenschwarm auf.
Kröten schlucken und Taktieren?
Aber nicht wenige FreundInnen der »Linkspartei« scheinen bereit, jede Kröte zu schlucken. Es grassiert die alte linke Krankheit: Kaum winken Parlamentssitze und »Massenverankerung«, ist ganz schnell vergessen, was man »eigentlich« weiß. Und so schlägt die Taktiererei mal wieder wilde Kapriolen: Man müsse die Leute dort abholen, wo sie sind, es sei doch okay, wenn Lafontaine der NPD Wähler abspenstig mache, heißt es. Das klingt gut, hat aber einen entscheidenden Haken. Denn während der erste Teil des Vorhabens schnell umgesetzt ist – schnurstracks ist man bei »den Leuten« und redet ihnen nach dem Munde – geht der zweite Teil (wie immer) baden. Von »Abholen«, was ja gemeinhin heißt: zu jemandem hingehen und sich dann zusammen mit ihm von dort entfernen – keine Spur. Stattdessen Bedienen von Dumpfbackensprüchen und Stammtischparolen. In den Köpfen der solchermaßen Umworbenen, aus denen doch ursprünglich mal die »Nazis raus« sollten, ändert sich rein gar nichts. Es ist Unfug zu glauben, man könne seine rechte Klientel auf Dauer nur verbal abspeisen. Im Unterschied zu manchen Linken weiß das Lafontaine und er hat deswegen auch schon oft genug Taten folgen lassen. Das Ende vom Lied: Um den Rechten vermeintlich das Wasser abzugraben, macht man selber rechte Politik. Toll. Lafontaine werde halt nun mal leider als Zugpferd gebraucht, man werde ihn aber in ein paar Jahren schon »abschütteln«, lautet die zweite Illusion. Sie ist eng mit der ersten verwandt. Wir glauben nicht, dass so einer schon von selber abwirtschaften wird. Er diktiert jetzt schon, was in der »Linkspartei« läuft. Wie hat er sie alle bloßgestellt, seine parteiinternen Kritiker, die kleinlaut angemerkt haben, die Sache mit den »Fremdarbeitern« sei ja wohl doch nicht so ganz das Gelbe vom Ei gewesen. Erst hat er sie reden lassen. Und dann hat er seine Hetze offensiv verteidigt und damit klargestellt, auch gegenüber Bisky, wer den Hut aufhat. Wie hat er seine Kritiker in der WASG totgeredet und marginalisiert; er spielt das demagogische Klavier rauf und runter, er diskutiert nicht, er hat Publikum. ER ist ein Event. ER sorgt für verzückte Gestalten mit strahlenden Gesichtern und sie erschaffen IHN. Oskar errette uns! Je mehr ER sich vor den Kameras und Mikrofonen in Rage redet, desto leuchtendere Augen im Publikum, desto frenetischer der Beifall – und umgekehrt. Bei den Grünen hat es seinerzeit wenigstens noch ein paar Jahre gedauert, bis alle Reste von Basisdemokratie entsorgt waren und das Fußvolk freiwillig seinem Joschka zujubelte. Bei der »Linkspartei« fängt es schon so an. Fans und Führer. Ein schlechter Humus für das Wachstum kritischen Denkens. Nur wenige Tage nach seiner »Fremdarbeiter« – Hetze wählte ihn die WASG zum Spitzenkandidaten in NRW. Interessanter als das Zugpferd ist allemal der Wagen, der es sich vorspannen lässt. Noch Illusionen?
Kapitalismuskritik, ja bitte! – aber nicht als Ressentiment…
Was Oskar bedient, ist ein weit verbreitetes dumpfes Fühlen: An allem sind irgendwelche Bösewichter schuld. Heute sind es die Türken, morgen dann die Spekulanten oder wahlweise die unfähigen Politiker, ein andermal der Bush, dann wieder die Drogendealer oder die Ölmultis und eigentlich dann doch wieder die korrupten Manager und die Asylanten. Und die Finanzhaie und Heuschrecken nicht zu vergessen. So unterschiedlich die auch alle sein mögen und je mehr sich der eine vielleicht mit diesen und der andere eher mit jenen Lieblingsbösewichtern die Welt erklärt sie haben alle miteinander eine große Gemeinsamkeit: »ehrliche Arbeit« ist ihnen fremd, sie »hauen einen übers Ohr und betrügen einen«. Solcherlei »Krisenanalyse« ist populär. Sie verquickt erschreckenderweise das Nationale mit dem Sozialen. »Grenzen dicht für Lohndrücker« ist eine originäre NPD-Losung. Aber wo es gälte, solchen pseudosozialen Hetzparolen die unverzichtbare emanzipatorische Forderung nach offenen Grenzen und einem guten Leben für ausnahmslos alle Menschen entgegenzuhalten, trifft sie stattdessen auf (un)heimliche Sympathie in weiten Kreisen. Wie viel Zustimmung erhält sie beispielsweise in der Gewerkschaft Bau? »Arbeitsplätze zuerst für Deutsche« hat jemand Zweifel, wie eine Abstimmung des »Volkes« über diese Frage ausgehen würde? Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung belegt: 19 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder sind rechtsextrem eingestellt, genauso viel wie in der Gesamtbevölkerung. Aber unter den gut ausgebildeten Facharbeitern und qualifizierten Angestellten, der entscheidenden Gruppe von Gewerkschaftsmitgliedschaft wie -funktionären, haben ebenfalls 19% rechtsextreme Ansichten – gegenüber »nur« 13% in der Gesamtbevölkerung.
Die Rechten haben schon lange das Soziale entdeckt. Das hat sich mancheR noch mit schlichter Demagogie erklärt. Aber jetzt wird deutlicher, dass mehr dahinter steckt, denn die Linken entdecken das Nationale. Und »wenn Sozialisten national daherreden, muss der Rauchmelder in der demokratischen Linken losgehen.« (Pit v. Bebenburg, FR 30.6.05)
… sondern wirklich!
Jedoch auch im reflektierteren Diskurs der Linken werden immer häufiger Positionen wie diese vertreten: »Nationale Souveränitätsrechte« seien gegen die negativen sozialen Folgen der Globalisierung zu verteidigen, man könne sich nicht grundsätzlich gegen Abschiebungen aussprechen, das würde »unsere Sozialsysteme« überfordern usw. Wir wollen KollegInnen, die sich ernsthaft Gedanken über Wege aus der Krise machen, nicht in die rechte Ecke stellen. Das hieße, es sich zu einfach zu machen und wäre schlicht unfair. Wir halten es jedoch für ein Alarmsignal, wenn Linke zunehmend zu solchen Schlussfolgerungen gelangen. Wir glauben, dass solche Überlegungen auf die unauflöslichen Widersprüche immanent kapitalistischen Denkens selber hinweisen. Wer in den Kategorien von Staat und Kapital befangen bleibt, der muss zwangsläufig Sympathien für den Nationalstaat als vermeintlichem Garanten gegen die Herausforderung der weltweiten Verwertungsund Arbeitsplatzkonkurrenz hegen. Nationalstaatliche Rezepte aber sind nicht nur reaktionär und menschenfeindlich, sie sind auf Dauer auch »volkswirtschaftlich ineffektiv«. Denn der Versuch, sich vom Weltmarkt abzuschotten, kann nur in die Katastrophe führen. Das Problem ist allerdings: Die Auslieferung an den Weltmarkt führt haargenau zum gleichen Ergebnis. Will mensch angesichts dieses Dilemmas nicht in nationalstaatliche Borniertheit zurückfallen und stattdessen am Ziel einer globalen Assoziation freier Individuen, also an einer grundlegenden linken und emanzipatorischen Selbstverständlichkeit festhalten, so kann es nur eine Konsequenz geben: Wirkliche Kritik der Verhältnisse kann den Markt nicht mehr länger wie eine unhinterfragbare Naturerscheinung behandeln. Sie muss sich ihn stattdessen selber vorknöpfen. Und seine Voraussetzungen. Die Kritik von Ware und Wert, von Arbeit und Geld, von Kapital und Staat ist zur unhintergehbaren Bedingung für menschliche Emanzipation geworden. Angesagt ist keine Kapitalistenkritik, sondern eine Kapitalismuskritik, eine, die nicht von »Heuschrecken« und »Stechmücken« phantasiert. Die stattdessen nachweist, dass weder Zinsen noch Asylanten, weder Finanzkapital noch Drogendealer die Ursache der Krise sind, sondern die nichtpersonale Herrschaft der (vermeintlichen) Sachzwänge des kapitalistischen Verwertungsprozesses. Angesagt ist eine Analyse, die entschieden über die allzu billige Dutzendware der »Neoliberalismuskritik« hinausgeht. Eine, die sich unvoreingenommen der Frage stellt, was »Politik« im althergebrachten Sinne heute noch ausrichten kann. Die der Tatsache ins Gesicht sieht, dass Parteien heute, egal wie sie heißen mögen, alle miteinander im Wesentlichen das Gleiche veranstalten. Nicht solange sie das Glück haben, in der Opposition zu sein, das ist uninteressant. Entscheidend ist die Frage: warum unterscheiden sie sich kaum noch, sobald sie »in Verantwortung stehen«? (Siehe nicht nur SPCDFDGRÜ, sondern eben auch Lafontaines Vergangenheit oder die PDS in Kommunen und Landesregierungen im Osten.) Das Phänomen namens Arbeitslosigkeit überlebt alle Regierungen und Parteien und mit ihm seine vielen destruktiven Folgen wie Schwindsucht der Sozialversicherungssysteme, Lohndrückerei, Ellenbogenkonkurrenz, Zerrüttung der öffentlichen Haushalte usw. usf. Trotz national wie regional unterschiedlicher Gestalt und Ausprägung letztendlich ist der ganze Globus von diesen Krankheiten befallen. Kann es sein, dass alle Politiker sämtlicher Parteien auf der ganzen Welt nur dumm und unfähig sind? Sicher nicht. Es muss also andere Ursachen des Desasters geben als die Politik. Jede Regierung, jede Kommune ist immer abhängig von der »Finanzierbarkeit« ihrer Vorhaben. Versiegt diese Quelle, steht es schlecht um sie. Der Ursprung der Probleme liegt folglich in der Wirtschaft. Aber auch mit der ist es nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Sind alle Manager der krisengeschüttelten Unternehmen auf der ganzen Welt nur dumm, unfähig, korrupt, »Nieten in Nadelstreifen«? Das wäre ein völlig unwahrscheinlicher Zufall. Und selbst wenn dem so wäre: da nichts Besseres nachkommt, kann auch dies nicht die Ursache sein. Kommt man ihr mit dem Ausmachen von »Heuschrecken« und üblem Finanzkapital auf die Schliche? Wohl kaum. Ohne Kredite und immer neue Kredite bis hin zu kompliziertesten Konstruktionen und Verschachtelungen im globalen Finanzsystem würden Wirtschaft und Staaten schon lange nicht mehr funktionieren.
Alles in dieser Wirtschaft hat seine innere Logik: Je mehr technologischer Fortschritt, desto weniger Arbeitsplätze. Je mehr Arbeitslose – das heißt im Klartext: je mehr als »überflüssig«, weil nicht verwertbar abgestempelte Menschen, desto höher der Druck auf diejenigen, die noch Arbeit haben. Je länger die Arbeitszeiten, je niedriger die Löhne, je geringer die Unternehmenssteuern, desto besser die Position in der Standortkonkurrenz. Je länger die einen arbeiten, desto geringer die Chancen für die andern, noch Arbeit zu bekommen. Je weniger Ausgaben für die Krankenhäuser, desto zufriedener der Stadtkämmerer. Je mehr eine Regierung von Beseitigung der Arbeitslosigkeit redet, desto sicherer ihr Scheitern. Je mehr Kredite, desto länger kann man noch weiterwurschteln. Wie lange eigentlich noch? Die Zusammenbrüche ganzer Nationalökonomien, letztes Beispiel Argentinien, Japan segelt seit Jahren hart an dieser Kante sind sie möglicherweise ein Hinweis darauf, was uns noch bevorsteht?
Worauf es ankommt
Auch die nächste Regierung wird auf die »Finanzierbarkeit« ihrer Politik angewiesen sein, sprich: von der Wirtschaft abhängen; dies gilt sogar für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr das unangenehm wäre. Viel spannender als die Frage, welche Parteien regieren, ist dies: Wann hören wir auf, immer nur andere für unser Glück und Unglück verantwortlich zu machen, anstatt selber etwas dafür zu tun? »Ich hab’ mein Kreuz auf dem Wahlzettel gemacht, jetzt sollen ,die’ mal machen…« Wann stehen wir endlich auf für unser ureigenstes Interesse: Ein gutes Leben für alle! Es geht nicht darum, andere Verhältnisse schön zu reden. Aber ein Blick über den Tellerrand lohnt sich schon. Als die französische Regierung den Pfingstmontag als Feiertag streichen wollte, sind die Leute einfach nicht zur Arbeit erschienen. In Deutschland weiß man offenbar nicht, dass so was geht. Es meckern zwar alle aber arbeiten gehen sie trotzdem. Ein nicht unerheblicher Unterschied. Dass wir uns den Zumutungen nicht mehr beugen und uns wehren. Nicht im Ressentiment gegen alle möglichen eingebildeten Bösewichter, sondern in Solidarität und Phantasie, begleitet von kritischer Analyse und im Eintreten für ein gutes Leben für alle. Und wenn wir alle sagen, dann meinen wir auch alle. Weltweit. Das ist etwas völlig anderes als die populistisch/volksgemeinschaftlich eingefärbte »Politik für alle« des Herrn Lafontaine. Dass wir ausbrechen aus dem Teufelskreis von Arbeitszwang und Arbeitslosigkeit, von Geldvermittlung und »Finanzierbarkeit« unseres Lebens. Das wäre ein spannendes Projekt. Generationen haben von einem guten Leben geträumt, frei von Maloche, Ausbeutung und Erniedrigung. Heute wären wir endlich in der glücklichen Lage, mit so wenig Arbeit wie noch nie soviel Lebensqualität wie noch nie produzieren zu können. Wenn der »ganze Laden« nicht so irrsinnig organisiert wäre. Es wäre folglich viel darüber nachzudenken, auch zu streiten, womöglich zu experimentieren, ob und wie wir denn diese einfache und doch so schwierige Aufgabe lösen könnten: menschenverträglich zu wirtschaften. Suchen wir nach Wegen, uns den massenweise vorhandenen Reichtum anzueignen, bevor wir möglicherweise eines Tages im unerschütterlichen Glauben an die Unantastbarkeit von Ware, Arbeit und Eigentum vor vollen Schaufenstern verhungern werden. Das wären übrigens auch schlechte Zeiten für lechts-rinkes Durcheinander in den Köpfen und gute fürs Vorankommen heraus aus der Krise.
Quellen: Franfurter Rundschau v. 26.6., 29.6., 30.6. und 1.7. – Die Zeit v. 26.6. – jungle world v. 22.6. Literatur und Links: www.streifzuege.org – www.krisis.org – www.cogito-institut.de – www.lag-antifa.de – www.mutgegen-rechte-gewalt.de Franz Schandl, Fan und Führer, Anregungen zu einer Typologie des affirmativen Unwesens, in Krisis, Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft, Nr.28 Michael Fichter, Richard Stöss, Bodo Zeuner, Ergebnisse des Forschungsprojekts »Gewerkschaften und Rechtsextremismus« (Laufzeit 2003 und 2004) unter www.polwiss.fu-berlin.de Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Maria Wölflingseder (Hsg.), Dead Men Working, Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs, ISBN 3-89771-427-2
[ Zur Kenntnisnahme. PDF unter /files/ ]
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Mir trampeln die Deppen aus dem Westen genauso auf den Nerven herum wie die aus dem Osten, Deutsche sind sie allesamt, ihre komischen Probleme miteinander gehen mich nichts an.
Wiglaf Droste, »Herr Schönbohm kegelt alle Neune«
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Ubuntu lässt sich nun auch direkt auf LVM installieren. Und es hat einen Spash-Screen, den man erst aktivieren muss. Ansonsten gibt’s jetzt eine CD des »flotten Dachs’«, der hoffentlich eben so hübsch rennt, wie seine Konkurrenz, sein Vorgänger der »ehrwürdige Igel«.
[ via Golem und: sehr schön, sagt da der Gentoo-Nutzer und weißt dezent auf sys-apps/splash-utils und sys-fs/lvm2, sys-fs/evms ]
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Man kann von Jürgen Habermas aus vielen Gründen scheiße finden. Nationalisierungdiskurs in der Linken (Stichwort: »Nationalstolz nicht trotz, sondern wegen Auschwitz«, Stichwort: Verfassungsloyalität), sein Wandel vom Adorno-Schüler zum Haus- und Hofphilosophen der rot-grünen Prominenz oder auch den Blödsinn, den er in seinen Abhandlungen über Diskurse schrieb. Nun liefert der ergraute Herr einen mehr: er fetischisiert die Katholische Kirche als, wie der Spiegel in seiner aktuellsten Ausgabe zitiert, »Krücke der entgleisenden Modernisierung«, als »transzendeter Bezugspunkt aus der Sackgasse«. Schon wieder pervertierte Kritische Theorie.
Wollten die tradionellen Vertreter der Kritischen Theorie (siehe: »Religösität und Transzendenz«) noch den Glauben vom Wahn trennen um die Möglichkeit zur Transzendenz zu erhalten, so reicht einem Habermas die Existenz des Glaubens und dessen Verherrlichung als »transzendenten Bezugspunkt«. Ich muss kotzen.
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Die wahrscheinlich einzige Zeitung in Deutschland, die ab un an mit solch Hochkarätigem aufwarten kann: Moishe Postone in der Jungle World. »Geschichte und Ohnmacht«, lesen!
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Leider, leider ist nun auch die letzte Barriere der politischen Vernunft gefallen: die Landeswahlauschüsse haben beschlossen, die Linkspartei zur Gänze zuzulassen. Das ist betrüblich, sehr sogar. Damit ist wohl die letzte Chance gefallen, dieses reaktionäre Iditionenkonsortium auf juristischem Wege zu stoppen. Es sei denn, der Bonner Staatsrechtler Wolfgang Löwer hat mit seiner Klage Erfolg. Kann dieser Spuk nicht einfach schnell wieder vorbei gehen?
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Currently I’m developing a way to store signatures in a SQLite-database file. It’s written in python an I need some help with unicode in python. It’s my first more or less serious program in python, so don’t be too grim. Reading the database works but if I try to enter utf8-encoded chars it failes. Just take a look at the commented block in randomquote. I will spend a link on the one who can help me.
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Das ist aber auch schon die einzige Affinität zur Kompetenz, deren Existenz sich Frau Merkel doch ach so sicher ist. Alle schwärmen von seiner Vorschlag zur Steuerreform, längst vergessen der Merz’sche Bierdeckel, jetzt kommt das Kirchhof’sche Fass: alles wird einfach, transparent, bürgernah. Der Traum jedes Mitglieds des Bundes der Steuerzahler.
Die Einkommensteuer soll nicht mehr nach Höhe des Einkommens bestimmt, sondern fix ein Viertel betragen, der Spitzensteuersatz soll auf 25% gesenkt werden, die Ausnahmeregelungen sollen fallen. Eine neoklassische Idee, unternehmer- und – dank des konservativen Kirchhof – familienfreundlich. Auch diese unsoziale Idee soll sozial sein, wie es derzeitig ideologisch in ist. Siehe »PDS.Die Linke« oder auch die Propaganda der SPD, die ihre Wähler links von der Mitte zu mobilisieren versucht.
Die Einkommenssteuer soll also nicht länger als Lenkungs- und Umverteilungssteuer dienen, sondern ganz gleich auf welche Einkommensart erhoben werden. So schön das klingt, ist es eben in der Realität nicht anwendbar. Zusätzlich eben das unerträgliche, typisch konservative Gefasele des Herrn Kirchhof: warum sollen bitte Familien gerade steuerlich begünstigt werden? Warum nicht »Menschen, die mit Kindern zusammen leben«? Das ein steuerfreies Kindergeld »zu erwägen« sei, ehrt Herrn Kirchhof ungemein. Das ein solches in Zeiten knapper Kassen erwägt wird, ist ungemein unwahrscheinlich. Frau Merkel, wenn sie das nächste Mal einen »Experten« suchen, dann achten Sie doch bitte nicht ausschließlich auf eine Dopplung des Anfangskonsonanten. Denn das ist nun wahrlich kein Signum politischer Fähigkeit.
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I put Monopod into our BreakMyGentoo-repository. It is a tool to fetch podcasts and follows the central GNOME-philosophy «it just works». Update our SVN-repository, type «emerge net-news/monopod» and enjoy a small but famous application.
Update:
Sorry, I included an outdated version. Please update your repository again to get 0.4.
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Dieses Stöckchen wird weiter gereicht an Basquiat, Johannes, Stefan, Thorsten,
Bruderherz und Florian.
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Gestern auf der Heimfahrt vom Köln-Besuch eine der erträglichsten Radio-Sendungen »Kopfhörer« auf SWR 1 gelauscht. Wieder sehr gute Musik im Programm. Recht ausführliche Vorstellungen des Albums »Heart & Soul«, das aktuellste Machwerk des alten Genius des Rock-Pops, Joe Cocker. Glücklicherweise weniger poppig als »No Ordinary World« und als Platte angelegt, die ausschließlich Cover-Versionen enthält, sind die Stücke, die ich gestern hören durfte, sehr gelungen. Cocker spielt alle seine Qualitäten aus, seine Stimme, seine Fähigkeit, bekannten Songs ein neues Gewand zu verpassen ohne dabei einen blosen Abklatsch zu produzieren und seinen Mut, sich weiter zu entwickeln auch wenn seine Fangemeinde sicherlich einen ganz bestimmten Joe Cocker hören möchte. »I who have nothing« ist sicher eine ganz großer Song, seine Interpretation tut dem keinen Aubbruch, im Gegenteil. Achso, by the way, diese CD findet sich noch nicht in meinem Regal. Einschleimen!?
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) etwas mit Inhalt zu füllen, noch einige Ausführungen zu Religionskritik aus rationalistischer und psychoanalytischer Sicht.
Gott ist … egal
Es geht nicht darum, ob es Gott gibt oder nicht. Diese Frage ist metaphysisch und deshalb – nach Kant – nicht zu beantworten und somit sinnfrei. Es ist also egal ob, wie Nietzsche sagen würde, Gott tot ist oder Gott eben schlichtweg nicht existiert oder ob er gar existiert.
Vulgärmarxismus: Opium des Volkes
Der traditionelle Marxismus sieht in der Religiösität breiter Schichten eine Affinität zu Drogen und vergleicht dies auch so. Marx Religionskritik basiert hauptsächlich auf den Feuerbachthesen, die allerdings zu kurz greifen. Zwar ist die Religion ein Ausdruck des begrenzten Selbstbewusstseins oder nach Freud eine Neurose aber eben nicht nur ausschließlich eine psychische Deformation, sondern zugleich auch ein Prinzip, die Möglichkeit des transzendenten Denkens.Kritische Theorie: transzendentes Denken vom Wahn befreien
Herbert Marcuse kritisiert in »Der eindimensionale Mensch« (oder auch Theodor W. Adorno in »Minima Moralia«) die Religionsrezeption des klassischen Marxismus’, die zu verkürzt sei. In der Fähigkeit der Menschen zur Religiösität drückt sich eben nicht nur die Fähigkeit zur irrationalen Neurose, sondern ebenso die Möglichkeit zum transzendenten Denken, zum »Prinzip Hoffnung«, wie Bloch sagt, aus. Diese dialektische Sichtweise der Religiösität, nicht der Religion, ist der Realität viel eher gewachsen. Transzendentes Denken, also die rationale Möglichkeit dazu, das Eigentliche zu antizipieren, ist von der Idiotie der Religösität zu befreien, um die Möglichkeit sozialer Emanzipation aufrecht zu erhalten. Auch wenn Kant das anders gesehen hätte. In dieser Folge wird auch ein Schuh daraus, denn trotz alledem ist der Mensch, um Jean-Paul Sartre zu genügen, das was aus sich macht – oder machen lässt.
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