Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, der sich sonst im Haltungsturnen übt, macht sich Gedanken über die Parteien und ihren Platz im Wertekanon. Zuerst einmal taugen die Kategorien nicht, sie sind meines Erachtens zu grob, zu unsensibel. Auch die daraus gezogenen Schlüsse kann ich nicht teilen. Die alte Mär von der Kongruenz der Radikalen ist so einfach und verkürzt, wie die Leugnung jeglicher Schnittstellen. Ich habe mir ein anderes Modell überlegt, welches mehr darauf basiert, sich unterschiedliche für die derzeitige Politik wahrgenommene Leitideen vor Augen zu führen und in diese die Parteien einzusortieren. Ich habe jetzt recht wahllos einige hinausgegriffen, andere können (und sollen) folgen. Hier also mein Gegenvorschlag:
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Ein bisschen Erklärung
Zu den unterschiedlichen Punkten ist zu sagen, dass ich erst einmal die mir offensichtlich einfallenden außen- sowie innenpolitischen Dominanten gewählt habe. »Autoritär« ist hier synonym mit »autoritärer Fixierung«, »europatriotisch« der positive Bezug auf Europa als Gegenmachtblock, als widerstreitendes Element zu den USA. PDS und WASG habe ich unzulässigerweise zusammengenommen. Unzulässigerweise deswegen, da sie eigentlich völlig unterschiedliche Parteien sind und unterschiedlich zu bewerten wären. Da sie aber wahltechnisch gemeinsam antreten werden, habe ich versucht, die Unterschiede soweit wie möglich zu nivellieren.
Schlüsse
Im Gegensatz zu Herrn Lünenbürger-Reidenbach würde ich die Theorie der Schnittstellen oben halten. PDS/WASG und NPD liegen nicht »nahe beieinander«, sondern weißen vielmehr teilweise gemeinsame Charakteristika auf. Ebenso wie das Gros der deutschen Parteien, den skandalisierten Lafontaine-Ausspruch der den Schutz vor Fremdarbeitern proklammierte sicherlich unterschreiben würde. Wer weitere Begründungen zu den einzelnen Bewertungen lesen möchte, soll einfach einen Kommentar schreiben…
