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Internet Explorer ist toll 0

Ja, gaaaaaaaaaaanz toll.

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Unterlagen zu »Einführung in die Theorie des Marximus« 2

Wie berichtet, hatte ich die zweifelhafte Ehre ein Referat zum Thema »Einführung in die Theorie des Marxismus« zu halten. Unter /files/schule/geschichte/marxismus/ habe ich die verwendeten Materialien (Referatkärtchen, Merkblatt, als LaTeX-Source) hinterlegt, vielleicht hilft es irgendjemandem einmal. Nicht wundern: ich wahr genötigt, das Thema sehr populär und verkürzt darzustellen. Mein 1.5 habe ich trotz alledem dafür bekommen, somit: was soll’s…
btw I: weiß jemand zufällig, wie ich solcherlei Kärtchen sinnvoll mit LaTeX generiere?
btw II: Glückwunsch, Hannes, zu deinen doch sehr passablen Noten (im Vergleich zu deinem bisherigen Gejammer)!

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Zum kotzen! 0

Manchmal hasse ich die Vervollständigungsfunktionen der Bash:
cp /home/lars/Schule/Geschichte/{Makefile,heft.tex}
…hat mir gerade meine kompletten Aufzeichnungen gekillt. Was so ein Punkt manch einmal ausmacht…

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Die letzten Tage 3

Habe gestern einer Freundin zur heutigen 1 in Geschichte verhelfen können. Ergebnis dessen: Schlaf erst ab 0:30h. Am Sonntag Geburtstagscafè gemeinsam mit guten Freunden und verdammt gutem Kuchen, für dessen Genialität sich meine Mutter verantwortlich zeigte. Am Freitag folgt dann mündliche Befragung meiner Wenigkeit im obigen Fach. Wird locker, ich denke ich werde den Lehrer nötigen, mich zu Revolutionen in Deutschland zu befragen, sprich: Revolutionen und Revolutiönchen von oben. Von den preußischen Reformen, über Bismarck bis 1945. Zudem darf ich morgen den Leuten in meiner Klasse Marxismus erklären. Wird sicher witzig. Leider darf ich keine Ausführungen zur Kritik der politischen Ökonomie vornehmen. Damit entfällt der (auch für mich) spannende Teil.
Nächste Woche dann Geburtstagsparty hier (Bernd, hast du Zeit?), endlich einmal wieder guten Wein en Masse trinken ohne schlechtes Gewissen oder die Frage “Wie komme ich eigentlich nach Hause”. Zum Geburtstag gabs einiges nettes, meine Süße konnte es sich nicht verkneifen, mir <span title=“Buy it on the fly and support usrportage.de”>»Ästethische Theorie«</span> zu schenken. Ansonsten gabs viel Wein (pappsüßer schwäbischer Weißwein, leckerer Trentino-Merlot und ein Fläschchen 2000er Torbolone), der gleich am Sonntag meinen genusssüchtigen Gästen – z.B. diesem hier – zum Opfer fiel, ein hübsches sandfarbenes Leinenjacket inkl. passender Hose (yeah, die Frühjahrskollektion nimmt langsam Form und Farbe an!). Kultgeschenk par Excellence: ein edles Weinthermostat. Danke für den ganzen Stuff, echt fein.

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An differenter Front vereint schlagen 0

Der aktuellste Skandal der bundesdeutschen Politik war die angeblich klassenkämpferische Rede des SPD-Parteivorsitzenden Müntefering. Er beklagte das Machtgefälle zwischen Politik und Kapital und kritisierte dieses angeblich. Das er das gar nicht tat fiel nicht nur niemandem auf, auch dass seine Rede nur im schlechtesten Sinne antikapitalistisch war, wurde überall “vergessen”.
Wie immer, wenn der Spiegel ein spannendes Thema riecht, meint sich dieser nun auch einmischen zu müssen. Gegen die angebliche Amerikanisierung der Welt, den bösen Turbokapitalismus und überhaupt dass alles doch sooo global sei. Diese grundsätzlich falsche Analyse teilen alle nationalen Sozialisten, von SPD bis PDS, von NPD bis DKP von Attac bis hinein ins – glücklicherweise diskursirrelevante – linkradikale Milleu.
Anstatt die ökonomische Vergesellschaftungsform theoretisch fundiert und begründet, sprich emanzipatorisch zu kritisieren, lassen sie lieber die Ressentiments sprechen. Die USA sind das Weltübel und fungieren als diskursiver Helfershelfer, wo der Jude als Böses nicht mehr reicht.
Wie schrieb also Karl Marx 1862 an Johann Philip Becker:

“Prügel ist das einzige Resurrektionsmittel für den deutschen Michel.”

Weiteres zum Thema:

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Music Review, Vol. V 0

I’m really a darling of fortune: in my [s]unbeloved[/s] school, there were some gramophone records laying around. Classical music, umpteen of Frederic Chopin, some Johann Sebastion Bach records and – as a highlight – a so far unused release of Pjotr Tschaikovsky’s “Nutrocker” and his Suites for Strings. All in all thirtee platters. An the best: they are all for free. Nobody was interesting in this records. So I took these and now I’m quite engaged in listening to this wonderful music.
Just to mention, now I’m going back to the chapter “Excepts Of An Too Wealthy Child”:

<img align=“right” src=”/img/CD/bob_geldof-loudmouth.png” alt=“Cover: Bob Geldof – Loudmouth” title=“Buy it on the fly and support usrportage.de!” />Bob Geldof and The Boomtown Rats – Loudmouth
Just cut short: this CD is rubbish. Quality sucks (no possibility to enlighten that in the store) and the music in general is not quite nice. I’d bought this CD because of knowing Bob Geldoff as the interpret and author of “Don’t like Mondays”. I like the song and the text but the rest of the LP is completely an affront against my fine ears.
I really respect the political attitude of Bob Geldoff, I like what he is saying about north-south problematics but his music is – excluding “Don’t like Mondays” – not my style.

<img src=”/img/CD/jimi_hendrix-smash_hits.png” alt=“Cover: Jimi Hendrix – Smash Hits” title=“Buy it on the fly and support usrportage.de!” align=“left” />Jimi Hendrix – Smash Hits
Reason to buy this CD: getting a nice overview over the work of Jimi Hendrix. He was until now completely missing in my music library. For this task it is good for but I think it’s time to become a bit more friendly with Jimi Hendrix. But: “Hey Joe” rocks in every case.

<img src=”/img/CD/blur-modern_life_is_rubbish.png” alt=“Cover: Blur – Modern Life Is Rubbish” title=“Buy it on the fly and support usrportage.de!” align=“right” />Blur – Modern Life Is Rubbish
Blur’s style is comparable with Oasis or other protagonists of the Brit Pop revival in the early ninetees. Melodious guitar riffs (sign of their guitar highlighting: guitar snatchs are printed in the booklet), an extremely acerbly accented british dialect in their vocals and – not to forget to mention – an album what an album should be. Not a arbitrarily mix of some songs but a complete work of art with its characteristic order. The order makes sense: beginning with “For Tomorrow”, an ironic-optimistic peace about there topic anounced in the title, to “Star Shaped”, a piece which broachs the issue of dialectics in modern life. After all, the epilogue, “Resigned” which proclaims love as an loophole out of the current circumstances. The album is a plaedoyer against cold lonesomeness and depressive preclusion.

Other Reviews:

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Nothing New From Heimatfront 0

Das Institut für Staatspolitik, ein mit der deutschnationalen Jungen Freiheit verbändeltes erzreaktionärer Thinktank, geht nun seiner Funktion als Tabubrecher ohne Tabu nach. Die Damen und Herren gerieren sich als unglaublich different und sind dennoch nicht mehr als die Avantgarde des deutschen, normalisierten Geschichtsdiskurses wenn sie Aufrufe (PDF) verfassen, am 8. Mai nicht nur der Befreiung zu gedenken, sondern ebenso der ach so schrecklichen Vertreibung der ach so armen Deutschen aus ihrer (Zitat:) “angestammten Heimat”. Sie sind nichts weiter als diejenigen, die sich das schon zu sagen trauen, was erst übermorgen offizielles Parteiprogramm der Parteien der Mitte ist. Sie sind nur – im schlechtesten Sinne – ihrer Zeit voraus.

Unter den Unterzeichnern des erwähnten Pamphlets finden sich bekannte Namen wie der des Reinhard Günzel. Generalmajor a.D. und bekannt als Apologet der Ergüsse des CDU-lers Hohmann zu Tätervolk und Opfergestus. Zum selbigen Themenkomplex verlegt das wundervolle Institut auch ein Buch unter dem Titel »Der Fall “Hohmann–Günzel”«.

Hinweis:
Die hier erwähnten Verweise können verfassungsfeindliche Propaganda beinhalten. Der Autor dieser Seite distanziert sich ausdrücklich hiervon.

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Und es kam, wie es kommen musste 0

Und es kam wirklich, wie es kommen musste: es gibt einen Nachfolger. Kardinal Josef Ratzinger, qua Profession Erzreaktionär, ist der neue Papa.
Jede Hoffnung auf Reformen innerhalb des konservativen Bollwerks der katholischen Kirche sind damit erschöpft. Ratzinger wird des Kurs seines Vorgängers fortsetzen, für mehr AIDS-Tote in Afrika, Terror des Zölibats, Frauenverachtung etc. sorgen.
Vielleicht ist sein selbstgewählter Name Benedictus XVI. ein schlechtes Omen: Benedictus XIII. war die längste Zeit seines Amtes in der Festung Peñíscola gefangen. Möglicherweise sind Gefängnisse die einzigen sinnvollen Residenzen für Päpste.

Update:
Benedictus XVI. ist Ehrendoktor der Opus-Dei-Universität im spanischen Pamplona. Der Gründer des Opus Dei Josemaría Escrivá de Balaguer y Albás (im Übrigen auch einer der Seeligen, die von Johannes Paul II. ernannt wurden), war guter Freund der spanischen Franco-Diktatur und schärfster Gegener jedweder Befreiungstheologie. Der Arbeitsethos und die Verherrlichung von Leiden (“Geheiligt sei der Schmerz. Geliebt sei der Schmerz. Gelobt sei der Schmerz”, “Geheiligt sei das Mühsal. Verherrlicht sei das Mühsal. Geliebt sei das Mühsal”) in der Ideologie dieser Organisation ist nicht mehr und nicht weniger als faschistischer Impetus.

Weitere Artikel (hier):


Weitere Artikel (woanders) [updated]:

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»Sprich einfach« - Sprache und Ressentiment 1

Die frühen Vertreter der Kritischen Theorie, also Halbgötter wie Walter Bendix Schönflies Benjamin, Theodor Wiesengrund Adorno, Max Horkheimer formulierten relativ durchgängig in den ausführenden Begründungen zur Wahl ihrer sprachlichen Mittel, dass eine der wenigen Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Lesenden eben genau diese Wahl sei.

So also ist die Verwendung einer Sprache, die den Leser fordert die Umkehrung der populistischen Logik, die dem politischen Mainstream Sinn stiftend gilt, nach welcher Sprache Verschleierung und propagandistisches Mittel ist. Sprache ist also die Möglichkeit immanent, (Auf-)klärung und Verwirrung zu stiften. Das Erstere muss das Ziel der Kritischen Theorie bzw. ihrer Apologeten sein, zu denen ich meine Wenigkeit inzwischen relativ abstrichlos zählen würde.

Der Kotau vor der Realität, der das angeblich erwachsene, solche Prinzip als Voraussetzung für das massenweise Verständnis propagiert, ist schon die Lästerung der eigentlich Erkenntnis. Sie ist, a priori, falsch nicht mehr förderlich zum Erreichen des Eigentlichen. Bildung lästert wider sich selbst, wenn sie sich als Projekt geriert. Wenn sich also Vermittlung und das Gedankenmachen vor Inhalt und Lehre drängen – also Suggestion und Pädagogik vor ein zu beschreibendes Axiom, Theorem etc. treten – hat das Sein sich längst dem Bewusstsein bemächtigt und der falsch verstandene Materialismus führt sich selbst ad absurdum. Ist somit real geworden als ein generöses Prinzip eines verkuschelten Transformationsergebnisses der Theorie, die ihm einst zu Grunde lag. Ebenso, wie sich Theoriebildung als Veräppelung präsentiert, hat sie sich der realen Transformation schon bemächtigt: der schwächliche, wenigstens potenziell faschistische Charakter ist so weit geöffnet für ihre Umtriebe, dass der Verursacher, die kulturindustrielle Stigmatisierung und Idiotisierung, sowie emotionale Infantilität und Robotisierung, sein Werk schon vollendet hat.

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Ich auch! 0

Nettes Zitat von Henryk M. Broder, gefunden in Torsuns Weblog:

“Ich bin mir sicher, dass ich nicht gaga bin. So bleibt nur die andere Option: Die anderen sind es. Ich sage das ohne jeden Zweifel und ich kann es in jedem einzelnen Fall belegen.”
Henryk M. Broder

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Man(n) will schön sein 6

Nachdem ich in letzterer Zeit aufgrund des Drucks durch verstärkte Haarpracht genötigt wurde, mich nach Entfernungswerkzeugen für solcherlei Dschungelbewuchs umzusehen, habe ich nun einige Derivate, die zu diesem Zweck designt sind, testen dürfen.

Die klassische Variante: Rasierer und Rasierseife
Funktioniert ganz ok, bringt allerdings das Problem, dass es Haare nicht dezimiert sondern nur an der Hautoberfläche abschnibbelt. Außerdem werden die nachgewachsenen Haare schnell borstig. Somit: unpraktische Lösung.

Die teure Variante: Epiliergerät
Durch meine Freundin kam ich auch in den Genuss ein solches Ding zu testen. Extrem schmerzhaft aber halbwegs effektiv. Allerdings habe ich es nicht ausgehalten, mehr als 1/3 einer Wade zu bearbeiten. Ergo: effektiv aber extrem schmerzhaft (ich tendiere dazu, Frauen ein grundsätzlich anderes Schmerzempfinden anzukonstruieren. Menstruationsblutung und solche Folterwerkzeuge, Respekt!).

Die Lösung: Haarentfernungscreme
Einfach zu bedienen und noch netter in der Wirkung. Nach zweimaliger Anwendung ist kein Haar mehr da, wundervoll. Das würde ich empfehlen.
Von mir verwendetes Produkt: VEET.

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Music Review, Vol. IV 0

<img src=”/img/CD/ray_charles-greatest_hits.png” align=“right” alt=“Cover: Ray Charles – Greatest Hits” info=“Buy it on jazzradio.net!” />Ray Charles – Greatest Hits
The LP was my this year’s easter-egg. My father bought this one for mine, because I flighty mentioned my admiration for his godness Ray Charles. It is a short survey of his work. From “Born to Lose” to “You are my Sunshine”, from “Eleanor Rigby” to “Careless love”. This CD is a duty for all those, who want to have a compressed extract of Ray Charles’ work. One thing is sad: quality sucks much.

<img src=”/img/CD/red_hot_chili_peppers-live_in_hyde_park.png” align=“left” alt=“Cover: Red Hot Chili Peppers – Live In The Hyde Park” title=“Buy it on amazaon.com and support usrportage.de!” />Red Hot Chili Peppers – Live In The Hyde Park
I’d mentioned the low-price weeks in Saturn and I was debauched to buy one more LP. “Live in the Hyde Park” is a two CD album, recorded in 2004. It contains all important tracks of the Chili Peppers such as “Can’t stop”, “By the way”, “Throw away your television” and as the best-known “Californication”. This songs are quite nice, but you shouldn’t hope to get the known versions. Listening this stuff live means to have completely different versions, I punctiliously thought I would listen to unknown songs so far. Large guitar solos, ardent and dirty vocals, articulated beats and impulsive rhythms are the lights of this recording. So would recommend to give all songs a try, not just the known songs are quite good, also “Scar Tissue”, “Otherside” and and “Get on Top” are events on this LP. Enjoy it in a live and real way.

Other Reviews:

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Erwiderung: Rolemodel und Funktion 2

Zu »Leichtfertig, sorglos, würdelos und achtungslos«:

…Fast täglich höre ich, dass jemand Ausdrücke wie “Den bring ich um” sagt…

Hier wird genau der Punkt angesprochen, der die Differenz zwischen der normalisierten, alltäglichen Morddrohung und der Freude über das Ableben einer Person ist. Ersteres ist Teil einer brutalen Verfasstheit und Geisteshaltung des Gros, im anderen Falle ist es die Freude darüber, dass ein bestimmter öffentlicher Würdenträger nicht weiter befähigt ist, seiner ekeligen Rolle als solcher nachzukommen. Die Hoffnung auf das Ableben eines spezifisch Widerwärtigen ist die letzte Hoffnung im Angesicht der Ohnmacht des Individuums in der bürgerlichen Gesellschaft. Sprich: die Freude über das Ableben ist ein spezifischer und kein genereller. Zentraler Punkt ist also die Unmöglichkeit, einer Rolle weiterhin nachzukommen. Diese Position ist also deutlichst unterscheidbar von Ganggewalt, Schlägertruppen und allgemeiner Rohheit.

Schizophrenie oder Rolle und Sein verhalten sich dialektisch
In einer Gesellschaft von Würdenträgern (Pfarrer, Politiker, Maintainer etc.) speist sich das Verhalten innerhalb dieses Rolemodels aus den gegebenen Anforderungen also dem patriarchalem Konglomerat von Erwartungserfüllung, Pflichtbewusstsein, Treue und Selbstdiszisplinierung. Dieser Teil der Existenz ist also nicht zwangsweise kongruent zum wirklichen Sein, sondern viel heufiger gleicht sich Sein und Ich-Struktur der Gegebenheit an.
Die Kritik an solcherlei Rolemodels und deren Materialisierung ist also keine personalisierte, sondern vielmehr die Destruktion der Rolle und ihrer Funktion. Die klammheimliche Freude über einen verstorbenen Papst ist eine über den Tod des Papsts und nicht eine solche über das Ableben des Privatmenschen Karol Wojtyla.

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Amusement For The Masses 0

Gerade hatte ich eine interessante Diskussion per Jabber mit Bernd Wurst zum Thema “Kulturindustrielle Regression”. Dadurch angespornt will ich dieses Thema nun einmal etwas ausführlicher behandeln.

Funktion und Intention
Grundsätzlich sei einmal angemerkt, dass zum Verständnis von Wirkungsweisen, Wechselwirkungen, Dialektiken etc. innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft die Frage nach der Intention meist unbeantwortet bleiben muss, will man nicht in diffuses Gerede von maximal verschwörungstheoretischer Qualität abdriften. Somit bleibt – um bei der Überschrift zu bleiben – die Analyse der Funktion.
Die Kulturindustrie bzw. in diesem Fall ihre Subsektion der E-Medien<sup>1</sup> fungiert in der bürgerlichen Gesellschaft als negatives Pendant der zu Tode verwalteten Aufklärung; als Manager von Klatsch & Tratsch, also Amusement. Dieser Charakterzug ist somit eben nicht nur den U-Medien<sup>1</sup> sondern auch den E-Medien immanent. Die Beschwerde darüber, die Öffentlichen böten zu wenig Niveau, ist die Affirmation ihres Charakters ebenso wie der Begriff des Niveaus selbst. Trotz alledem offenbart sich hier die Dialektik der bürgerlichen Gesellschaft: der klassische Begriff des Maß haltens, also der bemessenden Interaktion, ist in seiner real vielfach praktizierten Umkehrung noch fälscher und kontraproduktiver<sup>2</sup> als sein Ideal selbst. Doch dieses Ideal selbst ist Selbstbetrug: es haluziniert Auswahl wo keine ist und verschleiert die ständige Logik von Angebot und Nachfrage. Wenn also das Bekenntnis zum Ideal steigt, steigt dessen Befriedungsangebot. Folglich ist die Existenz der siamesichen Zwillinge U und E ausschließlich Marktöffnung für den Kundenkreis derer, die das Maß halten für sinnig halten.

Reaktio
Dieses benannte Ideal ist Ausdruck einer konservativen Kulturkritik, die den neuzeitlichen Phänomenen allgemeiner Verrohung<sup>3</sup> bei gleichzeitiger transnationalen Gebärde und antiintellektueller Regression, Forderungen des Bewahrens eines bestimmten kulturellen Standards entgegensetzen. Erhaltung von Niveau als kleinbürgerliche Reaktion statt subversive Destroierung des Begriffs, sprich: progressive Auflösung der moralischen Kategorie. Nachvollziehbar aber eben falsch.

Aktio
Wenn also nicht mehr Nachfrage das Angebot bestimmen soll, also jenseits der Warenkategorie Information unchiffriert distributiert werden soll, dann zu allererst die Idee Professionalität aufzugeben: Filterung geschieht oft aus viel subtileren Gründen aber oft schon ist sie der zweckrationalen Notwendigkeit geschuldet Meinung zu machen. Die Idee des kritischen Verstandes, der Information aus breiten Quellen mit wirklicher Wahlmöglichkeit<sup>4</sup> kann eine sein, die aufklärerisch wirkend kann. Färbung, Meinung etc. ist dann kein Problem mehr, da Monopolismus nicht die Wichtigkeit bestimmen, sondern Qualität. Soziale Interaktion als Filter, sozusagen.

Erläuterungen


  1. <span id=“am_001”></span>Abgeleitet von der Kategorie der E-Musik. Der Prefix E steht hierbei für ernst. Counterpart: U-Musik (Unterhaltungs-).
  2. <span id=“am_002”></span>Hier gemeint im Sinne des Widerspruchs zum Eigentlichen
  3. <span id=“am_003”></span>Beispielsweise Verherrlichung von Gewalt und sexistischem Habitus als Teil von Jugendsubkulturen
  4. <span id=“am_004”></span>Jenseits der Wahl zwischen Pro 7 und Sat 1

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»Nur ein toter Papst ist ein guter Papst« 5

Nun ist der Stuhl Petri einmal mehr leer. Papst Johannes Paul II ist zu seinem Paps zurückgekehrt und hinterlässt eine Stange grauenhafter Erinnerungen: Hetze gegen Verhütung, ungezügelte Homophobie, Verleumdung Abtreibung und Frauenrechten.
Die Mehrzahl der kulturindustriellen Würdenträger in Zeitung und Rundfunk urteilen nun hochentzückt (derStandard) über dieses graunhafte Lebenswerk, Staatstrauer allerorten und Nachfolgespekulation. Dabei wäre Freude und Erleichterung die angemessene Reaktion: was wäre denn passiert, wenn andere religiöse Führer undemokratischer Staaten sterben würde. Wenn Khomenei eines Tages das Zeitliche segnet – was angebracht wäre – wird dann Tagesschau, Spiegel etc. auch von seiner ach so großen Lebensleistung berichten? Seine wundervollen Taten loben?
Die Reaktion der medialen Meinungsbomber lässt zwei unzweifelhaft unfeine Schlüsse zu: erstens, sie stimmen mit dem Gedankengut dieses toten Reaktionärs überein oder zweitens, sie wachsen im Zweifelsfall immer dichter an eine als großartig definierte Persönlichkeit und dessen politisches Programm.
Da spricht ein Papst seinen mindestens ebenso abstoßenden Vorgänger Pius XII heilig, also genau der Papst, der den Massenmord der Nazis übersah, Autor der Enzyklika quanta cura ist und in generale gegen die Freiheitsforderungen der Moderne seine widerwärtige Version eines katholischen Gottesstaates setzte. Ebenso veröffentlicht er seinen Weltkatechismus, der eine Moral- und Sittenlehre zum State of the Art erhebt, wie sie reaktionärer kaum sein könnte. Als Herr Wojtyla es für notwendig hielt, Galileo Galilei zu begnadigen lebte dieser schon einige hundert Jahre nicht mehr. Schlimm genug, dass dies erst ein Papst des 20. Jahrhunderts tat. Nun schafft jeder Mensch irgendwie ein Lebenswerk, zu feiern ist das des Ex-Papstes gar in keinster Weise.
Vielmehr sollte man sich fragen, warum mitten in Europa, dass sich ja ach so demokratisch düngt und dessen Offizielle immer wieder seinen ach so fortschrittlichen Charakter hervorheben ein Gottesstaat toleriert wird, dessen feudales Recht ein paar alten Männern die Intronisierung des Oberhaupts zu spricht. Deshalb plädiere ich aufgrund der Konfussion innerhalb der Führungselite des Vatikans für ein “Enduring Freedom”-Programm für selbigen. Möge auch hier die US-Armee Terror, Despotismus und Fundamentalismus beseitigen und den Bewohnern dieses Zwergenstaates demokratische Freiheits- und Grundrechte bringen. Free Vatican!


Engegnungen:

Weitere (lesenswerte!) Artikel:

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