/usr/portage

«Wintertime and the living is hard» 1

…so der dezent invertierte Text des wundervollen Songs Summertime von Morcheeba. Vielleicht liegt es am Winter, an den vielen Quartalsidioten, bildungsresisten Legastenikern, beschränkten Frauen (Modell: bauch- und hirnfrei) oder einfach nur daran, dass alles so destruiert ist, wie es scheint, ich weiß es nicht ganz. Eines ist in jedem Falle sicher, die Wahrnehmung meiner Außenwelt gestaltet sich immer feindlicher, weder im Sinne einer Neurose oder psychotischen Störung, sondern viel mehr wie von den Augen fallende Schuppen die den Blick schärfen.

Aber das wollte ich ja eigentlich gar nicht schreiben. Ich könnte fortfahren mit einer kleinen Anekdote mit einem <s>rassistischen</s> Fahrkartenkontrolleur. Nennen wir den bemitleidenswerten Schulversager <i>Schnauzi</i> (als Tribut an seinen Pelz auf der Oberlippe). Also: <i>Schnauzi</i>, sicher reichlich überarbeitet und genervt von pöbelnden Fahrgästen, Schwarzfahrern oder Ähnlichem erdreistet sich das zu tun, was viele tun, wenn sie genervt sind: ein Ventil suchen. Glücklicherweise findet er ein Ventil, falsche Hautfarbe dient hierbei als Erkennnungsmerkmal. Nachdem <i>Schnauzi</i> sein Inneres nach Außen kehrt, den in seinen Augen <i>schwarzen Wilden</i> dezidiert unfreundlicher als den Rest der anwesenden Fahrgäste zu behandeln beginnt, reagiert dieser gefasst und einsilbig: <i>You’re stupid</i>. Nun platzt <i>Schnauzi</i> aber der sowieso zu enge Kragen und er weißt den Fahrgast an, auszusteigen. Dieser Bitte wird nachgekommen und <i>Schnauzi</i> verabschiedet sich mit <i>“Ey, Geh doch auf’n Afrika”</i> (Rechtschreibung und Interpunktion wie im Original). Ich verbitte mir gegenüber <i>Schnauzi</i> solcherlei Bemerkungen und ohne einen weiteren Satz beginnt er sich zu rechtfertigen (psychologisch sehr interessant das <strong>Faktum des <i>schlechten Gewissens</i></strong>, antizipierte Rechtfertigung ohne Vorwurf). Er sei kein Rassist aber man müsse doch einmal etwas über <i>die Schwarzen</i> (vermutlich &trade;) sagen dürfen. Nach einem Wortwechseln schnauft <i>Schnauzi</i> von Dannen. An meinem Ausstieg versuche ich ihm deutlich zu machen, seine Dienstnummer haben zu wollen, welche er dann auch unwillig herausrückt.

Heute featured by /usr/portage:

“Ich bin kein (Rassist|Xenophob|Antisemit|[a-zA-Z0-9]{0-9}*) aber man wird doch nochmal was gegen die (Juden|Ausländer|Obdachlose|[a-zA-Z0-9]{0-9}*) sagen dürfen”

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Shopping day II 0

Also das mit der Weiblichkeit wird immer wahrscheinlicher. Immer wenn ich einkaufen gehe, kann ich mich nicht beherrschen. Noch schlimmer wirds dann, wenn Winterschlussverkauf. Dankbar manipuliert, mache ich dann ein Schnäppchen nach dem anderen. Am Schluss sind wieder ~200€ ausgegeben aber immerhin…
… Schnäppchen gemacht und Jackets, Hosen und Stuff gekauft. Argh, konsumieren macht doch glücklich!

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Sahnehäubchen 7

<img src=”/img/allierte.png” alt=“Roosevelt, Stalin, Churchill – Die Verantwortlichen der Befreiung von der deutschen Barbarei” align=“right” />Zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz durch die Rote Armee lässt die Tagesschau auch kritische Stimmen zu Wort kommen und präsentiert sich damit als Bewahrer längst vergessen geglaubten Kaffeebeiwerks. Zivilisisatorische Restposten, im postfaschistischen Deutschland längst aufgegeben, formuliert der Historiker Peter Reichel.
Sätze, die für sich stehen und denen nichts hinzuzufügen ist:

“Wenn ich den Erinnerungsdiskurs der letzten zehn Jahre zusammenfasse, dann sehe ich eine fatale Entwicklung. Man könnte fast zynisch sagen: 1995 war das “Jubelgedenkjahr”. 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde intensiv – und natürlich auch zu Recht – mit den immer weniger werdenden Überlebenden die Befreiung gefeiert. Dies aber war so intensiv, dass damals der Akzent deutlich auf das Ende des Holocaust und auf die Befriedigung Deutschlands über die Wiederaufnahme in die westliche Zivilgesellschaft gelegt wurde.”

“Oder verfolgt man, was dieser Tage über Auschwitz gezeigt wird, dann kann fast den Eindruck gewinnen, dass eigentlich die Deutschen das Lager befreit hätten. Von der Roten Armee und den West-Alliierten, von der Anti-Hitler-Koalition ist kaum die Rede.”

“Seit ein paar Jahren kann man in der Tat von einer zweiten Opferdebatte sprechen. Das zeigt sich zum Beispiel in den Diskussionen um die Vertreibungen von Deutschen oder in den Auseinandersetzungen um den Bombenkrieg.”

Das Interview lesen:

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«Arafat ist weg und alles wird besser» 0

So jedenfalls die völlig normale Berichterstattung hinsichtlich des <s>glücklicherweise</s> verstorbenen Ex-Chefs des palästinensichen Terrorregimes. Das dem nicht so ist, verrät ein SPIEGEL-Artikel. Der Artikel offenbart Interessantes, wie z.B. die <i>Annäherung an Islamischen Djihad und Hamas</i> und der Vertreter der PLO in Deutschland, Fanghi spricht ganz unverholen von Folgedem:

“Parallel wird versucht, Hamas und den Islamischen Dschihad in die PLO zu integrieren. Beide Organisationen sollen die Chance bekommen, repräsentiert zu werden”

Das ist dann die Symbiose aus Terror und totalitärem Alleinvertretungsanspruch. Nebensächlich aber doch interessant, der SPIEGEL-Artikel spricht von <i>Befreiungsbewegung</i>. Und nicht in Anführungszeichen oder Ähnlichem, sondern als normaler Begriff innerhalb einer Headline.

Wen es interessiert, was die Hamas als ihren kategorischen Imperativ sieht, die TAZ veröffentlichte Auszüge aus der <em>Charta der Hamas</em>, die im Frühjahr endlich vollständig übersetzt in deutscher Sprache erhältlich sein wird. Matthias Künzel, Autor des Buches <em>Djihad und Judenhass</em> hat dieses <em>Standardwerk islamistischen Vernichtungswahn</em> ins Deutsche übersetzt. Manche NPDler könnten von der Hamas was lernen.

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Doppelt verdreht und Führer reloaded 2

Wenn der <em>Kleine Führer&trade;</em> der NPD, Holger Apfel, versucht zu reden, bzw. das was er drunter versteht – also prähistorische Grunzlautproduktion – dann wird das oftmals so laut, dass ihm der Landtagspräsident das Mikrophon abstellen muss, da sonst ein Hörschaden für die Abgeordneten droht. Nicht das das problematisch wäre, wenn die Landtagsabgeordneten einen weiteren Schaden hätten aber einen Hörschaden von einer NPD-Rede davonzutragen ist die denkbar schlechteste Variante.
Worum ging es denn? Der Landtag gedachte, in deutscher Red- und Gründlichkeit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die NPD machte den Schritt, den die übrigen Parteien, die sich heute wieder <em>innerhalb</em> der völkischen Linien bewegen, nocht tun müssen. Sie gedachten nicht mit.
Das ist ein Skandal, so trompetet es die Tagesschau in die Welt, der Spiegel, auch die FAZ ist behilflich. Die zentrale Botschaft dabei, um im SPD-Jargon zu bleiben: Bürger zur Sonne zur Lichterkette! Die deutscheste Form, mit Neonazis umzugehen, scheint die Aneignung des Programms des, oberflächlich und moralistisch, als <em>Böses</em> kategorisierten.
Deswegen ist es dann auch möglich, in ein un demselben Satz, Neonazis zu kritisieren <em>und</em> den angeblichen Bombenterror erwähnen.
Da bleibe ich lieber das, was Appelt fälschlicherweise der bundesdeutschen Parteienlandschaft vorwirft. Antideutsch. Ich sage also danke, für die Bombardierung Dresdens und der anderen Nazikäffer und -städte, danke für die Vertreibung des deutschen Gesocks und danke für Besatzung, für die Befreiung von Auschwitz, danke für Stalingrad und schließlich endlich auch danke für D-Day und spätere Besatzung. Danke.

Weitere Artikel:


Update:
Mir ist aufgefallen, dass H. Apfel auf allen Bilder wirkt, wie eine aufgeblasene Plunse. Ist das normal oder mediale Darstellung? Das Nazis nicht sexy sind, ist klar, dass sie immer gleich so hässlich sein müssen…

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Biometrie für Blogs 0

Blogs haben keine eindeutige Nase, keinen virtuellen Fingerabdruck, keinerlei genetische Informationen. Das ist sehr gefährlich, da sie das unsicher macht. Sagt jedenfalls <s>die Bundesregierung</s> SAT 1. Obwohl nein, die sagen, das Blogs nicht kontrolliert werden. Das mit der Nase und dem Fingerabdruck sagen Google und MSN. Obwohl, hm, das sagen die auch nicht. Aber sie sagen, dass ein Weblog keinerlei eindeutige Merkmal&trade; hat und deswegen eines braucht. Selbstverständlich ist das alles nur, um, hmja, die Weblogs vor Spam zu schützen. Deswegen wird der XHTML-Standard etwas erweitert und für &lt;a rel=”“&gt; ein neuer Wert eingeführt. <em>nofollow</em>.
Das führt dann dazu, dass Google und die anderen Anhänger virtuell-biometrischer Merkmale wissen, was ein Weblog ist und was nicht. Das ist gut, denn der Indizierungsalgorhitmus, der eh scheiße ist und zu kruden Ergebnissen führt, weiß dann, wie er potenzielle Blogs verarbeiten soll. Das ist wichtig, damit nicht sowas passiert, oder sowas oder sowas passiert. Das ist schließlich richtig schlimm, wenn die Weblogs ganz oben auftauchen, wo sie doch nichtmal kontrolliert werden. Sagt jedenfalls <s>Google</s> <s>MSN</s> <s>Schily (sorry, der sagt das erst in 2 Wochen, Menschen in dem Alter haben es schwer mit aktuellen Trends)</s> SAT 1.

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Streber! 8

Auf sagichdoch? fand ich den Hinweis auf den interaktiven Duden Rechtschreibtest. Das sollte mein Deutschlehrer mal sehen…
<table><tr><th>Abschnitt</th><th>Fehler</th></tr><tr><td>A (Laut-Buchstaben)</td><td>0 von 11 möglichen Fehlern</td></tr><tr><td>B (Getrennt- und Zusammenschreibung)</td><td>2 von 9 möglichen Fehlern</td></tr><tr><td>C (Schreibung mit Bindestrich)</td><td>1 von 4 möglichen Fehlern</td></tr><tr><td>D (Groß- und Kleinschreibung)</td><td>0 von 15 möglichen Fehlern</td></tr></table>

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Professioneller Journalismus vs. amateurhaftem Blogging 16

SAT 1, bzw. dessen Sendung Planetopia griff in seiner letzten Sendung analytisch reichlich daneben. Nicht, dass man von Sendern, deren Grundlage der Fetischcharakter des Kulturbetriebs ist, anderes erwartet aber in dieser Form der organisierten Plattitüde ist es dann doch noch ungewöhnlich.
In der Sendung kommen die vorgestellten Blogs nicht sonderlich gut weg. Der Schockwellenreiter wird als Protagonist einer Gerüchtewelle diskreditiert. Er habe, so die unverschämte Darstellung, das Gerücht um den Neonazimord von Sebnitz zu verbreiten geholfen. Das mag sein und wenn dem so ist, dann ist das sicher zu kritisieren. Nur: dieses Beispiel dient ganz und gar nicht dazu, um Weblogs in Misskredit zu bringen und kommerzielle Medien in ein positives Licht zu rücken. Denn genau bei diesem Vorfall waren es die TAZ, die Bildzeitung und die Berliner Morgenpost, welche hernach vom Deutschen Presserat gerügt wurden.
Aber nun etwas mehr zu theoretischen Argumentation der SAT 1-Sendung.

Fehler I: Objektivität
Die Konstruktion der Objektivität bedarf der Negation der Subjektivität, ebenso wie der Intersubjektivität. Das Prägende eines Diskurses wird somit zur Wahrheit erhoben, anstatt es bei der Attitüde der Wichtigkeit bzw. Zentralität zu belassen. Betrachtungsobjektivität ist eine Worthülse, die die Zemetierung der sozialen Verhältnisse forciert, anstatt diese Art des Diskurseingriffs als nichtig und diskursiv-tricky zu erkennen.

Fehler II: Neutralität
An den obigen Gedanken schließt sich an, dass Neutralität immer nur eine vermittelte Neutralität sein kann. Totale Neutralität kann es schon allein deswegen nicht geben, weil sich das Konstrukt durch den Sozialrahmen und den sozialen Subraum selbst vermittelt.

Als Conclusio ließe sich also formulieren, dass der entscheidenste Unterschied zwischen dem Mainstream der Medien und z.B. Weblogs das Austragen der Subjektivität seitens der Blogger ist und nicht eine Dialektik zwischen Subjekt und dessen angeblich möglicher Objektivität. Anstatt darauf zu beharren, dass Information faktisch, also objektiv und neutral zu sein habe und somit nichts anderes zu tun, als dass reale Gefälle zu annulieren, ist das Beharren auf Subjektivät das Beharren darauf, dass ein Mensch Mensch sein darf. Und dass sich der Mensch innerhalb seinen Bezugsrahmens und mit seinen Meinungen, Attitüden und Ideologien nicht zurückzuhalten habe, sondern diese der Diskussion unterwirft.
Der Leser eines Weblogs soll entscheiden, ob die Nachricht plausibel klingt. Solcherlei Habitus sollte bei jeglichem Lesen verwand werden. Wenn SAT 1 meint, Weblogs müssten kritisch gelesen werden und properitäre Medien nicht, dann ist das der Aufruf dazu, sich der Totalität der bürgerlichen Gesellschaft hinzugeben anstatt <i>in generale</i> kritische Reflexion walten zu lassen.

Auch auf die Gefahr hin, dass es anstrengend wird, auch hierzu hat Adorno was gesagt:

“Fakten sind in der Gesellschaft darum nicht das letzte, daran Erkenntnis ihren Haftpunkt fände, weil sie selber vermittelt sind durch die Gesellschaft”
Theodor W. Adorno

Hanno merkte noch folgendes an:

“Wenn SAT 1 gegen Weblogs stänkert, dann ist das in etwa so seriös, wie wenn CocaCola meint, Pepsi würde nicht schmecken.”

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CH7 - Open Source kann auch gut sein 3

Vor einigen Tagen habe ich gemeinsam mit Hanno Böck den Film Route 66 – ein amerikanischer Alptraum angesehen. Dem Blogartikel ist nichts hinzuzufügen.

Viel interessanter dann heute der Film CH7, der wirklich erste Film unter einer freien Lizenz (naja, in jedem Fall so ein bisschen frei). Der Film manifestiert die adornitische Erkenntnis

“…in dem lückenlosen Gefüge der Verdoppelung der Realität durch die technische Apparatur des Films wird jede Intention, und wäre es selbst die Wahrheit, zur Lüge.”
Minima Moralia
in der doppelt absurden Form der cineastischen Reinkarnation. Also die Kritk vermittelt sich durch das Kritisierte.

Story:
Der Film beginnt mit einer Szene in der zwei Bewerber einer Schauspielschule innerhalb des konkurrierenden Prozesses unterliege, sprich: nicht angenommen werden. Die weibliche Protagonistin tritt hieraufhin eine Stelle als Mädchen für alles bei einem Fernsehsender, CH7, an. Frustriert über die Verfasstheit der Medienwelt und ihrem Job hierin, beschließt sie, gemeinsam mit dem anderen “Durchgefallenen” einen Film zu drehen. Hinzu kommt einer ihrer Freunde, notorisch pleite und mit strafrechtlich eher gräulicher Weste bekleidet, welcher das Trio komplettiert. Aufgrund der fehlenden Finanzmittel und eines missglückten Versuchs, dieses Problem durch einen Besuch an der Quelle, einen Banküberfall, zu lösen, stiehlt die Hauptdarstellerin (Tina, gespielt von Denise Meilli) eine Kamera des sie beschäftigenden Senders CH7. Damit beginnen die drei ihr krudes Filmprojekt. Nun beginnt der weiter unten genauer ausgeführte Film im Film. In Ermangelung eigenen Personals werden die Darsteller des Film jeweils, Szene für Szene, rekrutiert. Und dies mit Teils obskuren Mitteln. So wird ein nicht genauer spezifizierter Besuchers einer zur medialen Selbstbeweiräucherung angelegten Veranstaltung unfreiwillig der filmischer Mörder der Leaderin einer klassisch-nervigen Girlieband. Die Antizipation des Endes würde dem Film sein Geheimnis und somit sogleich auch seine Intention rauben. Schaut ihn euch doch einfach selber an.

Der Film, dessen erweiterter und formulierter Kontext die Frage des Widerspruchs zwischen Kreativität und Konsum ist löst diese Frage gleich doppelt absurd auf. Darsteller des Film sind zugleich Vermittler und Ziel der eigenen, in sich vermittelnden Kritik. Das cineastische Werk erlaubt sich hierbei viele hübsch verwendete Anleihen an Goethes Faust (Film im Film, vgl. Szene Walpurgisnacht, Faust I, Theater im Theater) und dem klassischen

“Habe ach nun hier Juristerei und Medizin
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!”
Johann Wolfgang v. Goethe, Faust I, Szene Nacht
Dies macht den Film sehr reizvoll. Hinzu kommt die politische Intention der Macher des Films, welchen damit eine Intervention in die Debatte um Copyrights, Patente u.ä. gelingen wollte.

Macht weiter so!
Schließen möchte ich, wie so oft, mit den Worten meines Hausgotts Adorno, welche ich recht passend finde und dem Film anhein stellen möchte:

“Der totale Zusammenhang der Kulturindustrie, der nichts ausläßt, ist eins mit der totalen gesellschaftlichen Verblendung. Darum hat er mit den Gegenargumenten so leichtes Spiel.”
Theodor Wiesengrund Adorno, Minima Moralia, S. 275

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KDE 3.4 beta1 erschienen 4

Normalerweise ist sowas keine Notiz wert. Aber wenn man dann Teile des Changelogs liest und man Punkt für Punkt intuitiv vor sich hinsagt “hab ich”, “hab ich auch” und zum Schluss dann “das kann mein GNOME schon lange”, dann wundert man sich schon wie sich die öffentlichen Wahrheiten oder, als bessere Begrifflichkeit, die Kombination aus Vorurteil und neurotischem “ich-will-auch-mal-was-sagen” von Heise bis Pro Linux, von Symlink bis Slashdot Bahn brechen: KDE ist a) viel weiter, b) schneller, c) besser, d) fettfrei und e) bunt usw. Währenddessen GNOME, langsam, eingeschränkt und featurearm zu sein hat. Hier mal ein paar konkrete Beispiele:

Soweit ich weiß, bastelt das KDE-Projekt wohl gerade an der Unterstützung für HAL/D-Bus…
Und um noch was klarzustellen, ich habe nichts gegen KDE, jedenfalls nichts, was von Wirkung wäre. Ich habe einige Kritik am Konzept usw. aber der Hauptgrund, warum ich weiterhin eher GNOME- bzw. GTK-Programmen zugeneigt sein werde, ist die schlichte Tatsache, dass ich C++ für eine Gemeinheit wider Eleganz und Stil halte.
KDE und GNOME zu vergleichen ist in etwas so sinnvoll, wie einem Blinden ein Hörgerät andrehen zu wollen. Die Ideen sind unterschiedlich, die Schwerpunkte ebenso.

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Umzug und weitere private Veränderungen 0

Umzug
Seit ca. 1 Woche wohne ich jetzt zusammen mit Hanno in Karlsruhe. Erreichbar bin ich wie immer per Mail oder Jabber (beides: lars@strojny.net) und eben per Handy (+49 174 2040527.

Schule
Meine Schulzeit neigt sich ihrem Ende zu. In 5 Wochen schriftliche Prüfungen und im Juli dann das selbige mündlich. Gestern habe ich eine planmäßig vergeigte Deutscharbeit zurückbekommen (Note: 2+).

(Ex-)Freundin(en)
Während die eine Ex, Klara immer komischer wird (neuer Typ, dessen Hauptmerkmal seine autoritäre Fixierung ist) wird das Verhältnis zu einer der anderen immer netter. Welcome back!

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The final insult 2

Wenn sich die Koriphäen christlicher Verblendung zu Wort melden, wirds meist gruselig. Wenn sich dann auch noch spezielle Charaktere (z.B. die Kardinäle Meisner und Ratzinger) diesem anachronistischen Schauspiel des Diskurseingriffs kirchlicher Institutionen hingeben, schlägt das Gruselige um und wird schockierend. Schock darüber, dass es solcherlei Geisteshaltung noch gibt und dass jene Geisteshaltung institutionalisiert existiert.

So kürzlich die Äußerungen des Kardinal Meisners, der sich erdreistete deutsche Vernichtung mit Abtreibung in Relation zu setzen und somit das Unvergleichbare zu vergleichen. Damit schwimmt er mit auf der Welle der geschichtsvergessenen und schlau-blöden Nachgeborenen. Beispielhaft dafür ist die Kampagne Babycaust (Vorsicht: sehr schockierendes Bildmaterial und ständig lauernde Brechgefahr), welche sich den Vergleich Meissners zur Standardmetapher erhoben hat. Die von Pro Leben initiierte Kampagne schlägt den Bogen von christlich-verklemmter Sexualmoral, Hetze gegen liberale Beratungsstellen wie Pro Familia, Ablehnung von Verhütung bis hin zu Abtreibungsgegnerschaft, welceh sich antisemitisch verbrämt und geschichtsvergessen artikuliert.

Der Zentralrat der Juden reagierte prompt: Meisner müsse sich, so dessen Vorsitzender Dr. hc. Paul Spiegel von den gemachten Aussagen distanzieren. Die Antwort des Sprechers Meisners war ebenso klar wie unmissverständlich, er habe nicht Verbrechen verharmlost sondern den Kontext zurechtgerückt. Ideologisch bedeutet das, dass im Weltbild des Herrn Meisner der Holocaust unter dem angeblichen Verbrechen der Abtreibung steht und zudem eben, dass Herr Meisner Verbrechen hierarchisiert.

Meisner ist, trotz des Zölibats, kein unbeflecktes Blatt: 1999 verglich er die Abtreibungspille RU 486 (“Mifygene”) mit dem in deutschen Konzentrationslagern zur Vernichtung verwendeten Zyklon B. Auch bei Meisner mischt sich das Ressentiment gegen selbstbestimmte Sexualität, welche der Verhütung und im unglücklichen Fall eben auch der Abtreibung bedarf mit medizinischer Unkenntnis, antijudaistischem Vorurteil und realer Unwissenheit.

Wieso wird Herr Meisner und seine prüden Bundesgenossen eigentlich zu Themen wie Sexualität, Lust, Verhütung usw. als Gesprächspartner anerkannt? Unterhält man sich mit einem Metzger über die Produktion von Brot bzw. Brötchen?
Herr Meisner, wenn sie ihr erstes Mal hatten, unterhalten wir uns wieder über solcherlei Probleme. Bis dahin bleiben sie vom Diskurs, aufgrund ihrer Unwissenheit, einfach ausgeschlossen.

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Zu Hartz IV 0

<img src=”/img/arbeitsamt_konvention.png” alt=”“ align=“right” />Sehr nettes Bild, welches eine gelungene Kombination aus Subversion von Alltagssymbolik und Spiel mit konventionellen Labels darstellt. Gefunden auf Indymedia, Link in Hanno’s Blog.

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CCC erneut Opfer von Crackern? 0

Nachdem der CCC (Chaos Computer Club) kürzlich von einer spanischer Crackergruppe attackiert wurde, scheint das Weblog des 21C3 jetzt betroffen zu sein. Dort war der Artikel “Wonka ist doof Und? Glaubste es mir jetzt?” hinterlegt, allerdings nur im RSS-Feed. Dies bedeutet, dass die verwendete Blogging-Software, WordPress einen bisher unentdeckten Bug beinhaltet, den die Cracker offenbar ausgenutzt haben.

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Music Review, Vol. III 0

<img src=”/img/CD/fleetwood_mac-say_your_will.png” alt=”“ align=“left” />Fleetwood Mac – Say Your Will
The most recent album of Fleetwood Mac Say Your Will is a typical album of grand old men. Fussyness is one of the attitudes, which couldn’t be found by best willing. Meloudious acoustic guitars, dizzy female voices, well-balanced drums and fine synthesizer sounds are the base of this album. With it there comes the hit single “Peacekeeper”, which is often played by the radio stations. Fleetwood Mac gives the argument, that a good song could be listened very often without getting boring or on your nerves.
Sadly Christine McVie, one of the song-writers is absent on this album, because she is busy with solo projects but the current ensemble of Fleetwood Mac was able to compensate it. The album is very diversified, e.g. the difference between “Peacekeeper”, track 8 and “Come”, track 9. “What the world coming to” is one more realy nice peace of this album. It remembers to the old spirit of Rumors, the greatest album of Fleetwood Mac. Rock on!

<img src=”/img/CD/leonard_cohen-the_essential.png” alt=”“ align=“right” />Leonard Cohen – The Essential
The dual compact disc, “The Essential” of Leonard Cohen is a carefully choosen collection of the Cohen songs. The criterion for the titles they chose seems not only to be if it was a hit or not but the also incorporate the measurement of musical quality. Of course you can find their tracks like “Suzanne” or “Bird on a wire”, which are more exertive than beatiful. But some brilliant songs, as well textual as musical, e.g. “Who by the fire”, track 11 / CD 1, “Everybody knows”, track 17 / CD 1, “First we take Manhatten”, track 3 / CD 2 and “Anthem”, track 9 / CD 2, which snuggle in your ear and complete the feeling of warm tea and tiled stove. The most impressive thing for me is the listening of the songs creates a completely new feeling every time you open your ears. The spectrum of that music as great as even possible.

Other Reviews:

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