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»Sprich einfach« - Sprache und Ressentiment 1

Die frühen Vertreter der Kritischen Theorie, also Halbgötter wie Walter Bendix Schönflies Benjamin, Theodor Wiesengrund Adorno, Max Horkheimer formulierten relativ durchgängig in den ausführenden Begründungen zur Wahl ihrer sprachlichen Mittel, dass eine der wenigen Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Lesenden eben genau diese Wahl sei.

So also ist die Verwendung einer Sprache, die den Leser fordert die Umkehrung der populistischen Logik, die dem politischen Mainstream Sinn stiftend gilt, nach welcher Sprache Verschleierung und propagandistisches Mittel ist. Sprache ist also die Möglichkeit immanent, (Auf-)klärung und Verwirrung zu stiften. Das Erstere muss das Ziel der Kritischen Theorie bzw. ihrer Apologeten sein, zu denen ich meine Wenigkeit inzwischen relativ abstrichlos zählen würde.

Der Kotau vor der Realität, der das angeblich erwachsene, solche Prinzip als Voraussetzung für das massenweise Verständnis propagiert, ist schon die Lästerung der eigentlich Erkenntnis. Sie ist, a priori, falsch nicht mehr förderlich zum Erreichen des Eigentlichen. Bildung lästert wider sich selbst, wenn sie sich als Projekt geriert. Wenn sich also Vermittlung und das Gedankenmachen vor Inhalt und Lehre drängen – also Suggestion und Pädagogik vor ein zu beschreibendes Axiom, Theorem etc. treten – hat das Sein sich längst dem Bewusstsein bemächtigt und der falsch verstandene Materialismus führt sich selbst ad absurdum. Ist somit real geworden als ein generöses Prinzip eines verkuschelten Transformationsergebnisses der Theorie, die ihm einst zu Grunde lag. Ebenso, wie sich Theoriebildung als Veräppelung präsentiert, hat sie sich der realen Transformation schon bemächtigt: der schwächliche, wenigstens potenziell faschistische Charakter ist so weit geöffnet für ihre Umtriebe, dass der Verursacher, die kulturindustrielle Stigmatisierung und Idiotisierung, sowie emotionale Infantilität und Robotisierung, sein Werk schon vollendet hat.

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Comments

  1. mawa answers:
    published on April 22nd 2005, 02:13:10 pm *

    Es gibt einen Unterschied zwischen einer der Schwere des Inhalts adäquaten schweren Sprache und einer mutwilligen, verschleiernden schweren Sprache. Dazu gibt es in Husserls Krisis-Schrift den berühmten Spruch "Tiefsinn ist ein Anzeichen des Chaos" (oder so ähnlich).

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