Zu »Leichtfertig, sorglos, würdelos und achtungslos«:
…Fast täglich höre ich, dass jemand Ausdrücke wie “Den bring ich um” sagt…
Schizophrenie oder Rolle und Sein verhalten sich dialektisch
In einer Gesellschaft von Würdenträgern (Pfarrer, Politiker, Maintainer etc.) speist sich das Verhalten innerhalb dieses Rolemodels aus den gegebenen Anforderungen also dem patriarchalem Konglomerat von Erwartungserfüllung, Pflichtbewusstsein, Treue und Selbstdiszisplinierung. Dieser Teil der Existenz ist also nicht zwangsweise kongruent zum wirklichen Sein, sondern viel heufiger gleicht sich Sein und Ich-Struktur der Gegebenheit an.
Die Kritik an solcherlei Rolemodels und deren Materialisierung ist also keine personalisierte, sondern vielmehr die Destruktion der Rolle und ihrer Funktion. Die klammheimliche Freude über einen verstorbenen Papst ist eine über den Tod des Papsts und nicht eine solche über das Ableben des Privatmenschen Karol Wojtyla.
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Martin Wegner opines:
published on April 5th 2005, 05:09:27 pmOK, ich verstehe jetzt, was du mit deinem Artikel gemeint hast. Mit dieser Erklärung wird deutlich, dass es dich freut, dass der Papst nicht mehr den von dir kritisierten Punkten nachgehen kann, dies aber nicht mit der Freude über seinen Tod verwechselt werden sollte.
Ich hoffe, ich habe das nun so richtig verstanden.
Das Ableben eines Würdeträgers als letzte Chance und Hoffnung zu sehen, seine uns missfallenden Aussagen und Handlungen zu beenden, ist trotzdem ein sehr drastischer Schritt, wenn auch offensichtlich unvermeidlich. Doch auch nachdem durch diesen Artikel diese Erkenntnis für mich verdeutlicht wurde (sie war sicherlich unterbewusst, weil verdrängt, bereits – zumindest in Ansätzen – vorhanden), so kann ich nur für meine Person sagen, dass ich trotzdem niemals ebendort zitierte Aussagen machen könnte und möchte. Dies ist allerdings nur eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe, und die ich auch in dem Fall befolgen werde, wenn der Tod einer Person die einzige Möglichkeit ist, mir missfallende Taten zu stoppen.
Der bloße Artikel "Nur ein toter Papst ist ein guter Papst" ist nur schwer – vielleicht auch nur für mich – in diese Richtung aufzufassen.
Ich hätte die zitierten Stellen vielleicht ein wenig anders formuliert: vielleicht "Entgegen der Berichterstattung: Auch der Papst hat nicht nur Gutes getan" oder "Medien zeichnen einseitiges Bild vom Papst" als Titel, und die andere Stelle: "Dabei wäre Freude und Erleichterung die angemessene Reaktion, dahingehend, dass folgende Punkte nicht mehr vom Papst vetreten werden können:" oder so ähnlich.
Lasse ich diesen Aspekt jedoch einmal außer Acht, so stimme ich dir in den in dem Artikel genannten Punkten zu; auch ich begrüße es dann, dass einmal die negativ(er)en Seiten der Amtszeit von Johannes Paul II. beleuchtet werden.
Ich hoffe, die Beweggründe für meine Kritik sind nun zumindest nachvollziehbar.
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Anonymous reckons:
published on April 7th 2005, 03:36:12 pmOK, ich verstehe jetzt, was du mit deinem Artikel gemeint hast. Mit dieser Erklärung wird deutlich, dass es dich freut, dass der Papst nicht mehr den von dir kritisierten Punkten nachgehen kann, dies aber nicht mit der Freude über seinen Tod verwechselt werden sollte.
Jap, genauer gesagt, sein Tod interessiert mich nicht. Er ist so relevant wie wenn eine Kuh scheißt.
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