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Partyerlebnisse oder: C<sub>2</sub>H<sub>5</sub>0H als Lock- und Botenstoff 0

Samstag Abend fand eine Geburtstagsparty von einem Typen aus meiner Klasse statt. Wie es bei Klassenparties nunmal so ist, ist die Attitüde mit der ich dort immer hingehe, erstens unterkühlt und zweitens deutlich pessimistisch. Entweder es endet damit, dass pubertierende Jugendliche sich komischen Saufspielchen, sprich: Testosteronwettbewerben widmen oder der nicht-spielerische Konsum desselben Wirkstoffs macht das Gros komplett unerträglich. Nun, gestern kam es anders.
Nach ca. einer Stunde wurde die Stimmung immer besser, es bildeten sich im Hof der Gaststätte nette Tuschelrunden und der Alkohol führte zu einer peinlichen Sentimentalität: Sätze die mit “was ich Dir schon immer mal sagen wollte…” beginnen, sollten lieber gleich wieder enden. Tun sie meist aber nicht sondern verkünden, wer wann auf wen stand, dass Dies und Jenes gar “nicht so gemeint war”. Interessantes gibts dabei allerdings auch zu erfahren: dass drei Damen aus meiner Klasse auf mich stehen, die eindeutig zur Creme de la creme gehören, dass ich als “Frauenversteher” und zugleich undurchschaubar gelte ist schon spannend, wenn auch nicht sonderlich realitätsrelevant. Konnte mir selbst Sentimentalität (glücklicherweise) zum größten Teil ersparen, erst auf die Kombination von 1990er Chianti (deluxe!) und “Clocks” (Coldplay) konnte mir ein paar persönlich-pathetische Plattitüden entlocken.
Als soziologische Erkenntnis setzt sich bei mir immer mehr durch, dass Charaktermasken, deren Leben vordergründig als platt und oberflächlich und deren Verhalten gegenüber “dem anderen Geschlecht” bzw. dem jeweils begehrten meist komplett ekelig sind, fast immer von “Haus, drei Kindern, etc.” träumen. Enttäuschend und zugleich beruhigend.

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