Ich könnte gerade einfach nur kotzen. Möglicherweise bin ich selbst schuld, wenn ich schon mal fernsehe. Also: ich erlaube mir, Menschen bei Maischberger zu sehen. Außer einem sehr erfreulichen Beitrag Serap Cilelis zu Tugendwahn, Ehrenmord und Islam (<em>”…der Islam ist so, daran ist nicht zu rütteln…”</em>) und einem komplett banalen von Frau Folkerts, die sich doch lieber wieder ihrer (hervorragenden) Rolle der Tatortkommisarin widmen sollte sind als Gäste Angelika Schrobsdorff, s.g. Vertriebene und Isis von Puttkamer anwesend. Schrobsdorff erzählt ihre Lebensgeschichte und endet damit, die an ihr getane Schuld nicht verzeihen zu können. Nun kommt die Sternstunde der Chefvertriebenen von Puttkammer: sie faselt etwas von christlichem Impetus, der doch das Verzeihen ermöglichen müsse (Antwort Schrobsdorff: <em>“ich bin nicht christlich”</em>) und findet es nun völlig unverständlich, dass es Menschen gibt, denen das aufgrund der Dimension des erfahrenen Unrechts nicht möglich ist. <em>“Aber sie müssen doch auch einmal verzeihen”</em> hält sie ihrer Kontrahentin vor.
Maischbergers Nachfragen bezüglich einer eventuellen Schuld der Deutschen, die dann zur Vertreibung führten antwortet sie in bekannter deutscher Manier mit Dresden. Und da soll nochmal jemand sagen, Nazis seien nicht mehr hoffähig. Der Lieblingsvorwurf der deutschen Täter und ihrer Kinder an ihre Opfer, nicht verzeihen zu können und das angebliche, den deutschen widerfahrene Unrecht nicht zu erwähnen, scheint sich immer penetranter und in einer, jedwede Pietät vergessenden, Weise manifestieren zu müssen.
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