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Sahnehäubchen 7

<img src=”/img/allierte.png” alt=“Roosevelt, Stalin, Churchill – Die Verantwortlichen der Befreiung von der deutschen Barbarei” align=“right” />Zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz durch die Rote Armee lässt die Tagesschau auch kritische Stimmen zu Wort kommen und präsentiert sich damit als Bewahrer längst vergessen geglaubten Kaffeebeiwerks. Zivilisisatorische Restposten, im postfaschistischen Deutschland längst aufgegeben, formuliert der Historiker Peter Reichel.
Sätze, die für sich stehen und denen nichts hinzuzufügen ist:

“Wenn ich den Erinnerungsdiskurs der letzten zehn Jahre zusammenfasse, dann sehe ich eine fatale Entwicklung. Man könnte fast zynisch sagen: 1995 war das “Jubelgedenkjahr”. 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde intensiv – und natürlich auch zu Recht – mit den immer weniger werdenden Überlebenden die Befreiung gefeiert. Dies aber war so intensiv, dass damals der Akzent deutlich auf das Ende des Holocaust und auf die Befriedigung Deutschlands über die Wiederaufnahme in die westliche Zivilgesellschaft gelegt wurde.”

“Oder verfolgt man, was dieser Tage über Auschwitz gezeigt wird, dann kann fast den Eindruck gewinnen, dass eigentlich die Deutschen das Lager befreit hätten. Von der Roten Armee und den West-Alliierten, von der Anti-Hitler-Koalition ist kaum die Rede.”

“Seit ein paar Jahren kann man in der Tat von einer zweiten Opferdebatte sprechen. Das zeigt sich zum Beispiel in den Diskussionen um die Vertreibungen von Deutschen oder in den Auseinandersetzungen um den Bombenkrieg.”

Das Interview lesen:

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Comments

  1. mawa supposes:
    published on February 2nd 2005, 04:38:03 pm *

    Kann ich so mehr oder weniger unterschreiben, dass es verhängnisvoll ist, Auschwitz von einem Verbrechen zu einer Katastrophe umzudeuten und damit die direkte personale Verantwortung von den eben direkt personal Verantwortlichen abzunehmen. Es scheint aber so, als ob die Geschichtsschreibung gerade mal wieder ein Wellental durchläuft, in dem (bevorzugte blutige) historische Ereignisse gerne als unausweichliche Katharseis dargestellt werden statt als verantwortete Taten. Das war letztes Jahr gut am Thema 90 Jahre Kriegsausbruch zu sehen.
    Inwieweit das alles jetzt mit Dezivilisation zu tun hat und was "postfaschistisch" genau heißt, weiß ich jetzt aber nicht.

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  2. Lars Strojny states:
    published on February 2nd 2005, 05:46:06 pm *

    postfaschistisch: Begriff aus der der Diskussion um Deutschland, seine Geschichte, Nationalismuskritik, kritische Theorie nach Auschwitz etc. der die Verfasstheit der BRD beschreiben soll. Hierbei soll dezidiert beschrieben werden, dass das nationalsozialistische System weiterwirkt auch wenn es als gestürzt gilt. Postfaschistisch im Sinne dessen, dass die BRD sich bruchlos in die deutsche Geschichte einreiht, welche eben aufgrund ihrer Art (Romantik, Protestantismus, Revolutionen von oben etc.) die Grundlage von Auschwitz war und weiter bruchlos dorthin zurück führt.

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  3. mawa means:
    published on February 2nd 2005, 10:53:07 pm *

    Eieiei, die verschärfte Kontinuitätsthese. Das ist ja genau der Unsinn, den ich befürchtet hatte. :)

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  4. mastaYoda means:
    published on February 3rd 2005, 02:26:04 pm *
    1. /bin/unsinn —verbose

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  5. mawa answers:
    published on February 7th 2005, 03:45:09 pm *

    "Bruchlos zu Auschwitz und bruchlos wieder dahin zurück" — das klingt nach Deutung der Gegenwart aus einer Vorstellung geschichtlicher Zwangsläufigkeit, wie sie die ungute Grundlage der meisten extremen Ideologien ist, heraus. Wer mir nachweisen möchte, dass dieser Trend sich in der nahen Vergangenheit abzeichnet, sollte sich dabei nicht so anhören, als ob er das zu Findende beim Suchen schon vorausgesetzt hat.

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  6. Lars Strojny supposes:
    published on February 7th 2005, 06:00:15 pm *

    Moellemann, die Ausfaelle deutscher Geistlicher, die braune Zone. Was willst du mehr?

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  7. mawa returns:
    published on February 14th 2005, 06:17:43 pm *

    Daraus lässt sich mit deduktiver Sicherheit schließen, dass die Deutschen demnächst die im Lande verbliebenen Juden in Vernichtsungslager stecken werden?

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