Normalerweise ist sowas keine Notiz wert. Aber wenn man dann Teile des Changelogs liest und man Punkt für Punkt intuitiv vor sich hinsagt “hab ich”, “hab ich auch” und zum Schluss dann “das kann mein GNOME schon lange”, dann wundert man sich schon wie sich die öffentlichen Wahrheiten oder, als bessere Begrifflichkeit, die Kombination aus Vorurteil und neurotischem “ich-will-auch-mal-was-sagen” von Heise bis Pro Linux, von Symlink bis Slashdot Bahn brechen: KDE ist a) viel weiter, b) schneller, c) besser, d) fettfrei und e) bunt usw. Währenddessen GNOME, langsam, eingeschränkt und featurearm zu sein hat. Hier mal ein paar konkrete Beispiele:
[+]Unterstützung für das GIMP-Dateiformat xcf
Kann nautilus schon lange
- Kopete unterstützt Novells GroupWise-Protokoll
Nicht das man das braucht/will aber Gaim kanns trotzdem
- KDM lässt sich über Themes anpassen
GDM beherrscht dies seit dem Erscheinen von GNOME 2.0
- KDE beherrscht jetzt auch DNS-Discovery
Beherrscht GNOME seit Version 2.8
Soweit ich weiß, bastelt das KDE-Projekt wohl gerade an der Unterstützung für HAL/D-Bus…
Und um noch was klarzustellen, ich habe nichts gegen KDE, jedenfalls nichts, was von Wirkung wäre. Ich habe einige Kritik am Konzept usw. aber der Hauptgrund, warum ich weiterhin eher GNOME- bzw. GTK-Programmen zugeneigt sein werde, ist die schlichte Tatsache, dass ich C++ für eine Gemeinheit wider Eleganz und Stil halte.
KDE und GNOME zu vergleichen ist in etwas so sinnvoll, wie einem Blinden ein Hörgerät andrehen zu wollen. Die Ideen sind unterschiedlich, die Schwerpunkte ebenso.
Filed under GNOME
&
four comments
&
three trackbacks
Trackbacks
Trackback specific URI for this entry
Add a Comment & let me know what you think
Mike means:
published on January 15th 2005, 07:09:32 pmHi,
interessantes Posting, insbesondere für jemanden, wie mich, der seit nun 4 Tagen mit Gnome herumspielt und vorher ausschließlich KDE – Nutzer war. Aktuell bin ich mit XFCE (4.1.99) hier. Vorteil ist hier, dass es noch etwas schneller ist und die Anwendungen, die ich unter Gnome benutzt hatte, hier ja genauso wunderbar optisch zum Rest passen, weil eben GTK.
Die letzten Tage war ich primär damit beschäftigt, mich über Gnome zu erkundigen. Wie gesagt nutze ich eigentlich seit Jahren KDE und bin daher mit dem Aufbau nicht mehr ganz schlecht vertraut und mit Qt habe ich auch schon das ein oder andere Programm geschrieben. Der Einblick ist also mehr, als nur etwas oberflächlich. Der eigentliche Wechsel zu Gnome hat mehrere Gründe. Zum einen wurde mir KDE etwas zu bunt. Der Style hat mir einfach nicht mehr gefallen. Auch wenn ich den Style geändert habe, es blieb eben KDE und sah noch genauso aus. Viele Menüeinträge, viele Buttons usw. Ich habe die letzten Monate schon angefangen Buttons zu löschen. Aber es wurde nicht besser. Dann kam dazu, dass ich eine Diskussion über Vor – und Nachteile von GTK oder Qt führte und GTK, was ich bis dato nur oberflächlich kannte und mir immer nur als hässlich und unschönes C – Toolkit in Erinnerung war, zunehmend interessant wurde. Folglich wollte ich natürlich auch eine Oberfläche, die optisch zu GTK passt, da liegt Gnome natürlich nahe :)
Nach nun 4 Tagen Gnome bin ich jedoch sehr unentschlossen. Ich suche derzeit nach Informationen über Gnome, schreibe meine ersten Postings in Gnome-Foren oder besuche zum ersten mal einen Gnome-Channel im IRC. Bis jetzt bin ich jedoch sehr verwirrt. Für jemanden, der bisher nur auf KDE geschaut hat ist der Aufbau von Gnome etwas kompliziert zu Beginn. Nicht der Aufbau des Desktops, sondern die einzelnen Komponenten, die dahinterstehen. Da ich Gnome nicht nur bedienen, sondern auch mit GTK programmieren möchte, interessiere ich mich natürlich dafür.
Aber der Gnome-Desktop läuft nicht immer rund. Es gibt immer hier und da ein paar Kleinigkeiten, die bei mir anscheinend nicht so funktionieren, wie sie sollen. Vielleicht liegts auch an meiner Installation? Nicht immer wirkt also alles so ideal, wie ich es manchmal von KDE her kannte.
Deshalb werde ich weitertesten und versuchen mir ein Bild von der Sache zu machen.
Ich habe mich auch bereits mit ein paar Gnome-Usern unterhalten im IRC, die mir einige Dinge erklärt haben. Jedoch ergibt sich hier für mich der Eindruck, dass der Gnome-Desktop noch eine ziemliche Baustelle ist. Gerade der ganze Kram mit bonoboui und libgnome. Hier scheint jede Gnome-Anwendung sein eigenes Süppchen zu kochen und nichts ist einheitlich. Jetzt werden nacheinander wieder Komponenten aus den Anwendungen entfernt. Weiß nicht, ob ich das alles so korrekt verstanden habe, aber so macht es auf mich den Eindruck, als ob das noch nicht wirklich einheitlich ist.
Du schreibst in Deinem Posting:
"KDE und GNOME zu vergleichen ist in etwas so sinnvoll, wie einem Blinden ein Hörgerät andrehen zu wollen. Die Ideen sind unterschiedlich, die Schwerpunkte ebenso. "
Wieso sind die Ideen und Schwerpunkte so unterschiedlich?
Beide wollen doch eine Desktopumgebung aufbauen und beide möchten dem User möglichst viel Komfort bieten. Der einzige Unterschied, den ich jedoch sehe ist, dass KDE möglichst viele Features bringt, während Gnome eher weniger Features einbaut und gezielter auswählt und auf Knöpfchen verzichtet.
Gruß
Mike
Reply
Mike states:
published on January 15th 2005, 07:10:22 pmHi nochmal,
wies scheint hätte man die Zeilenumbrüche mit HTML machen müssen, sorry :)
Mike
Reply
Lars Strojny responses:
published on January 15th 2005, 07:48:01 pmSorry, das war ein Fehler in der Blogging-Software. Ist jetzt bereinigt.
Reply
briks reckons:
published on January 29th 2005, 03:26:26 amHetzen kannste ja! ;)
Ich weiß ja nicht, wozu du überhaupt so eine vollständige Desktop-Umgebung brauchst… Ein Vorteil bei sowas gegenüber anderen leichteren Windowmanagern sind halt diese Filemanager. Und da liegt find ich KDE mit dem Konqueror eindeutig vorne. Konkret habe ich bei dem Gnome-Äquivalent vermisst bei "Verzeichnis-Fenstern" einfach eine Tree-Ansicht einzublenden. Irgendwie ging das immer nur mit Umwegen.
Außerdem sind die Toolbars bei den ganzen GTK (2) Anwendungen vollkommen fett und irgendwie ziemlich unanpassbar.
So viel aus der Benutzersicht.
Mit dem C-Kram muss ich dir zustimmen, weil ich von OOP keinen Plan hab. Es ist schon nett, wie schnell sich mit GTK2 irgendwas bewerkstelligen lässt.
Ich benutze seit etwa zwei Monaten WMI als Windowmanager. Is sehr nett. Habe aber ansonsten vor allem KDE-Applikationen druff.
Reply